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 Andi
Weiss
"ungewohnt leise"

( 2007 Gerth Medien / online )
»Oft sind es eher die kleinen
Dinge,
in denen wir merken, dass uns Gott begleitet.«
(Andi Weiss)
Ist Gott da? Kann man ihn erfahren? Sind wir ihm wichtig? Bin ich allein
in dem, was ich fühle? – Um derlei "bohrende Gedanken"
kreisen die Lieder auf "Ungewohnt leise", das Teil eines CD-Buch-Konzert-Projektes
ist. Der Münchner Musiker und Diakon Andi Weiss versteht seine 13
Songs als Illustrationen, als vertonte Eindrücke zu den im gleichnamigen
Buch gesammelten "ungewohnt leisen" Begegnungen ganz unterschiedlicher
Menschen mit Gott. Es sind Grübeleien, die sich nach mehr ausstrecken,
als die Welt zu bieten hat und als menschliche Vernunft erklären
kann. Gespräche mit Gott oder mit Menschen über ihn und über
das Leben. "Glauben" (# 4) etwa erzählt von einer alten
Frau, die so unerschütterlich an einen unsichtbaren Gott, der es
gut mit ihr meint, glaubt und mit ihm rechnet, dass sie auch andere dazu
ermutigt. Ausgehend von Psalm 121, 3: "Der dich behütet,
schläft nicht", tastet sich Andi Weiss an das Bild eines
Gottes heran, der ein liebevoller Hirte, Tröster und hilfsbereiter
Wegbegleiter ist, der immer da sei für uns, »egal, wohin
der Wind dich trägt«, und der mit uns – wie es an anderer
Stelle heisst – »Schritt hält«. Es fällt
auf, dass die weniger kuschelige Seite einer Begegnung mit dem Gott der
Bibel ausgeklammert bleibt: seine Gerechtigkeit und unsere Erlösungsbedürftigkeit.
Und so erklärt "Mitten im Sturm" (# 3) Jesu Leben und Sterben
befremdend salopp: »Hast gelebt für das Leben und teuer
bezahlt für deinen Mut.«

Die Liedbegleitung ist sparsam, oft durchscheinend ausgefallen. Sie steht
ganz im Dienst der Worte und trägt den säuselnden, unangestrengten
Gesang warm vorwärts, wobei Gitarren, Klavier/Keyboard, Schlagzeug
und (Kontra-)Bass von Stück zu Stück in ihrer Zusammensetzung
ändern. Dennoch klingt das Album auf Dauer recht gleichförmig,
was am stets ähnlichen Sprechgesang, an den ähnlichen Akkordfolgen
und Tempi sowie den vielen Wiederholungen liegt. Ein paar energischere
Takte und Kanten wie in "Die Zeit heilt keine Wunden" (# 9)
mehr hätten der CD gutgetan. Ansteckend lädt der mit Mellotronklang
angewärmte Schlager "Ungewohnt leise" (# 2) zum Mitsummen
ein. Eine angenehme Abwechslung ist auch das Klavier-getragene Duett "Mein
Ziel" (# 8). Und gegen Ende des Albums gleitet der Pianist hörbar
freier über die Tasten; besonders stimmungsmalerisch in "Was
die Zeit bringt" (# 11).

Fazit: In ihren stärksten Momenten werden Andi Weiss' Lieder für
"Gottsucher" sanft an eine Sehnsucht rühren, die in alle
Herzen gepflanzt ist: die Sehnsucht, den Schöpfer zu kennen und in
Gottes Liebe aufgehoben zu sein. Es empfiehlt sich jedoch, die CD vor
dem Kauf anzutesten. Besser wird sich dieses Projekt wohl live entfalten,
wenn Andi Weiss singend und erzählend mit seinen Zuhörern ins
Gespräch kommt.
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