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 Soundtrack
/ Various
"Kingdom Come"

( 2001 Gospo Centric / Asaph Musik
)
Nach den Soundtracks zu den Kinofilmen "Left
behind" (Finale) und "Extreme days"
gibt es jetzt mit "Kingdom come" innerhalb kürzester Zeit den dritten
Soundtrack von einem christlichen Label. In "Kingdom come" spielen u.a.
LL Cool J, Toni Braxton und Whoopi Goldberg eine afro-amerikanische Familie,
die während der Trauer um den verstorbenen Patriarchen versucht, ihre
Konflikte beizulegen. Der Film wird also eine "positive", vielleicht auch
christliche Handlung haben - folglich konnten die Filmbosse ruhigen Gewissens
den Soundtrack von einem Christen schreiben lassen...
Dieser Christ heißt Kirk Franklin
und ist seit den späten 90ern einer der populärsten Produzenten in der
"schwarzen" US-Musikszene, der erfolgreichste Künstler der gesamten Gospelmusik-Geschichte
(an Verkaufszahlen gemessen) und mittlerweile weit in die säkulare Musikszene
hinein bekannt und gefragt. Als Franklin weitere Sänger für diesen Soundtrack
suchte, nahm er erst mal die halbe Mannschaft seiner Label-Kollegen von
GospoCentric und seine Schützlinge von B-Rite mit ins Studio: Neben Mitgliedern
seines eigenen Chores "The Family" sind das Kurt Carr, die multikulturelle
One Nation Crew, die R'n'B-Girlgroup
Trin-i-tee 5:7 und die 26 Jahre alte Chordirektotin Natalie Wilson mit
ihrem Chor "The S.O.P. Chorale". Dazu kommen die Newcomer-Talente Carl
Thomas und Deborah Cox, Boyz II Men-Mitglied Shawn Stockman, die als Aretha
Franklin-Nachfolgerin gehandelte Jill Scott, Toni Braxtons Schwester Tamar,
die fünf Jungs von AZ Yet, Bishop Kenneth Ulmer und das Schwestern-Duo
Mary Mary. Zu all den dunkelhäutigen mehr
und weniger Bekannten gesellt sich zusätzlich die weiße Pop-Sängerin Crystal
Lewis. Viele der Interpreten haben schon auf Soundtracks wie "Shaft",
"Wild, wild west", "Dr. Doolittle" und "The
Prince of Egypt - Inspirational" mitgewirkt.

Bis auf einen Titel wurden alle Songs von Kirk Franklin geschrieben, trotzdem
gleicht kein Song dem anderen. Auffällig ist, daß Franklin vor allem auf
die Stimmen "gesetzt" und Instrumente nur dezent eingesetzt hat. Der Titelsong
erinnert durch sein fröhlich-funkiges Tempo an Nicole
C. Mullen, Jill Scotts Skap-Part darin wirkt aber sehr fremd und albern.
"Daddy's song" besitzt einen erfreulich bedacht gesungenen Refrain, den
man am Ende einfach mitsingen muß, während das von Mary Mary gesungene
und von Kirk Franklin gerappte "Thank you", auch wenn der Chorus zig mal
wiederholt wird, zwar ganz nett ist, aber sicher nicht annähernd die Qualitäten
von Mary Marys Smash-Hit "Shackles" hat. Nach dem langsamen und ruhigen
"Stand" und der Ballade "Thy will be done", die auch von Whitney Houston
stammen könnte, gibt es eingängigen, TLC- oder Destiny's Child-ähnlichen
R'n'B ("It's alright"). Gospel darf natürlich auch nicht fehlen ("God's
got it all in control"), genauso wenig wie eine soulige "KuschelRock"-Ballade
("Try me). Auch wenn einigen Hörern Crystal Lewis Stimme nie gefallen
wird, muß man doch auch nach "Someday" wieder zugeben, daß diese einzigartig
und unheimlich ausdrucksstark ist. Auf eine Mischung aus R'n'B und Soul
("Every woman") folgt mit dem letzten Track, "Try me (Reprise)", ein HipHop-lastiger
Trio-Gesang (von drei "One Nation Crew"-Sängerinnen) mit zwischendurch
gesprochener Botschaft von Bishop Ulmer.

In der "Try me"-Reprise fasst Bishop Ulmer noch einmal den Inhalt der
gesamten Platte zusammen, somit brauche ich hier nur diesen Song wiederzugeben:
Er besagt, daß Gott immer da ist, nie enttäuscht und alles aus den Fugen
geratene wieder in Ordnung bringen wird. Leider gehen die Inhalte der
Songs nie tiefer und es wird auch nie deutlich auf Gottes Geschenk an
uns (Jesu Tod), welches wir nur annehmen müssen, hingewiesen. Überhaupt
wird Gott oft nur sehr undeutlich erwähnt, vieles kann genauso auf Menschen
wie auf Gott ausgelegt werden. Der direkteste Titel ist wohl "Thank you",
in dem Gott für seine Gnade, seine Hilfe und die Freude, die er uns schenkt,
gedankt wird.

Fazit: Auch wenn es sich nicht nach Filmmusik anhört, so ist es doch ein
gefallender Soundtrack mit hoher Qualität. Ich empfehle ihn allen, die
Black Music mögen oder einen bunten Querschnitt durch R'n'B, Soul und
Gospel kennenlernen möchten. Fans vom Inspirational-Soundtrack zu "The
Prince of Egypt" werden auch "Kingdom come" mögen.
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