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 the
soul of worship feat. Elke Reichert
"Liebe, die alles trägt - 12 Songs über
das Kreuz"

( 2001 Projektion J / Gerth Medien
)
Nachdem die ProjektionJ-Reihe "Anders preisen" komischerweise
nie über eine Folge (namens "Hip Hop
Hooray") hinauskam, wurde vom selben Verlag nun eine neue Reihe ins
Leben gerufen, die Lobpreis in modernen Musikstilen präsentieren will.
Warum hier gerade von der "Seele der Anbetung" gesprochen wird, kann ich
nicht recht nachvollziehen, aber das ist ja auch nicht so wichtig...
Wie der Titel bereits sagt, drehen sich alle 12 Titel des Albums um Jesu
Tod am Kreuz. Sie beginnen mit seinem Menschwerden "im Gehorsam gegen
Gott" (# 1) und gehen dann schnell, angefangen beim Abendmahl "in der
Nach vor seinem Tod" (# 7), zur sogenannten Passionsgeschichte über, behandeln
Jesu unbegreifliche "Liebe, die selbst den Tod nicht scheut" (# 6), feiern
seinen "Sieg am Kreuz" (# 2) und das leere Grab (# 4). Darauf folgen die
sich für uns daraus ergebenen Bedeutungen und Konsequenzen: die "Vergebung
aller Schuld" (# 5), die Übergabe unseres Lebens an Gott (# 10), unsere
Sehnsucht nach seiner Nähe (#3) und die Anbetung seines Namens (# 9).
Was mir fehlt, ist ein Lied über das unvorstellbare Leiden Jesu, was oft
vergessen wird. Trotzdem kann ich ohne Einschränkungen sagen, daß der
Inhalt der Platte wirklich wertvoll ist und es nur positive Auswirkungen
haben kann, sie sich anzuhören. Da alle Songs auf Deutsch, außerdem auch
äußerst deutlich gesungen sind, muß der Hörer sich nicht einmal näher
mit den Texten beschäftigen, um sie zu verstehen.
Soviel zum Inhalt der CD, nun zur Musik. Tja, diese ist so, wie es in
der deutschen CCM-Szene nicht gerade üblich war und ist: Dancige und HipHop-Beats
geben den Ton an, der Gesang geht in Richtung R'n'B und Soul, ziemlich
Radio-like. Wer jetzt allerdings Disco-Sounds erwartet, der wird enttäuscht
sein - Ruhig, sanft und entspannt wird gesungen. Besonders soulig kommt
der Background-Gesang - wirklich spitze! Anja Lehmann hat ihn arrangiert
und gibt bewußt den Ton an; oft hat er mich an Gesangsakrobaten wie Anointed
erinnert. Leider sind die BGV's so sehr ausgefeilt, daß sie teils zu
"aufdringlich" wirken, weniger wäre hier vielleicht mehr gewesen. Im Gegensatz
dazu sind die Lead Vocals von "Lobpreisleiterin" Elke Reichert nämlich
sehr zurückhaltend. Nur warum? Daß Elke mehr drauf hat, hat sie schon
auf mehreren GospelNews-Platten
bewiesen. Oft gewinnt man den Eindruck, daß Elke einfach die "falsche
Besetzung" ist bzw. zu sehr zurückgehalten wird. U.a. nach
der relativ kurzen Soloeinlage von Anja Lehmann in #3 wünscht man sich,
Anja hätte Elkes Job übernommen. Bei drei Liedern hat Volker Dymel die
Solo-Vocals - und seine Xavier-Naidoo-hafte Interpretation von "In der
Nacht vor seinem Tod" ist für mich auch der Höhepunkt des Albums. Teilweise
hätten Produktion und Arrangements noch abwechslungsreicher und kreativer
sein können. Man hat manchmal den Eindruck, es wurde zu wenig Zeit in
die Ausarbeitung der Songs investiert. Gefreut hat mich aber, daß trotz
des bestimmendem Elektro-Sounds nicht auf "handgemachte" Instrumente wie
Gitarren, Bass und Percussion verzichtet wurde. Gewundert hat mich allerdings
das gesamte Layout der CD: es ist zwar wirklich schön gemacht, nur paßt
es kein Stück zum Stil der Platte, man erwartet sicher nicht diesen Sound.
Fazit: Trotz einiger Mängel kann ich die Platte jedem empfehlen, der neu
über den Tod Jesu nachdenken will und moderne, soulige Töne mag. Ich freue
mich bereits auf Folge 2 von "The soul of worship"!
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