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 Tait
"empty"

( 2001 Forefront Records / Gerth
Medien )
Irgendwie ist es voraussehbar geworden: Seit dc
Talk Mitte der 90er Jahre durch einige Songs und Alben weltweites
Aufsehen erregte, werden nun alle folgenden Veröffentlichungen dieser
Band oder ihrer Mitglieder von den christlichen Mainstream-Medien gnadenlos
abgefeiert. Besonders in Deutschland spürt man diese dc Talk-Mania bzw.
-Anbiederbei bei einigen Leuten deutlich. Dabei sind das auch ganz normale
Menschen, die ganz normale Musik machen.

"Tait" steht für die Tait Band, der Musikerschar
um Michael Tait, einst Sänger und eigentlicher Stratege von dc Talk! Seine
Stimme bestimmte maßgebliche Hits der Band, er war es auch, der die Band
1994/95 auf den Rock´n´Roll-Kurs trimmte (weg vom HipHop), um ihr langfristiges
Überleben zu sichern. In seiner Band ist Pete Stewart eine feste Größe.
Er half auf dem Debütalbum beim Songschreiben und ist natürlich der Gitarren-Mann.
Weiterhin dabei sind Lonnie und Chad Chapin, wobei Lonnie ehemals Petra-Basser
war.

Die Songs auf "empty" passen alle hervorragend zusammen. Wer Pete
Stewart's Album kennt, wird diese Platte genauso lieben. Ist aber
auch kein Wunder, denn das bewährte Produzententeam 'Mike & Pete' stand
hinter den Reglern ;-)
Es wird stellenweise richtig losgerockt, die Gitarren "krachen". Andererseits
ist da auch diese Dimension Soul und Pop (ähnlich wie bei dc Talk), um
es zu einem echten "Pop"-Scheibchen werden zu lassen. Michaels Stimme
kommt ja gerade bei diesen Stücken richtig schön zur Geltung. Anspieltips
bzw. Favoriten habe ich diesmal keine, denn das ganze Album kann durchweg
überzeugen und es sind alle Stücke gleich gut.

Bei den Texten muß man differenzieren. Es gibt (relativ belanglose) Liebeslieder,
genauso wie christliche Inhalte. "Bonded" (# 3) beispielsweise, spricht
von der engen Beziehung zum Sohn Gottes. Mit "all you got" (# 4) soll
man ermutigt werden, auch an trüben Tagen den Kopf nicht hängen zu lassen.
In "talk about Jesus" (# 6) wird die Diskrepanz zwischen "geistlich-theoretischem
Verkündigungsanspruch" und dem wirklichen praktischen Umsetzen beim Zuhörer
angesprochen. Hier werden wir indirekt aufgefordert unser christliches
Lebenszeugnis ("unsere Geschichte") wieder einmal auf Authenzität und
Verständlichkeit zu überprüfen. "American tragedy" dürfte auf Deutschland
bezogen auch viel (politischen) Zündstoff enthalten. Michael spricht hier
die Rassenunterschiede und -Unruhen in den USA an. Die eigentliche Tragödie
dürfte aber aus meiner Sicht nicht allein dieser Fakt sein, sondern viel
mehr das komplette Scheitern des link(isch)en Integrationskonzepts. Der
Titelsong "empty" (# 12) ist eine Übertragung des Bibelverses: "Denn was
nützt es einem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen und sein Leben einzubüßen?"
(Markus-Evangelium 8,36).

Fazit: Ich sage einfach mal, Taits "empty" wird das Album für die breite
Masse unter den drei dc Talk-Soloalben
werden. Rockig, poppig, soulig, einige gute fromme Texte dazu und 'ne
klasse live-taugliche Band - eine rundum gelungene Sache. Not 'empty'
but full of energy!
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