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"in love with Jesus 5"


   ( 2003 Gerth Music / Gerth Medien )

Inhaltsverzeichnis dieses Artikels:

  1. Einleitung

  2. Bewertung der Lieder der ersten CD (Disc 1)
    1. Macht einen heiligen Lärm
    2. Ich tausch meine Sorgen
    3. In der Stille (Ich will dich kennen)
    4. Deine Liebe trägt mich (Du begeisterst mich)
    5. Licht dieser Welt (Ich will dich anbeten)
    6. Heilig, heilig, Gott allmächtig
    7. Herr der ganzen Schöpfung
    8. Herr du bist mächtig
    9. Das was mich atmen lässt
    10. So rein (Was zählt)
    11. Halleluja (Agnus Dei)
    12. Wenn ich Dir mein Loblied singe (Wenn ich dich anbete)
    13. Wir haben deinen Sieg besungen (Herr, wann?)
    14. Was ich auch tu (Wie ein Kind)

  3. Fazit CD 1

  4. Bewertung der zweiten CD (Disc 2)

  5. Fazit CD 2

  6. Gesamtfazit (ganze/s Produktion/Konzept)

  7. Schöne Lobpreis-CDs - einige Tips...

Nachdem das Liederbuch "in love with Jesus" im Jahr 2000 erschien, wurden parallel dazu bereits vier Doppel-CDs mit den Liedern des Buches veröffentlicht. Die ganze Sache war kommerziell sehr erfolgreich und hat sich in Gemeinden/Kirchen mit Lobpreis-Orientierung bzw. in der Jugendszene weit verbreitet. Nun rollte der zweite Band des Liederbuches an und es gibt wieder entsprechende Doppel-CD mit dem Liedgut dazu. So ist jetzt die 'Volume 5' der CD-Serie erschienen. Das Cover-Konzept wurde etwas aufgefrischt - es sieht sehr professionell aus und macht einen einladenden Eindruck, genauso wie die restliche Optik der Hülle bzw. Verpackung!

Ich hatte die Werbetexte des Verlages zur Einführung der CD gelesen und war sehr gespannt auf die neuen deutschen Versionen zu beliebten amerikanischen Liedern. Deshalb forderte ich ein Rezensionsexemplar an. Zuerst hörte ich beide Scheiben mal so nebenbei an und es war noch alles "normal". Musik eigentlich ok, auf den Text hatte ich kaum gehört. Nach einiger Zeit nahm ich mir das ganze Projekt noch einmal zur Brust und habe es ganz intensiv und bewusst angehört sowie die Liedtexte im Booklet studiert und mit den Originalen verglichen.

Das Ergebnis meiner Eindrücke und Erlebnisse möchte ich nun hier einmal exemplarisch präsentieren. Ich gehe die CD Lied für Lied durch, dadurch wird der vorliegende Text zwar sehr lang, aber ich finde dies erforderlich, um einmal auf einige Entwicklungen kritisch zu reagieren, um zum Nachdenken anzuregen und vielleicht in Zukunft Korrekturen anzuschieben... Wer also schon jetzt von mulmigen Gefühlen beschlichen wird, wenn ich hier anfange eine "heilige Kuh" zu "schlachten", der suche besser jetzt das Weite und lese nicht weiter. Dies als Warnung vorab :-)

Zuerst einmal muß ich die unsinnige Liedbenennung kritisieren, die irreführend (da wegführend vom Original!), unhandlich (zu lange Titel!) und unpraktisch (zig Versionen...) ist. Obwohl ich Patriot bin, muß ich hier sagen, daß dies ein typisch deutsches Problem ist, alles nach Schema F kategorisieren und in ein Ordnungssystem hineinzwängen zu wollen. Die Schreiber der Original-Lieder haben sich immer was dabei gedacht, warum sie ihr Lied gerade so benennen. Es geht um künstlerische Freiheit! Diese wird aber durch dieses System kaputt gemacht, welches nur darauf aus ist, in der "Lobpreisleiterei" zu funktioneren. Ich halte die Art, die Titel nur stur nach der ersten Zeile des ersten Verses sowie den Zweittitel (oder Untertitel) nach der ersten Zeile des Chorus/Refrain/zweiten Verses zu vergeben einfach für absolut bescheuert!

Die Lieder der ersten CD:
(1) "Macht einen heiligen Lärm"
Zuerst einmal frage ich mich, was "heiliger Lärm" sein soll? Eine Erklärung dafür habe ich nicht, ebenso wenig kann ich so was in der Bibel finden. Dort wird "Lärm" an und für sich als etwas Negatives gesehen... Diese Frage habe ich mir aber auch schon beim Original dieses Liedes gestellt, welches von Chris Tomlin stammt (Titel: "the noise we make"). Die deutsche Übertragung klingt einigermaßen singbar und hat nur einen grammatikalischen Schnitzer hier: "... unseren Herrn. / So kommt vor seinen Thron...". Es müsste "also kommt vor seinen Thron" heißen. Ansonsten wurde inhaltlich eigentlich alles wiedergebeben vom Original. Außer die eindimensionale Übertragung von "noise" mit Lärm ist unsinnig, da "Lärm" im Deutschen anders belegt ist (viel negativer!), als "noise" im Amerikanischen. "Noise" bedeutet auch so viel wie "lauter Klang", "Geräusch", "Störung", "Krach". Linus Kraus' Stimme paßt eigentlich recht gut zum Sound.

(2) "Ich tausch meine Sorgen"
Hier gibt es eine sehr eindimensionale und billige Übertragung des Originals von Darrell Evans (Titel: "trading my sorrows"). Zwar ist selbst bei Darrell beispielsweise der Refrain echt niveaulos, aber wenigstens die Strophen haben bei ihm auch eine Dimension zwischen den Zeilen. Bei dem Übertragungsversuch geht all dies verloren, den Refrain hat man gleich in englisch gelassen, obwohl ein "Ja, Herr" konsequenterweise auch noch in das neue Sprachkorsett gepaßt hätte. Kann mir eigentlich mal jemand erklären, was folgende Textpassagen bedeuten sollen, redet jemand so in unserem Land???: "bin bedrängt, nicht zerstört" (???) / "gesegnet trotz des Fluchs, denn sein Versprechen hält" (???) und "auch wenn das Leid die Nacht über bleibt, der Tag bringt seine Freude" (???). Hinzu kommt, daß Andi Volz' Stimme hier auf Rockröhre produziert wurde, und damit überhaupt nicht paßt! Andi ist normalerweise ein begnadeter Soulsänger; noch dazu geht der Gesang im Lärm des Arrangements fast unter.

(3) "In der Stille (Ich will dich kennen)
"Im Original heißt das Lied eigentlich "in the secret" und ist besonders durch SonicFlood bekanntgeworden, stammt aber von Andy Park aus Kanada. Wieder fragt man sich besorgt, was das für eine Sprache sein soll, und was bestimmte Zeilen uns sagen wollen: "in der Stille an dem sichren Ort" (wo/was ist das???) / "in der Stille diese ruhigen Stunde" (so ein Kauderwelch!). Der Übertragungsversuch gibt das Thema des Originals nur verkrampft und falsch wider: das "more" (mehr) vom Original taucht gar nicht auf. Hier geht es nur um's "kennen" - aber jeder Christ kennt doch Jesus bereits?! Auch solche Zeilen wie "will dich berühren, dir in die Augen sehn" gehören eher in einen Schlager, aber nicht in ein Lied, wo es um den heiligen Gott geht - dem wir niemals in die Augen sehen könnten, auch wenn wir es wollten!!!

(4) "Deine Liebe trägt mich (Du begeisterst mich)"
Dieses Lied klingt wenigstens von der Sprache her einigermaßen aufeinander abgestimmt, obwohl auch so eigentlich niemand redet, es ist aber wenigstens sehr gut singbar. Allerdings betrachte ich es nicht als christliches Lied, sondern als Liebeslied für Menschen. Sozusagen der erste Schlager, den Fromme geschrieben haben - man sollte damit beim Grand Prix antreten (das mein ich ernst!). Ans Original von Vineyard UK (Titel: "your love is amazing (hallelujah)") kommt diese Version nicht heran, schon gar nicht mit der Stimme eines Arne Kopfermann, die einfach hier nicht paßt, sorry!

(5) "Licht dieser Welt (Ich will dich anbeten)"
Tim Hughes ist eigentlich Autor dieses Liedes unter dem Titel "here I am to worship (light of the world)", welches mittlerweile ein Anbetungsklassiker geworden ist, weil es gerade in Balladenform wunderschön zu(m) singen (loben) ist. Der vorliegende Übertragungsversuch hat wieder eine sehr eindimensionale Übersetzung, mit grammatikalischen Ungereimtheiten: Die erste Strophe ist im Original auf die Vergangenheit ausgerichtet, bei einer sinngemäßen Übersetzung müßte dann im Deutschen Plusquamperfekt kommen, kommt aber nicht... Wer kann mir folgenden Satz erklären: "nie werde ich den Preis verstehn, um meine Schuld am Kreuz zu sehn"??? Yasmina Hunzinger ist eine begnadete Solistin, aber selbst sie reißt dieses Lied nicht mehr herum, an einigen Passagen wird ihre Stimme vom Arrangement verschluckt, was nicht gerade geglückt ist... dabei klingt der Anfang sehr gut! Das Arrangement ist meiner Meinung zu sehr auf Rock gemacht, feiner Soul, passend zu Yasminas Wahnsinsstimme, hätte hier noch was gebracht!

(6) "Heilig, heilig, Gott allmächtig"
Wieder ein Cover von Vineyard UK, diesmal der Titelsong der CD "holy" von 2002. Sprachlich und theologisch ist die Übertragung in Ordnung. Trotzdem klingt das Lied hier nur mittelmäßig, denn das auf Gitarrenrock getrimmte Arrangement paßt nicht im Entferntesten zur Soulstimme eines Andi Volz!

(7) "Herr der ganzen Schöpfung"
Dieser Übertragungsversuch schießt so ziemlich den Vogel ab, was die Höhe der Diskrepanz zum Original angeht, welches übrigens 2000 auf dem Projekt "city on a hill" erschien und mittlerweile zu den absoluten Klassikern in Amerika zählt! Zuerst einmal sei gesagt: Vom Sound klingt das Stück gar nicht schlecht, durch den "na na na"-Effekt im Hintergrund und den leichten Pop-Groove. Noch dazu fügt sich Natascha Hausammanns Stimme gut ein, die alle Solopassagen singt. Warum ist das vorliegende Relikt trotzdem sehr schlecht?: Weil der deutsche Text grottenschlecht ist. Reime auf niedrigstem, ausgelatschtem Niveau ("schon am frühen Morgen freu ich mich an deinem Licht / und später, wenn die Nacht hereinbricht, weiß ich / du verläßt mich nicht") und theologische Unkorrektheiten. Christus beherrscht diese Welt hier noch nicht, sondern noch der Teufel, Satan, erst bei Seiner zweiten Wiederkunft wir Er hier endgültig die Herrschaft antreten. Die Übersetzung ist wieder total eindimensional und primitiv. Nicht einmal übertragen wurden übrigens das Intro sowie der zweite, veränderte Chorus. Schon das allein verändert das ganze Lied zum Negativen.

(8) "Herr, du bist mächtig"
Hier ist die sprachliche Übertragung schon etwas besser gelungen und klingt gut singbar, sie stammt von Theo Eißler (ex-Beatbetrieb). Allerdings kann sie auch hier nicht die Raffinesse und Ausgefeiltheit des Originals wiedergeben, dazu fehlen die Bilder und Wortspiele, welche "above all" von Lenny LeBlanc und Paul Baloche so wunderschön machen. Auch geht beim auf Rock getrimmten Arrangement die ganze Atmosphäre und Spannung verloren. Andrea Adams-Frey hat wahrliche eine Powerstimme, aber hier paßt sie leider nicht so gut, hier hätten sehr zarte Vocals (z.B. von Anja Lehmann) sicher besser gewirkt. Einen grammatikalischen Schnitzer gibt es meiner Meinung nach doch: "rettest mich" müßte eigentlich "rettetest mich" heißen, da die Zeitform sonst keinen inhaltlichen Sinn ergibt!

(9) "Das, was mich atmen lässt"
Leider scheitert dieser Übertragungsversuch schon im Ansatz, denn ich kann den Sinn der Zeile "das, was mich atmen läßt, ist deine Nähe" nicht ganz verstehen bis ins Letzte. Überhaupt klingt das ganze sprachlich etwas peinlich auf deutsch!!! Musikalisch ist es auf jeden Fall hörbar, wenn auch der markante wellenartige Gesang des Originals (von Marie Barnett, Titel: "breathe") fehlt, der es bekannt machte. Aber Andrea Adams-Frey's Stimme paßt hier wesentlich besser als beim vorherigen Titel!

(10) "So rein (was zählt)"
Hier zeigen die Produzenten mal, daß sie es durchaus verstehen, mal aus dem Rock-Einheitsbrei auszuscheren und eine Ballade abzuliefern. Yasmina Hunzinger singt die Solos und das Ergebnis klingt sehr gut, wirklich! Stimmlich absolut passend. Textlich liefert Herr Kopfermann zwar wieder jede Menge peinlich klingender Plattheiten hab, aber was solls, man hört sowieso gebannt auf Yasminas Stimme... Das Original stammte für diese Vorlage wieder von Vineyard UK (Titel: "so pure (with you)").

(11) "Halleluja (Agnus Dei)"
Es tut mir leid, aber ich hätte Andi Volz auch nicht für dieses Stück genommen als Solist - er ist beides nicht, kein Michael W. Smith und kein Mac Powell von Third Day! Das Lied klingt einfach nicht, so. Zwar ist die Übertragung diesmal sprachlich und theologisch völlig ok, aber hier war es wahrlich keine Kunst, denn das würde fast jeder schaffen (wage ich zu behaupten!). Dem Stück hier fehlt einfach der "Spirit" - es wurde um seinen Spannungsbogen beraubt und klingt nich mehr wie eine Hymne, sondern wie ein "normaler" Lobpreischorus, wie Massenware, was es im Original von Michael W. Smith (Titel: "Agnus Dei") und im Third Day-Cover garantiert nicht ist. Die Dramatik im Original zwischen den Zeilen "are You, Lord God Almighty" und "worthy is the Lamb" hat man nun neu zusammengezogen zur Zeile "heilig, heilig bist du, Herr, der Allmächtige" gegen "würdig ist das Lamm...". Dabei wäre das "heilig, heilig" vorher extra zu betonen! Typischer Fall von Glattbügelei... Traurig auch die Neutitulierung zu "Halleluja", dabei ist dieser Klassiker von Michael W. Smith seit mehr als 13 Jahren weltweit unter "Agnus Dei" (Lamm Gottes) bekannt!

(12) "Wenn ich dir mein Loblied sing (Wenn ich dich anbete)"
Schon wenn ich die erste Zeile des Refrains "wenn ich dich anbete, geht der Himmel auf" lese, geht mir das Messer in der Tasche auf! Soviel Plattheit! Der Himmel geht noch dazu nur auf, wenn der Schöpfer es will, bzw. wenn Jesus wiederkommt! Die sprachliche Übertragung besitzt absolut kein Niveau, man kann jedem nur empfehlen, weiterhin das englische Original von Noel & Tricia Richards (Titel: "when I worship you") zu singen. Trotzdem ist das Lied einigermaßen hörbar, wieder mal als Ballade gemacht, paßt auch Andrea Adams-Frey's Stimme hier gut dazu.

(13) "Wir haben deinen Sieg besungen (Herr, wann?)"

Dieses Stück stammt im Original von Stuart Townend (Titel: "we have sung our songs (how long)") und ist das einzige auf dieser Disc, welches eine klassische Strophen-Refrain-Form besitzt, noch dazu mit Bridge und verändertem End-Refrain! Schon das allein ist eine Erwähnung bzw. ein Lob wert! Die Solos singt Danny Plett und hier paßt dessen Stimme einfach wunderbar zum Arrangement, rein musikalisch also ein gelungenes Stück. Wenn ich dann allerdings schon wieder Zeilen wie "wir haben deinen Sieg besungen / dich um Regen angefleht" lese, wird mir schlecht...

(14) "Was ich auch tu (Wie ein Kind)"
Andrea Adams-Frey darf hier nochmals die Solos singen und hier klingt es endlich mal richtig gut! Die Übertragung hier ist besser als viele von den anderen 13 Liedern, hat trotzdem einen leicht "erotischen" Touch hin zum rein menschlichen Liebeslied. Sprachlich aber ansonsten gut singbar bzw. nachvollziehbar (ähnlich wie "Deine Liebe trägt mich").

Fazit zur ersten CD:
Dies hier ist der Gipfel der Peinlichkeiten! "Dichterische Fähigkeiten" auf Grundschulniveau könnte man meinen - und das wollen dann gestandene Songschreiber sein, die sogar schon Bücher zum Thema 'Lobpreis' geschrieben haben. Einfach nur bitter! Da kann man in der Zeitschrift TeensMag von Teenagern weitaus bessere (poetische!) Texte und Lyriks lesen als hier. Wenn man nicht die Gabe des Lieder übersetzens hat, sollte man es einfach bleiben lassen! - Wenn ich mir Liedübertragungen beispielsweise von Arno & Andreas oder Manfred Siebald anschaue, dann merkt man, daß es ihnen gelang, neue deutschsprachige Klassiker zu schaffen, oft thematisch neu, aber sprachlich ausgefeilt. Vorliegende Übertragungsversuche sind einfach grottenschlecht, man versucht das Thema des Original-Liedes 1 zu 1 in ein Korsett zu zwingen, in das es aber nicht paßt in der anderen Sprache. Besonders die Herren Kopfermann und Jacobi haben mich entgültig meiner Illusionen beraubt, was ich von ihren Songschreiberischen und musikalischen Fähigkeiten halten soll, weiß ich nicht mehr... Hätte man sich für das Geld und die Zeit für "ILWJ5" hingesetzt und neue Lieder geschrieben, dann hätten alle bestimmt mehr Freude daran gehabt!
Es ist auch klar, daß es mit der künstlerischen Tragweite manches Originals nicht gerade weit her ist, dies kommt aber bei einer Übertragung dann erst recht zum Vorschein! Für alle gilt jedoch eines: Durch das Rankarren von allerlei prominenten Musikern, Sängern und Produzenten werden schlechte Lieder bzw. schlechte Übertragungen nicht besser, sie bleiben schlecht! Denn entscheidend sind nicht die Leute, sondern der Song!

Die Lieder der zweiten CD:
Hierzu möchte ich nicht wie bei der ersten Disc alle einzeln durchnehmen, sondern meine Ausführungen etwas straffen. Hier gibt es ja wie auf den vier Vorgänger-CDs keine neuen Aufnahmen zu hören, sondern nur reine Zweitverwertungen, also in Samplerform bereits Lieder, die viele schon mal auf Silberscheibe haben dürften... Dabei sind zum Beispiel ziemlich schlechte Verwurstungen von zwei Lincoln Brewster-Originalen. Außerdem hört man Übertragungen von Original-Willow Creek-Kinder- bzw. Jugendliedern, die bei mir ein zwiespältiges Echo hervorriefen. Oft klingt die Musik gekünstelt und erzwungen, nicht von Herzen. Das Arne Kopfermann durchaus auch mal ein gutes Händchen bei einer Übertragung hat, zeigt der Titel "Du, mein Gott, gibst mir Leben (Jeden Tag)". Das Original stammt von United Live/Hillsong Australia (Titel: "everyday"). Arnes Version ist gut singbar und der Text ist durchaus annehmbar, sprachlich und inhaltlich! Die Spontanität und Spritzigkeit des Originals konnte bewahrt werden. Dieses Beispiel zeigt eben sehr deutlich, daß es - genau wie beim völlig neu komponieren - auch beim Übersetzen/Übertragen von Liedern bzw. Texten mal klappen kann und mal nicht. Man kann so was nicht planen - ebensowenig wie einen Hit -, schon gar nicht mit "Fließband-Methoden", sondern es wird neben Abfallprodukten auch die "süßen Früchte" geben.

Fazit zur zweiten CD:
Auch diese Verwurstungen und Zweitverwertungen machen größtenteils keine Freude, sondern man wird mehr genervt als in die echte Anbetung geführt! Wenn die Leute die Nase voll haben von der Worship-Welle, dann wahrscheinlich auch aufgrund solcher CDs!

Gesamtfazit:
Vom Kauf dieser Produktion kann ich nur dringendst abraten. Das wäre reine Geldverschwendung, man sollte sich dafür lieber eine schöne Lobpreis-CDs kaufen (solche gibt's wirklich!). Dem Verlag kann ich nur empfehlen, in Zukunft eine Qualitätskontrolle einzuführen für singbare Liedtextübersetzungen (das tut Not!). Für Deutschland als Kulturnation ist vorliegende Aufnahme ein einziger Horrortrip! Außerdem habe ich einen Tip an die Produzenten: Es gibt auch noch andere Stile als amerikanisch geprägten Gitarrenrock. Ich glaube nicht, daß wir im Himmel mal in diesem Stil anbeten werden. Also, besinnt euch doch mal wieder auf künstlerische Freiheit und Kreavität. Es müssen auch nicht immer nur bekannte Namen im Booklet stehen, manchmal bringen "no Names" viel mehr zustande. Es geht doch um Gottes Anbetung, nicht um Menschenanbetung, oder?!


Schöne Lobpreis-CDs - einige Tips... :
Damit die Leute nicht denken, ich hätte allgemein was gegen Lobpreis-CDs, hier mal einige CD-Tips: Im Folgenden empfehle ich Produktionen, die durch hohe kompositorische Qualität im Genre Pop/Rock glänzen und durch musikalisch exzellente Arrangements begeistern. Sie sind also ästhetisch in jeder Hinsicht schön, ein Prädikat, welches auf "ILWJ5" nicht zutrifft.

''Wiedenester Jugendlieder'' ..."Wiedenester Jugendlieder":
Eine Live-CD im Studio neu abgemischt - mit kleinem Budget gemacht, aber super Ergebnis! Die Sharona-Mädels singen viele Solos hier und die jugendlichen Teilnehmer der Konferenz gehen voll ab und erzeugen damit eine Wahnsinns-Begeisterung und -Stimmung! Der Sound ist schnittiger produziert, der Gesang geschmeidiger und die Liedauswahl um Längen besser als auf "ILWJ5"!!! Wenn ich die CD bei Jugendveranstaltungen auflege, fangen die Leute an zu mitzusingen und zu tanzen ...und den Lautstärkeregler hochzudrehen ;-) - "ILWJ5" traue ich mich gar nicht aufzulegen, weil ich schon den Großteil der Texte peinlich finde und noch dazu die Arrangements unpassend. [zur Rezi...]

''City On A Hill: Songs Of Worship And Praise'' ..."City On A Hill: Songs Of Worship And Praise":
Eines der besten Worship-Alben der letzten Jahre: Fein herausgearbeitete Kompositionen, die auch den leisen Tönen genug Aufmerksamkeit schenken. Keine hingeklatschten "extremen" Arrangements, sondern musikalisch, wie inhaltlich "demütig". Obwohl viele prominente Sänger und Musiker beteiligt sind, stehen die Inhalte der Lieder eindeutig im Vordergrund. Die Liedtexte erinnern durchweg an die alten Klassiker aus Kirchen- und Gemeindeliederbüchern, den "Hymns". [zur Rezi...]

''Exodus'' ..."Exodus":
Es gilt dasselbe wie für "City On A Hill" hier obendrüber. Third Day zeigt hier meisterhaft, daß es möglich ist "Agnus Dei" von Michael W. Smith, im Original eine geistliche Hymne, in ein Rock-Stück zu verwandeln ohne ihm gleich seinen "Spirit" zu nehmen. [zur Rezi...]

Newsboys - ''adoration: the worship album'' ...Newsboys - "adoration: the worship album":
Bei dieser CD steht der Geist, der alle Lieder verbindet, im Vordergrund. Die Inhalte der Lieder sind sprachlich schlicht geschrieben worden, aber trotzdem von einer "Schönheit in Einfalt" gekennzeichnet. Hier wird beispielhaft deutlich, wie auch bei eigentlich künstlerorientierter Musik der Song an und für sich im Vordergrund stehen kann. [zur Rezi...]


—David Decker für CCM-Rezis, August 2003

Daten:
Doppel-CD / 31 Titel / 146 Min.
Musikstil: Lobpreis
Label(s): 2003 Gerth Music / Gerth Medien, Asslar
Website: http://www.gerth.de

Wo kaufen?:
bestellen im Gerth-Shop...

weitere CDs - siehe "in love with Jesus"-Projekt-Seite >>
 


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