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 Scott
Walters
"dream" (Version 2001)

( 2001 c | works / Gerth Medien
)
Ein Verhalten, das man gar nicht von Gerth Medien erwartet
hätte: Anfang 1998 erschien die CD "Dream" von Scott Walters bereits bei
Pila bzw. Kir Music, Anfang 2001 dann bei c|works bzw. Gerth Medien. Mit
neuem Cover und Artwork und keinem Sterbenswörtchen davon, daß es keine
neue Platte ist, sondern nur eine Neuauflage. Zwei Titel ("I need you"
und "She waits") der 98er CD wurden einfach ersetzt durch zwei Songs,
die bereits auf anderen Produktionen veröffentlicht wurden. "Too far for
love" stammt von der ebenfalls 98 bei Pila Music erschienen Platte "Statements"
von Shelomith, "I was born to love you" wurde von Marco Avesanis Album
"Upstairs" (2000, Gerth) übernommen. Groß Werbung gemacht wird mit bekannten
Musikern wie Vinnie Colaiuta, Lothar Kosse oder Anja Lehmann, die aber
nur auf dem Shelomith-Titel mitgewirkt haben. Der Käufer wird also bewußt
mit Halbwahrheiten gelockt.

Für die anderen neun Songs zeichnet Matthias Heimlicher mit einigen wenigen
weiteren Musikern verantwortlich und legt eine (wie von ihm gewohnt) qualitativ
hochwertige Produktion vor. Eine Platte, wie es sie in ihrer Art wohl
noch nie von einem deutschsprachigem Verlag gegeben hat. Denn souliger
Pop - und dazu noch aus dem Munde eines Mannes - ist in Deutschland und
der Schweiz leider Mangelware. Und als wäre all dies nicht schon genug
überzeugend und überraschend, warten ein paar Songs mit funkigen Rhythmen
auf, ein Song geht leicht in Richtung R'n'B und bei zwei Titeln wird im
Hintergrund beinahe unbemerkbar gerappt. Neben einigen flotteren Titeln
gibt es hauptsächlich einen ruhigen, harmonischen Sound mit sparsamen
Instrumenten und zurückhaltenden BGV's. Wer also auf der Suche nach Radio-tauglichen
Kracher-Songs ist, wird hier nicht fündig werden. Wer allerdings Easy
Listening, also Hintergrundmusik, bei der man sich noch unterhalten kann,
mag, ist hier genau richtig.

Die Texte sind leider auch nur Easy Listening. Sie werfen zwar Fragen
auf, allerdings immer wieder dieselbe: Geht es hier um die Liebe zu Gott
oder zu einer Frau? Lediglich in drei Songs ("Jesus and me", "I win" und
"I was born to love you") geht es eindeutig um Scotts Beziehung zu seinem
Herrn. Und diese drei Texte sind wirklich klasse, nehmen kein Blatt vor
den Mund und haben dem Hörer etwas zu sagen. "I win" spricht z.B. vom
Kampf im Menschen zwischen dem Bösen und Guten, den aber jeder gewinnen
wird, der Jesus als seinen Herrn hat. Und gerade weil diese Texte so gut
sind und man merkt (auch durch seine Worte an den Hörer im Booklet), daß
Scott etwas erlebt hat, von dem er viel weitererzählen kann, ist es so
schade, daß die weiteren Texte so undeutlich formuliert wurden bzw. von
der Beziehung zu seiner Frau handeln. Ich will ja nicht vorschreiben,
daß jeder Song auf einer christlichen Platte von Gott zu handeln hat,
denn auch Texte über andere Themen können nachdenkenswert und hilfreich
sein. Doch nur ein Viertel an erkennbar christlichen Inhalten und ansonsten
"Wischiwaschi"-Texte auf einer CD sind mir zu wenig.

Und deshalb hinterläßt "Dream" einen zwiespältigen Eindruck. Zum einen
Begeisterung über Scotts klasse Stimme und den tollen Sound, zum anderen
Enttäuschung über die undeutlichen Texte. Und da muß sich wohl jeder Käufer
selbst fragen, was er wichtiger findet.
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