|
 thebandwithnoname
"schizophrenix"

( 2003 Movation; Authentic Media
/ bv-music )
thebandwithnoname schlugen 2002
in die britische Musikszene ein und halfen vielen Fans den Verlust von
WWMT etwas besser zu verschmerzen: Sie brachten
den Dance wieder mehr zurück, im Gegensatz zu The
Tribe, der sich auf Hip-Hop spezialisierte. Die drei Jungs sind für
ihren Herrn unterwegs und wollen mit ihrer Musik junge Leute ansprechen
und dadurch ihren Glauben an Jesus vorstellen.

Der CD-Titel dieses zweiten Studioalbums trifft voll auf den verwendeten
Musikstil zu: Manchmal scheint man sich nicht richtig zwischen Rap, Rock
und Trance/ House entscheiden zu können, "schizophren"
eben. Aber beide Richtungen wurden extrem gut, ja geradezu leichtfüßig,
miteinander verwoben. Das macht die Platte eben so hervorragend. Sie kommt
irgendwie aus dem Bauch, bietet aber trotzdem inhaltliche Dichte. An den
Reglern stand in gewohnter Weise Zarc Porter und der Sound wurde weiter
professionalisiert, das Trio hat weiter an Eigenständigkeit hinzugewonnen.
Die Raps fließen noch besser, die Beats hämmern phatter und
mit mehr Volumen, die Basslines kommen nun noch prägnanter. Neben
dem Oberhammer-Titelsong (# 5) gibt es knalliges Cover eines säkularen
Dance-Songs von Anfang der 90er Jahre, "everybody free (to feel good)"
(# 9), im Original von Rosalla. Aber auch solche Hymnen wie "drive"
(# 1), das eingängige "tell me something I don't know already"
(# 3) und das inhaltlich worshiporientierte "before the throne"
(# 4) können voll überzeugen. Ein sehr starkes, sogar radiogeeignetes
Stück ist die Neubearbeitung von "the best thing" (# 7):
einst geschrieben von Mark Pennels (ex-WWMT; Management von thebandwithnoname)
und Zarc Porter sowie 2001 aufgenommen von Avalon
auf deren Album "oxygen",
gibt es hier neue (tabulose!) Texte für die Verse und ein mitreißendes
Arrangement. Neben zwei witzigen Interludes gibt es als Zugabe noch zwei
experimentelle Remixe am Ende des Silberlings. Einmal erklingt "tell
me something" in neuem Gewand, das andere Mal "amazing grace"
vom Vorgängeralbum als neuer Club-Stampfer.

Inhaltlich haben die drei Briten wieder genauso "kantige" Themen
wie ihre Musik in kaum ein Schema paßt. Sie haben zwar auch einige
Party-Tracks mit dabei, die nicht so starke Botschaften transportieren,
jedoch auch nachdenkliche, herausfordernde, gerappte Liedpredigten. So
ist auch zu jedem Titel zuerst eine Bibelstelle mit einem stichpunktartigen
Kommentar (bzw. einer Überschrift angegeben), was das jeweilige Anliegen
der Band gut erhellt. Thematisch geht es um unsere geistliche Reise als
Christen ("drive"), unseren Auftrag und unsere Verfügungsbereitschaft
für Gott ("found and lost"). Im Titelsong geht es um den
Kampf zwischen Gut und Böse, zwischen Geist und Fleisch, einem Kampf,
den sich jeder Christ ständig gegenübersieht. Dies fortsetzend
kann man "reveal" (# 8) interpretieren, wo es um das Bekenntnis
von Schwäche/ Sünde geht, um daraus dann geistlich weiterzukommen.
Raum für eine stilistisch etwas andere Gottesanbetung schaffen Songs
wie "before the throne" (# 4) und heavy" (# 11). Insgesamt
hat das Album ähnlich wie "raise your game" von The Tribe
einen starken geistlich-biblischen Bezug, andererseits ist es gerade absolut
zeitgemäß und spricht in die heutige Lebenswelt von Christen
und Nicht-Christen hinein, ja mischt sich ein!

Fazit: Ein echtes Hammeralbum, daß nicht nur Fans von WWMT,
The Tribe, Psalmistry
usw. gefallen dürfte - kraß-innovative Musik mit relevanten
Inhalten für die junge Generation. Meine wärmste Empfehlung
hat es auf jeden Fall und es wird in Zukunft öfters bei mir laufen!
|