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 Watermark
"the purest place"

( 2004 Rocketown Records / Gerth
Medien )
»Wer kann das Herz ergründen?
Niemand als Du, Gott.
Wer kann ein Lied in seiner Bedeutung erfassen,
wenn Du es mir eingegeben hast?
Es ist alles für Dich ...«
(Noah Luke Nockels, 3-jährig, in Track 1, "Proem")
"The Passion Of The Christ" als Auslöser

"The Purest Place", das vierte Studioalbum des Musiker-Ehepaars Watermark,
wird offiziell der Passion-Bewegung zugeordnet. Track 5, "Glory Of Your
Name", ist spontan nach dem Ansehen einer Vorversion des Kinofilms "The
Passion Of The Christ" von Mel Gibson entstanden, wie Nathan und Christy
Nockels zu Papier geben. Die beiden wirkten aber auch schon früher bei
einigen auf das Leiden Jesu fokussierten Lobpreis-Produktionen mit, etwa
im Rahmen von OneDay und in Zusammenarbeit mit Matt
Redman, Tim Hughes u. a. Mit ihrem
neusten, von Nathan produzierten Album haben sie sich zu ihren Wurzeln
als sogenannte Anbetungsleiter zurückbegeben und in gefühlvollen Liedern
Ausdruck für ihre Dankbarkeit vor Gott gesucht. Der zarte Titelsong "Purest
Place" (feat. Tim Hughes) drückt aus, wo sie sich hinsehnen: in die nächste
Nähe Gottes, in die Mitte seines Herzens, zu Jesus Christus.
Eindringlicher Gesang

Das CD-Cover zeigt die Nockels in einem Raum mit Fenster im Hintergrund.
Er zupft versonnen an seiner Gitarre, sie sitzt dahinter, den Blick gesenkt.
Was braucht es mehr, wenn man ein Kompositionstalent wie die beiden und
eine ausdrucksstarke Stimme wie Christy hat? - Die Assoziation "Living-Room
Session" führt jedoch etwas in die Irre. Wohl finden sich mit "Captivate
Us" (geschrieben und gesungen mit Charlie Hall) und "Mended" zwei virtuose,
gitarrenbetonte Akustikstücke am Schluss des 12-Song-Albums. Davor erklingt
jedoch vorwiegend kraftvoller, extrovertierter und verspielt-komplex abgemischter
Pop-Rock mit reichlich Overdubs und wiederkehrenden Klangmustern, treibender
Percussion, viel Gitarre, griffigen Basslinien, Chören und einem fein
gewobenen Synthi-/Streicher-Teppich (feat. Prague Symphony Orchestra).
Christy beherrscht von zartem, fast säuselndem über kantig-energischen,
atemlosen bis rückhaltlos eindringlichen Gesang ein breites Spektrum.
Die packenden Refrains, die vorwärts, ja aufwärts ziehenden Melodien sind
ganz auf ihre soulige, wendige Stimme zugeschnitten.
Hingabe, Lob und Dank

Die Liedtexte sind - dem Ohrwurmcharakter der Musik und dem Modern-Worship-Boom
zum Trotz - keineswegs einfallslos oder abgedroschen, sondern lyrisch,
formal ausgefeilt, gedanklich prägnant und klar Jesus-zentriert: "My Covering"
nach Epheser 2, 4-5 betont Gottes Barmherzigkeit und Gerechtigkeit in
Jesus Christus, während "Come As You Are" Hebräer 11, 6 neu bewusst macht.
"Hidden In You" spricht von Andacht und geistlichem Kampf, "You Are" wagt
sich poetisch an Beschreibungen des dreieinigen Gottes. Um Läuterung bittet
der Country-Pop-Song "Invade" (feat. Danielle Young von Caedmon's
Call), der Jesus in unser Zuhause bzw. in unsere Herzen einlädt. Und
das bereits früher eingespielte "Holy Roar" ruft die ganze Gemeinde zum
schallenden Lobpreis auf: »... wir antworten auf das, was Du
bist, und alles, was Du getan hast, Herr, mit unseren Leben, mit allem,
was wir sind. Wir kehren zu Dir zurück, Gott, Du bist heilig.«
In "Captivate Us" schliesslich findet sich der ungewöhnliche Wunsch: »devastate
us with Your presence«. Gottes Liebe und Gegenwart, so Watermark,
sollen uns so stark gefangen nehmen und überwältigen, dass alles, was
nicht von ihm ist, ausgelöscht wird.
Soli Deo Gloria - Allein Gott die Ehre

Das Wort "Glory" (dt. Ruhm, Ehre) zieht sich als Leitmotiv durch die ganze
Produktion, die als ein kraftvoller Lobgesang beschrieben werden kann:
ein leidenschaftliches, übersprudelndes Dankeschön. "Soli Deo Gloria"
mit seinem opernhaften Intro liess sich von Johann Sebastian Bachs Wahlspruch
anregen und zitiert in Englisch und Latein aus dem grossen und dem kleinen
Gloria (Doxologie) der überlieferten Liturgie. Altes und Neues kombinierten
übrigens bereits frühere Anbetungslieder wie "Gloria" ("Watermark" 1998)
und "Who Am I" ("All Things New"
2000). An diese sehr sangbaren Hymnen knüpfen insbesondere "Hidden In
You" und das sehr schöne "Knees To The Earth", das bereits auf der Kompilation
"Passion - Sacred Revolution: Songs from OneDay03" (2003) aufgeführt ist,
an.

Fazit: Christy Nockels' Stimme wird die langjährigen Freunde etwa der
frühen Susan Ashton oder Amy
Grant ebenso bezaubern wie die jüngeren Hörer von Nichole
Nordeman und Bethany Dillon.
"The Purest Place" ist ein eindringliches, gefühlvolles und kreatives
Album mit Hooklines zuhauf, das mit seiner Konzentration auf Lob und Dank
Gott in seiner Fülle gross macht.
Anspieltipps: Purest Place, Knees To The Earth, Glory Of Your Name.
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