Autoren - wer steckt dahinter?Das Projekt-Finale

Servus,

und wir kommen gleich zur Sache: die aktive Zeit des Projektes CCM-Rezis ist ab Mai 2008 zu Ende! Vielleicht klingt das unerwartet und sehr überraschend, aber genau das geschieht. Nach 8 (ACHT!) Jahren geht ein spannender Abschnitt erstmal zu Ende. 8 Jahre sind online eine Ewigkeit - und genauso kam und kommt es mir vor. Wenn ich an den Anfang dieses Projektes im Sommer 2000 zurückdenke, dann war damals eine völlig andere Zeit: online, offline und in der sogenannten "christlichen Musikszene" sowieso. Es ist gut, daß das Leben sich ständig wandelt. Ich und letztlich wir 3 verbliebenen Redakteure bzw. freie Mitarbeiter haben beschlossen, daß die Zeit für einen ehrlichen Schlußpunkt gekommen ist. Und Schluß heißt in diesem Falle wirklich: Finale - Zieleinlauf! Ohne Verlängerung, d.h. ohne aktive zumindest!

Als online-Archiv bleibt CCM-Rezis bestehen! Das ist doch wenigstens mal eine gute Nachricht, oder?! Alle Texte zum gemütlichen, streßfreien Weiterlesen. Einfach so, aber nicht umsonst! Und das ganze Archiv-Ding nicht nur "vorerst", sondern auf unbestimmte Zeit, d.h. sicherlich eine Viertel Ewigkeit oder sogar eine halbe. Wer jetzt aufmerksam mitgelesen hat, kann 1 und 1 zusammenzählen. Mehr wollen wir dazu nicht sagen :-)))


Etwas ist aber noch zu den Gründen zu sagen, die zum Finale unseres liebgewordenen Hobbys führten. - Für mich war es kein Hobby, sondern Teil meines Lebens und ist es praktisch immer noch!


Gründe I:
Jaja, die liebe Technik ...

HTML-Seiten üben eine merkwürdige Faszination aus! Das ist sicher. Und sie bieten auch in Zeiten des "Web 2.0" einige unschlagbare Vorteile. Doch leider auch entscheidende Nachteile: irgendwann lassen sie sich ab 5.000 Seiten aufwärts (plus/minus ein paar Tausend in all den Jahren...) nicht mehr so recht händeln. Insbesondere unter dem Blickwinkel der unten folgenden Gründe. Wie auch immer: mein geliebter und geschätzter "Dreamweaver 4" (jaaa, da steht noch 'Macromedia' drauf! :-), hat knapp zehn Jahre ausgezeichnete Dienste geleistet. Aber er war halt an meinen Rechner gebunden und nicht ganz so dynamisch. Eben wie so eine HTML-Seite: treu, liebenswürdig, originell und inhaltlich schlagfertig, aber in der Dynamik doch nicht immer auf der Höhe der Zeit... Kurzum: alles in allem reichlich 10.000 Dateien auf ein Datenbank-System umstellen nur in reinen Nachtschichten, das macht keinen Spaß. Und es hätte dem Projekt seine Seele genommen. Punkt.


Gründe II:
Aua, wie die Zeit doch vergeht ...

Spätestens in der zweiten Lebenshälfte des CCM-Rezis-Projektes wurde der Zeitfaktor immer erheblicher: wie gesagt, ein Hobby! D.h. kostbare Freizeit, Ruhezeit, Stille-Zeit, Urlaubszeit, Familienzeit, Sommerzeit, Weihnachtszeit. Zeit eben. Ich bedauere nicht eine Millisekunde davon, aber wie die Bibel sagt, wurde der Sonntag um des Menschen willen geschaffen, und nicht umgekehrt. Nicht nur deshalb liegt für alle Beteiligten der Schluß nahe, daß man im Leben von Zeit zu Zeit neue Prioritäten setzen sollte und muß. Diese Zeit des Einschnittes ist für uns gekommen. Und wir wollen das auch durchziehen! Wir wollen es ehrlich sagen, abschließen und uns auch den neuen Prioritäten zuwenden!


Gründe III:
Mission erfüllt. Oder: In sich abgeschlossen. Oder: Wie sich die Szene doch verändert ...

Ich fühlte es schon länger: irgendwie ist die Mission erfüllt. In vielerlei Hinsicht. Wir müssen niemand etwas beweisen. Im Gegenteil, schon seit dem Anfang haben wir sehr schöne Erfolge erzielt (über die ich auch heute noch frech grinsen muß!), haben Respekt bekommen sind ganz natürlich akzeptiert worden von der übergroßen Mehrheit "der Szene" (und selbst aus dem nicht-frommen Bereich!). Das war so nicht geplant, aber natürlich ein herrlicher, wunderbarer Nebeneffekt. Man lebt ja nicht nur von Luft, sondern auch von Liebe.

Und ich sage es auch ehrlich: ein Grund meinerseits, das Projekt zu starten und ein Teil davon zu sein, war auch: mal zu zeigen, daß auch "unbeleckte Laien" Plattenrezensionen schreiben können (sogar, die aus "dem Osten" - den es sooo gar nicht gibt!). Ganz von unten, etwas naiv, aber mit Leidenschaft und Herzblut. Mit Herzblut und Leidenschaft und ein bißchen Sturheit dazu. Ja. Aber irgendwann, ganz heimlich still und leise schleicht es sich ein: das Gefühl, es ein klein wenig besser zu wissen als der Leser, die arrogante Journalistenbrille aufzusetzen und nicht mehr "von unten" zu schreiben, sondern "von oben". Was man anfangs kritisiert, zu dem wird man selber, zumindest teilweise. Das ist keine Verteidigung, sondern die Einsicht, jetzt den Absprung zu finden.

Ein Lebensabschnitt ist für mich damit beendet: ich habe Tausende christliche CDs angehört. Manche konnte man nicht voneinander unterscheiden, auch wenn es die Presseheinis dies- und jenseits des Atlantiks behaupteten. Gut, das war aber doch eher selten. Viel mehr, habe ich soviel neue Musik entdeckt und in mich reinbefördert und schreibenderweise wieder heraus, daß es mein Leben durch und durch geprägt und auch verändert hat. Es war wunderbar. Was hat Gott nicht Herrliches mit der Musik geschenkt?! Und es war wunderbar - und es ist wunderbar! - wie Christen dieses Geschenk annehmen und Gott "quasi antworten". Es hat riesen Spaß gemacht. Ich war immer der Konsument. Alles, worüber wir hier geschrieben haben, haben wir selber mindestens einmal angehört bzw. angesehen. Wir wußten, von was wir schreiben. So wie der Plattenkäufer und Zuhausehörer sonst auch. Und wir haben Tausende Liedtexte gelesen, studiert, auf uns wirken lassen, uns inspirieren und herausfordern und manchmal auch provozieren lassen. Und wir haben mehrheitlich Gutes, absolut Tolles entdeckt. Ermutigendes, Aufbauendes, Kreatives, Lobendes, Anbetendes, Predigendes, nur wenig Zerstörendes. Es war eine lehrreiche Zeit, die einen manchesmal völlig "entwaffnet" hat - wie eben das Wort Gottes wirkt.

Es war eine 8-jährige Kennenlern-Zeit von ganz wertvollen Mitgründern und Mitarbeitern, aber genauso auch den Künstler-Menschen, ehrenamtlichen Szene-Menschen, Presseheinies, nichtdefinierbaren frommen "Promis" (die im Hintergrund den Laden schmeißen), Werbe-Vertretern (die Promo-Fraktion...), Verlagen, Telefon-Kollegen, Plattenverkäufern, Postversendern und was weiß ich nicht alles. Ich habe mit entdecken können, wie Fäden gezogen werden im Hintergrund, wie die Szene tickt, wie das Geschäft halt so abgeht. - Es hat sich viel verändert und heute ist die Zeit, abzuspringen.

Warum heute? - Es könnte zu jeder anderen Zeit geschehen. Wir haben uns für das jetzt entschieden! Das Projekt ist in sich abgeschlossen. Wir haben die Wegmarke einfach hier gesetzt.

...und dann ist ja auch noch unser Berufsleben, Privatleben und Familienleben. In 8 Jahren kann auch da fast eine kleine Ewigkeit passieren. Und ist es ja auch. Von daher wurden und werden auch dort Weichen neu gestellt. Und wenn man merkt, daß "offline" und "online" gar nicht mehr übereinander geht, dann muß man handeln.



Und Leute, wie geht's denn nun weiter? - Geht's überhaupt weiter?

Ja, aber sicher doch!
Eben nur ganz anders. Keine Rezi-Seite mehr. Nicht mehr so. Ohne blau. Ohne gelb.

Es gibt bald ein neues Projekt, wo meinereiner ein bißchen (aber übers Jahr gesehen weit weniger als bisher) schreibenderweise auf das Spannungsfeld Musik und Gemeinde eingehen wird. Mehr wird nicht verraten. Wenn's losgeht, erscheint der Link hier.


So, spontan wie der Einstieg, folgt der "Abschied": Tschüß und macht's gut, Gott mit euch und geht ihr mit Gott! Danke fürs Lesen und mitmachen!


Euer David Decker, am 22. Mai 2008
(und auch im Namen von Monica Seidler und Michael Jung)



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