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 Kara
Williamson
"undisguised"

( 2005 INO Records / Asaph Musik
)
Ehrlich gesagt, anfangs habe ich die CD nicht verstanden.
Ein wildes Durcheinander an musikalischen Einflüssen, als ob jemand
experimente (was eigentlich vor der CD-Aufnahme stattfinden sollte).
Wie gut, dass es im Leben oft eine zweite Chance gibt. Also habe ich "Undisguised"
(unverstellt) noch mal abgespielt. So langsam begann ich, die CD zu mögen
- inzwischen läuft sie zum vierten Mal.
Jedes Lied klingt völlig anders. Offbeats, Balladen, rockige Gitarrenlicks
- irgendwie ist alles drin. Gleich ist immer die Stimme von Kara Williamson,
die an Rebecca St. James erinnert: weiblich, markant und nicht zerbrechlich.
Auch wenn es eingängige Melodien gibt, hat die CD zwei Schwächen.
Die Arrangements nicht präzise. Die Sounds verschwimmen und die Instrumente
sind nicht ausreichend akzentuiert, vor allem bei ruhigeren Liedern. Zum
anderen empfinde ich die extreme musikalische Bandbreite als etwas nervig.
Die Texte reichen von Glaubenserfahrungen bis hin zur Anbetung. Positiv:
auf das gewohnte "Worship-Vokabular" wird nur selten zurückgegriffen.
Rein lyrisch sind einige Kostbarkeiten in den Texten.
Insgesamt ist es ein gelungenes Debütalbum der 23-jährigen,
die schon bei Michael W. Smith, Amy Grant, CeCe Winans und Point Of Grace
im Background gesungen hat. Es wäre sonderbar, wenn beim ersten Album
alles perfekt wäre. Legt Kara Williamson auch in ihre nächste
Produktion so viel Leidenschaft wie in "Undisguised", werden
wir sicherlich noch viel von ihr hören.
Bewertung: 4 von 6 Sternen ("ganz okay")
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