Jenn Weber - ''incomplete, but understood - the demo sessions (e.p.)''Jenn Weber
"incomplete, but understood – the demo sessions" (EP)


   ( 2005 Independent / Soul's Paradox Music )

Third Day, Darlene Zschech, ZOEgroup, Chris Tomlin, Christy Nockels ... Jenn Weber …? Die wenigsten werden den letzten Namen kennen, doch die Stimme dazu habt ihr womöglich schon gehört: in "One Pure And Holy Passion" auf dem Sampler "Jesus: A Collection of Modern Worship" (2004). Die 20-Jährige aus Ohio erntete mit ihrer souligen Powerstimme und Ausdruckskraft einige Beachtung. Im Sommer 2005 legte Jenn Weber eine 5-Track-EP mit dem passenden Titel "Incomplete, but understood – the demo sessions" vor, die ihre Stärken (und Ambitionen) deutlich, wenn auch ohne den allerletzten Schliff vorführt. Zuallererst fällt ihre wendige, kräftige Stimme mit der warmen, dunklen Klangfarbe auf. Unüberhörbar ist auch eine Begabung für geschmeidig programmierte Pop-Ohrwürmer mit muntermachenden Rhythmen, viel Klavier und Synthi-Streichern, wirkungsvollen BGVs und einem immer wieder durchdringenden Akustik-Feeling. Die Technik macht’s möglich, dass nur Jenn Weber (Akustikgitarre, Klavier, BGVs) und ihr Produzent Gary Sadler (bekannt durch "Ancient of Days", "Lord Over All") bei diesen Sessions im Einsatz waren.

Energisch setzt "Something Else" (# 1) ein, das zu flirrenden Hintergrundstimmen und schrammenden Akustikgitarren von Gottes unfassbarem Wesen spricht. Im poetischen "Eternal" (# 4) versucht sie sich voller Staunen die Dimensionen von Ewigkeit vorzustellen. Mit dem Slogan "Just what I need just when I need it" beschreibt sie in "Just What I Need" (# 2), was Gott ihr bedeutet, bevor sie ihn in "You Read Me" (# 3) tief in ihr Inneres blicken lässt. Hier findet sich auch die übertragene Bedeutung des EP-Titels: Der Schöpfer liest in unseren Herzen wie in einem aufgeschlagenen Buch, auch zwischen den Zeilen, und er kennt all das Fehlerhafte und Unvollständige. Hier will er wirken, um unsere Lebensgeschichte nach seinem Plot zu schreiben.

So weit, so vielversprechend. Bedenken beschleichen mich allerdings, wenn ich die wortgewandten Lyrics genauer angucke, etwa im herzerweichend schön gesungenen Anbetungslied "Sanctuary" (# 5): »I see the beauty of your spirit fall / you come and cover me / here in the depths of you I'm not afraid ... you are my sanctuary.« – Dafür, dass sie sich gerne auf A. W. Tozer beruft, bleibt Jenn Weber in ihren Liedtexten erstaunlich vage, ganz auf ihr Gefühl konzentriert und streng im Rahmen dessen, was das unterhaltungsorientierte CCM-Business wünscht. Der Name Jesus Christus fällt kein einziges Mal. Hinter dem göttlichen Du/You könnte so manches stecken, je nach Vorstellung und Phantasie des Zuhörers. Dadurch verschenkt Jenn Weber leider ein Gutteil ihrer Begabung und Begeisterung ...


—Monica Seidler für CCM-Rezis, März 2006

Daten:
5 Titel / 18 Min.
Musikstil: Pop, Worship
Label(s): 2005 Independent; Soul's Paradox Music, Paintbrush Music, USA
Website: http://www.jennweber.com  /  bei myspace
 


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