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 Jeni
Varnadeau
"tracing his hand"

( 2000 Organic Records / Pila
Music )
Jeni Varnadeau ist eine der wichtigsten und besten Rockladys
in der christlichen Szene. Nur leider ist sie, bedingt durch die Stellung
ihrer Plattenfirma, nur eine in der "zweiten Reihe". In der Praxis heißt
das, daß sie selbst nicht mal allen frommen Amerikanern bekannt ist, weil
weniger Werbung und Promotion sowie Verkaufszahlen zustande kommen. Trotzdem
hat(te) die junge Dame ihre Radiohits und sie kann gute Lieder schreiben.
Na, und ihr Sound hat seit 1996 Standhaftigkeit bewiesen.
Mit ihrem dritten Werk hat sich Jeni nun endgültig etabliert, sowohl in
der Szene, als auch (vermutlich bzw. hoffentlich!) bei ihrem Plattenlabel.
Sie hat jetzt Kontinuität bewiesen und ist nach dem beeindruckenden Debutalbum
("colors of truth", Pamplin 1996) und dem vielfach nicht verstandenen
zweiten Album ("no hesitation", Pamplin 1998) immer noch da. In einer
Epoche, wo sich "Newcomer" bei kleinen Labels oft schon nach ein oder
zwei CDs wieder verabschieden.
Doch es sind jetzt auch Veränderungen bemerkbar geworden. Diese hört
man zuerst in den neuen Liedern. Sie wurden etwas poppiger arrangiert
als früher, oft sehr viel eingängiger, nicht mehr ganz so Gitarrenrock-orientiert.
Da die 80er Jahre gerade ihr Revival erleben, steht die Platte aber (wieder?!)
voll im Trend. John und Dino Elefante, die bewährten Produzenten, wissen
eben (noch!) wie's geht. Produzent Nummer drei ist auch ein Bekannter,
nämlich Tony Palacios von Guardian, er bringt einige neue Akzente in die
Arrangements mit ein. So kann man zusammengefaßt sagen, daß Jeni jetzt
Mainstreameinflüsse der 80er und Alternative-Rock der Mittneunziger kombiniert.
Außerdem fällt den Insidern auf, daß sie inzwischen bei Organic Records
gelandet ist, denn die beiden Vorgänger waren bei Pamplin. Eigentlich
ist dies egal, denn Organic ist nur ein Imprint (d.h. eine weitere Verkaufsmarke
/ Aufdruck) von Pamplin Music. Nur komisch, daß sie jetzt mit ihren Ambitionen
für den Mainstream-Pop plötzlich mitten in der Rockfraktion steht...
Rein textlich gesehen, hat sich glücklicherweise nichts verändert! Wieder
gibt es erstklassige Liedverse, die viele der sogenannten Topinterpreten
der "großen" christlichen Labels ein Stückchen hinter sich lassen. Toll,
daß auch alle Bibelstellen mit abgedruckt sind. Wichtig sind der Sängerin
Erlebnisse im persönlichen Glaubensleben sowie auch evangelistische Aussagen.
Letzteres wird auch in dem versteckten Bonus-Track (einfach nach Titel
10 weiterlaufen lassen), wo sie, von einem poppigen Dance-Beat unterlegt,
verschiedene Bibelstellen zitiert und zu einer Entscheidung für Jesus
Christus aufruft. Predigerin ist sie also auch :-)
Alles in allem eine herausragende Produktion vom Jahr 2000, die nach dem
dritten Anhören wirklich ans Herz und die Ohren wächst. Überzeugen können
auf jeden Fall der Superhit der Scheibe, "takin' in the air" (# 7), sowie
"it's all good" (# 4) und auch "captured" (# 10). Eine kleine Besonderheit
ist ein Duett mit Jeromy Deibler von FFH ("be holy", # 5).
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