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W4C stellen nach mehr als 2 Jahren endlich ihr neues Album
vor. Betitelt mit "Original Soundtrack" ist die CD aber keineswegs ein
Soundtrack im herkömmlichen ("filmischen") Sinne. Trotzdem ist es wohl
ein Soundtrack: einer für's Leben nämlich! |
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W4C steht für "Warriors For Christ", was "Krieger für Christus" bedeutet (frei nach 1. Timotheus 6,11-13). Nach zwei EPs ("W4C", 1997 und "frage - antwort" von D-Boy, 2000), einer Single ("I'll be around", 1999) und einem vollen Album ("not 2 diss u", 1998) von der Band gibt es jetzt ein richtiges Konzeptalbum. Betitelt mit "Original Soundtrack" ist der Silberling aber keineswegs ein Soundtrack im herrkömmlichen ("filmischen") Sinne. Trotzdem ist es wohl ein Soundtrack: einer für's Leben nämlich! Neben der Musik sind Filme und allgemein Schauspieler ein wichtiger Bestandteil der modernen Jugendkultur in den westlichen Zivilisationen. W4C verbinden ihr neues Album und ihre Message damit. Und so haben sie alle Songtitel nach mehr oder weniger bekannten (Kult-) Film-Titeln benannt. Auch anzumerken ist das edle Design bzw. Artwork im Digipak-Pappschuber - hier steigt man in eine "neue Klasse" ein. Profi-Designer Mario Krupa hat sich um den raffinierten rot-schwarzen Auftritt gekümmert. Momentan (Stand März 2001) ist das Album nur direkt bei der Band bzw. deren Management (Kontakt siehe unten) erhältlich, ob eine bundesweite Veröffentlichung eventuell auch bei einem Major-Label ansteht, wird die Zukunft zeigen. Musikalisch sagt mir die Scheibe sehr zu. Gab es auf dem letzten Werk noch viele amerikanisch beeinflußte "Gangsta-Rap"-Elemente zu hören, hat die Band jetzt komplett ihr eigenes Ding durchgezogen: phatte Beats und Bässe, aber alles schön dezent, das Rapping steht immer Vordergrund. Produktionstechnisch ist alles auf einem hohen Level angekommen. Dies liegt ganz sicher auch an der neuen Herangehensweise: erstmals wurde die Musik von W4C in den USA, genauer in Nashville gemastered und zuvor abgemischt von Russ Long. Russ ist ein bekannter Studiocrack für christliche Produktionen, er war schon zuhauf tätig für die Newsboys, Sixpence None The Richer sowie die Kanadier Hokus Pick. Besonders klasse sind die vielen Scratches und eingespielten Effekte bzw. Samples. Wie schon bei D-Boys Solo-EP kommt auch hier insgesamt ein herrlich angejazztes Feeling rüber. Als Gastmusiker waren natürlich auch einige Leute dabei: Rolf Stahlhofen von den Söhnen Mannheims singt bei "akopalypse now" mit, Albert Frey spielt diverse Instrumente, und DJ J Flummox scratcht sich einen zurecht. Zugebenermaßen, ich bin nicht gerade der HipHop-Experte und -Hörer, trotzdem kann ich die Scheibe alle 72 Minuten ohne zu nerven durchhören, was ich nur von wenigen HipHop-Scheiben bei mir behaupten kann... Vergleiche mit anderen Acts möchte ich jetzt nicht aufziehen, denn das ist nur müßig (und dafür sind andere zuständig... :). W4C haben deutlich ihren eigenen Stil, was andere Deutsch-HipHopper in der säkularen Szene (im Song "apokalypse now" als 'untergangsgeweiht wie Chartrap bezeichnet') machen, kann egal sein. Meine derzeitigen Anspieltipps sind: "apokalypse now" (# 3), das herrlich relaxte Instrumental "Filmriss" (# 8) und das mellowige "denn sie wissen nicht was sie tun" (# 13). Große Fortschritte bzw. eine hör- und lesbare Weiterentwicklung gibt es auch bei den Liedtexten zu vermelden. Der "Flow" ist da und die Reime fließen nur so heraus. Diesmal erfreulicherweise sehr viel auf deutsch - nur einige Strophen sind in Englisch gehalten und ganz wenige Passagen sind in Spanisch. All das fügt sich aber sehr gut ein und es kommt trotzdem gut verständlich rüber. Meistens gibt es pro Song mehrere Strophen und einen coolen Mitsingrefrain. Zeit nehmen sollte man sich allerdings, um die erzählten Geschichten in Ruhe aufzunehmen, abzuspeichern und drüber nachzudenken. Alle Texte sind abgedruckt, mitlesen ist also angesagt. Es lohnt sich wirklich, einmal da durchzukämpfen, denn es gibt viel zu entdecken. Drei Köpfe und sechs Hände haben alle ihre ausgeflippten Ideen umgesetzt. Hier einige Beispiele aus den Texten, die mir ganz spontan gleich beim ersten Mal aufgefallen waren (bitte selber suchen, aus welchem Lied sie jeweils sind ;-) Man kann viel Persönliches von den Jungs herausfiltern zwischen den Zeilen - also durchaus autobiographisch die Texte. Meine Favoriten sind aus christlicher Sicht "Drachentöter" (# 2) und "die Zehn Gebote" (# 10). Besonders bei letzterem nimmt die Band überdeutlich Stellung aus biblischer Sicht zum aktuellen Thema 'Werteverfall kontra christliche Ethik". Extraklasse! "Lizenz zum Töten" geht in dieselbe Richtung und greift auch das Tabuthema Abtreibung an. Durch die Verwendung des Titels von James Bond wird bei jedem eine Parallele hergestellt. Man muß sich also wirklich einmal konkret fragen, warum bei uns Kinder so abgeschlachtet werden, wie sonst im Film die Gangster: in rauhen Mengen, und alle denken, es sei normal. - Am Ende des Liedes erklingt ein Statement gegen Abtreibung! Doch auch viele weitere Sachen werden angesprochen, etwa wie es war als Kind ("toy story", # 4), die Band-Freundschaft ("tres amigos", 18) oder auch ein stilechtes Liebeslied "in Sachen Liebe" (# 15). In "who's da man?" geht es noch einmal ganz klar um ihren Herrn - Jesus. Für den sie kämpfen und singen, nicht nur auf der Bühne. Als witzige Zugabe gibt's wie bei der letzten Langspielplatte einige "outtakes" (# 19) zum Ablachen... W4C hat durch seine konsequente Weiterentwicklung und volle Freisetzung des kreativen Potentials ohne irgendwelche Zänge durch Plattenfirmen etc. inzwischen die Fähigkeit verfeinert, in die heutige Jugendkultur hineinzusprechen - egal ob nun christlich oder säkular. Die Stuttgarter Band führt den den christlichen HipHop in Deutschland an und ist dessen Referenz. Peter Pan, D-Boy und K.R. verdienen Respekt dafür, daß sie trotz ihres sprunghaft angestiegenen Erfolges und Interesses an ihnen auf dem Boden der Tatsachen geblieben sind und auch ihre inhaltliche Ausrichtung konsequent beibehalten haben. Fazit: Ein kreativ-originelles Hammeralbum mit der Botschaft von Herzen und am richtigen Fleck. W4C schicken sich damit an, Maßstäbe und Trends in ihrem Genre vorzugeben. Die Platte ist dieser Form bisher wirklich einzigartig in der deutschen christlichen Szene! - Für HipHopper sowieso Pflichtkauf, für alle anderen ein Geheimtip. |
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