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 Jeni
Varnadeau
"colors of truth"

( 1996 Pamplin Music / Pila Music
)
Mitte der neunziger Jahre brauchte nahezu jedes US-Label
eine Rocklady im aktuellen Alternative-Rock-Format. Alanis Morissette
und Sheryl Crow waren die Kassenschlager und die herausragenden Vertreter
dieses Sounds. Im christlichen Bereich machte vor allem Rebecca St. James
auf sich aufmerksam. Das damals noch ganz junge christliche Label "aus
der zweiten Reihe" schickte Jeni Varnadeau ins Rennen, um auch aktuell
zu bleiben. So jedenfalls hätte man damals vermuten können. Trotzdem war
und ist Jeni keine "Ersatzfrau", sondern eine sehr talentierte Künstlerin,
bei der es früher oder später eh zu einem Vertrag gekommen wäre.
Wie auch immer, das Debutalbum wurde von John und Dino Elefante produziert
und ist durch eingängigen, gitarrenbetonten Pop und Rock gekennzeichnet.
Natürlich alles so kantig und "dreckig" eingespielt, daß es auch noch
in den "Alternative"-Markt paßt(e). In den frommen US-Radiostationen spielte
sich denn auch "stronger than you" ganz nach vorn und war einer der großen
(Überraschungs-) Erfolge im Jahr 1996. Aber auf dem Album gibt es noch
weitere Songs, die locker bei entsprechenden Sendern überzeugen könnten.
Im Gegensatz zu vielen anderen christlichen Interpreten aus der Nashviller
Szene, hat Jeni auch Geschick gute Texte zu schreiben. Sie hat was auszusagen.
Es fallen deutliche Aussagen im Bezug auf das Evangelium, wie zum Beispiel
im Titelsong "colors of truth" (# 3), wo es um die Kreuzigung unseres
Herrn geht. Jeni drückt viel Persönliches in den lyrisch verfaßten Versen
aus. So wird man oft herausgefordert die bei jedem Lied angegeben Bibelstellen
nachzuschlagen und noch weiter im Thema durchzudringen.
Fazit: Eine tolle CD, besonders zum intensiven Hören (z.B. über Kopfhörer)
und Nachlesen der Texte - und das auch fünf Jahre nach Erscheinen! Anspieltip
ist der gerade-heraus-Rocker "why would you go back?" (# 6), richtig Klasse
mit Mundharmonika...
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