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TobyMac - ''welcome to diverse city''TobyMac
"welcome to diverse city"


   ( 2004 Forefront Rec., EMI-CMG / Gerth Medien )

Der Toby, der Mac ist wieder back, ähem, zurück natürlich. Noch immer bleibt der Familienvater den Großstadt-Schlabberklamotten und den HipHop-Auto-Klischees verhaftet. Das Kind im Manne ist lebendiger denn je. Tja, wenn ich mir das gutgemachte Layout der CD so anschaue, könnte ich noch viel mehr Geschichten erzählen...

Erzählen, das tut der ein-Drittel-Solo-dcTalker wieder gewohnt viel auf seiner neuen Platte. Glaube, Spaß, Einheit und Gemeinschaft sind seine Lieblingsthemen. Neben vielen Spaß-Passagen und Einwürfen ist aber auch viel Sinniges dabei. Im Titelsong (# 8) geht es um Überwindung von Rassengegensätzen auch unter den Frommen. Damit setzt TobyMac die Linie seiner ERACE-Stiftung fort, die 1996 von ihm und einigen Mitstreitern gegründet wurde. In "catchafire (whoopsi-daisy)" (# 2) will er "ein Feuer für Gott" anzünden - und alle sollen mitmachen. "Atmosphere" (# 5) handelt von der Überwindung schlechter Zeiten bzw. emotionaler Krisen - Gott ist aber in diesen "atmosphärischen" Zeiten trotzdem mit dabei! Mit dem radikalen Anderssein von Jesus beschäftigt sich - auch ein bißchen rappenderweise durch T-Bone - "the slam" (# 3). Gedanken über Lebensende und Tod vermittelt "phenomenon" (# 14) auf eine raffinierte Art und Weise. Wir sollen ja beim nachdenken darüber klug werden und unser Leben besser (und freudiger!) leben dadurch. Diese Sensibiliserung leistet der Song. Mein Textfavorit und musikalischer Anspieltip ist jedoch "gotta go" (# 15). Hier geht es darum, daß Toby keine Zeit für Telefongespräche hat, weil er ja schon wieder auf dem Sprung zum nächsten "Auftritt für den Herrn" ist. Witzig umgesetzt das ganze und mit einem Rhythmus, wo man ganz bestimmt mit muß...

Musikalisch divers ist die der Silberling allemal: Die ganz brachialen Rockklänge sind dieses Mal jedoch im Studio geblieben. Zu uns herüber wurden "nur ein bißchen" Crossover-Rock (oder Rap-Core, wie man will...) gelassen, ein bißchen Pop-Hop und ziemlich viel Hip-Hop der "leichten" Sorte. Es ist eben ein leichtverdauliches, sehr rundes Album geworden, will ich damit sagen. Hier bekommt jeder, was er braucht - und gut. Dadurch ist es aber auch nicht der Superbringer, wie es manche meiner Kollegen hinstellen wollen. Die Sounds sind für mich zwar hochprofessionell produziert aber auch nicht soooo innovativ. Vielleicht ist das Album deshalb so patchhworkhaft ("diverse"...), weil so viele verschiedene Leute mitgewirkt haben: Gastrapper, Produzenten, Musiker. Da eine klare Linie zu behalten, ist bekanntlich schwer.

Die vorliegende Platte ist nämlich, wenn man's mal genau betrachtet, ein All-Star-Projekt! Vielleicht sollte man mal aufzählen, wer so alles dabei ist: Coffee von GRITS hat gerappt ebenso T-Bone, als DJs kratzten DJ Maj und DJ Form Plattenteller, Nirva Dorsaint und Joanna Valencia sangen feine Background-Vocals, Randy Crawford sang auch mit, als Musiker waren Tim Donahue, Brent Milligan, Mark Townsend, Tyler Burkum (beide Audio Adrenaline), Dave Clo (ex-All Star United) sowie Kirk Whalum beteiligt. Produziert und Sounds gebastelt haben: Joe Baldridge, Solomon Olds (ex-The Brothers), Michael-Anthony "Mooki" Taylor, Christopher Stevens, Jeff Savage, Michael Linney, das MuteMath-Team (früher Math) und Tedd T. (Tjornhom). Zudem hat die Band Superchic[k] den Track "stories (down to the bottom)" mitgeschrieben, mit eingespielt und performed. Tobys Sohn Truett "TrueDog" McKeehan und Byron Chambers sind weiterhin für verschiedene Rap- und Talkbox-Geschichten bei den Songs bzw. Zwischenstücken verantwortlich. "TrueDog: the return" (# 7) ist eine Fortsetzung des Interludes von Tobys Debütalbum, sein Sohn erzählt wieder Geschichten...

Na gut, einwas muß noch erwähnt werden: Der Marketinggag mit dem Remix von "atmosphere" (# 16). Dafür konnten extra die anderen dc Talker Kevin und Michael gewonnen werden, um ein bißchen mitzusingen. Klingt poppig-nett und erinnert tatsächlich ein wenig an die Band-Zeit. Schade nur, daß die Platte deswegen mit einer neuen dc Talk-Hysterie überzogen (werden) wird, die eigentlich völlig unangebracht ist. Die Plattenfirma EMI-CMG mit dem inzwischen zum "Imprint" verkommenen 'Forefront Records' dürfte es freuen, wenn der Umsatz in schwierigen Zeiten durch sowas halbwegs stabil bleibt... ;-)

Fazit: "Welcome to diverse city" macht erst einmal Spaß beim Hören, ist aber auch schnell wieder aus dem Ohr draußen und bisweilen kann der "Plätscherfaktor" aufkommen. Inhaltlich legt Toby gewohnte Kost vor, spaßig, herausfordernd, mutig und teilweise provokant. Wer "momentum" mochte, wird auch diese Neue hier mögen. HipHop- und Pop-Freunde können auch mal antesten, aber allen anderen kann ich die Platte nicht unbedingt empfehlen.

P.S. Wen's interessiert, auf CD-ROM-Spur wird noch eine PDF-Datei mit einem 17-seitigen Auszug aus dem Buch "Under God" geboten, welches Toby zusammen mit ex-Bandkollege Michael Tait in diesem Jahr in Amerika veröffentlichte. Es soll die junge (Christen-) Generation dort ermutigen, Gottes Willen zu suchen.


—David Decker für CCM-Rezis, Dezember 2004


x-report CD-tip:
»1987 gründete TobyMac mit "dc Talk" die erste christliche Hip-Hop-Gruppe mit einem "weißen" Rapper: ihm selbst. Die Band verkaufte in den 90ern über sieben Millionen Alben und wurde mehrfach ausgezeichnet. Im neuen Jahrtausend begaben sich die drei Bandmitglieder auf Solopfade. TobyMac mit Erfolg: Er erhielt für sein Album "Momentum" mehrere Auszeichnungen, darunter einen Grammy. Sein aktuelles Werk ist ein überschäumender Stil-Mix. Kein Lied gleicht dem anderen, auch wenn die Grundmusik Hip-Hop ist. Verbunden mit Funk, Rock, Rap entstanden völlig unterschiedliche Arrangements. Musikeinflüsse aus mehreren Kulturkreisen wurden beigemischt. "Mein Stil besteht in der Vielfalt. Das habe ich mir bei Gott abgeschaut. Unterschiede bedeuten für den Vater im Himmel Reichtum und nicht Trennung", sagt TobyMac. Die Texte handeln von Lebensabschnitten und persönlichen Problemen. "Gone" erzählt unterhaltsam von einem Mädchen, das seinem respektlosen Freund eine Abfuhr erteilt, "Atmosphere" von Einsamkeit und "Getaway Car" ruft zur Veränderung auf. "Gotta Go" berichtet vom chronischen Zeitmangel des Künstlers und "Burn for you" vom Leben nach der Adoption ihrer afroamerikanischen Zwillinge. TobyMacs fünfjähriger Sohn Truett hat sich zudem bei "TruDog: The Return" und "Gotta Go" aktiv an der Produktion beteiligt. "Welcome to Diverse City" soll Menschen zum Nachdenken anregen, in welcher Beziehung sie zueinander und zu Gott stehen. Fazit: Die CD schafft gute Laune und wird auch nach mehrmaligem Hören nicht langweilig.«

—Nicole Vogel für x-report/ideaSpektrum 2/2005
Hinweis: Hier dargelegte Meinungen von Gastautoren müssen nicht die Meinung der CCM-Rezis-Redaktion wiedergeben.

Daten:
16 Titel / 55 Min.
Musikstil: Pop-Hop, Rap, Crossover; Remix
Label(s): 2004 Forefront Records, EMI-CMG, USA / Gerth Medien, Asslar;
               online
Website: http://www.tobymac.com  /  dctalksolo.com  /  deutsche Fan-Site

Wo kaufen?:
bestellen im Gerth-Shop...

weitere CDs - siehe TobyMac-Künstlerseite & dc Talk-Künstlerseite >>
 


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