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 Projekt
/ Verschiedene
"in love with Jesus"

( 2000 Cutting Edge, Projektion
J / Gerth Medien )
Kaum wurde die "Du bis Herr"-Liederbuchserie fortgesetzt
bzw. abgeschlossen, kommt schon wieder was neues im gleichen Fahrwasser.
Man nehme Liedmaterial aus der englischsprachigen Lobpreis-Hemisphäre,
übersetze es und mixe es gut ab mit einigen neueren und brandneuen Ergüssen
der deutschen Lobpreis-Gemeinschaft. Das Ergebnis nennt sich dann "In
love with Jesus" und zielt genau auf den Markt für Jugendliche bis Junge
Familien ab. Die Bad Gandersheim-erprobte Songschreiberin und Sängerin
Claudia Hoppe hat den titelgebenden Song dazu geschrieben - der aber leider
auf beiden CDs nicht enthalten ist. Schade!

Zur deutschsprachigen CD 1:
Lothar Kosse macht den Einstieg mit einer Auskopplung ("es geht los")
aus seinem 1998er Soloalbum, "siehst du das Licht". Eine geniale Dance-Rock-Hymne,
die textlich wie musikalisch vom ganzen Rest der CD heraussticht. Lothar
hat von vornherein in seiner Muttersprache geschrieben und man spürt die
Echtheit. Genau das ist es aber, was den deutschen Übertragungen der englischen
"Hits" fehlt. Ich will überhaupt nicht sagen, daß sie schlecht wären -
bei den ganzen Musik- und Studio-Experten aus der frommen Szene auch schlecht
möglich ;-) - aber der Funke will oft nicht so recht überspringen. Es
hängt sicherlich damit zusammen, daß ich alle diese Songs schon in der
englischen Originalfassung kenne. So klingt das, was einem hier vorgesetzt
wird, schon etwas anders, obwohl die Musik identisch ist. Umgekehrt -
deutsch => englisch - wäre es sicher dasselbe. Neue deutsche Versionen
gibt es von Matt Redman, Noel Richards, Pensacola, Vineyard UK und Sue
Rinaldi. Mir persönlich gefällt davon der Sue Rinaldi-Song am besten.
"Herr, es gibt keinen, der so ist wie du" hat durch seinen Ethno-Groove
einen besonderen Reiz und es reißt mit - genau wie das Original von Vineyard
UK. Ergänzend kommen auf der Platte noch einige schon bekannte Lieder
von Arne Kopfermann, Lothar Kosse und Martin Pepper hinzu. Die Texte sind
von der Wortwahl recht einfach gehalten - nicht gerade ausgefeilt, teilweise
sogar etwas schwammig. Irgendwie geht es immer entweder um eine Art dringlich(ste)
Erweckungssehnsucht, oder um sehnsüchtige, intime (manchmal schon fast
"erotische") Gebete. Ich für meinen Teil kann damit nicht sehr viel anfangen.
Besonders abgeneigt bin ich diesem drängenden, suggestiven Gefühl, daß
sich bei vielen Liedern aufbaut. Man wird den Verdacht nicht los, als
sollten sie nur bei entsprechenden Veranstaltungen "funktionieren". Sollte
der Slogan auf der CD-Hülle - "songs für die gemeinde von morgen"
- wahr werden, dann will ich doch lieber in meiner heutigen Gemeinde
bleiben!

Zur englischsprachigen CD 2:
Hier bedarf es nicht vieler Worte: vom musikalischen Gesamteindruck ist
diese Scheibe erheblich professioneller und eindrücklicher - auch wenn
sie nur mit "Promotion CD" bedruckt ist. Es gibt Original-Albumauskopplungen
(teilweise auch live!) von delirious?, Matt Redman, Paul Oakley, Sue Rinaldi
(das Original der deutschen Fassung!), Tim Hughes, Tree, Storm, "The God
Sessions" sowie yfriday zu hören. Highligts sind hier der Garage-Dance-Hammer
von Storm, "look at the life" (schon von 1998!) und die Brit-Rock-Hymne
"the world is in darkness (shine)" von yfriday. Sue Rinaldis Beitrag neigt
schon zum Trip-Hop, ist aber eigentlich "nur" eine super-intensive Ballade.
Textlich-sprachlich gilt prinzipiell das gleiche wie für die deutsche
CD. Da die englische Sprache aber universeller ist, gibt es viel weniger
Schwachstellen. Was über die deutschsprachigen Inhalte gesagt wurde, gilt
aber (leider) auch hier.

Fazit: Nur an wenigen Stellen geht das Konzept vollends auf - ansonsten
klingt es öfters mal nach 'gewollt, aber nicht gekonnt' (bzw. umgekehrt).
Wer nicht in der Lobpreis-Szene zu Hause ist, sollte lieber die Finger
davon lassen.
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