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 Selah
"bless the broken road – the duets album"

( 2006 Curb Records / Hänssler-Verlag
)
Ein Fest der Stimmen!

Das Trio Selah hat diesen Herbst ein in Konzept
und Ausführung bestechendes 12-Track-Album vorgelegt. „Bless The
Broken Road“ enthält nur Duette, und zwar im besten Sinne. Die vorübergehend
wieder auf ein Duo geschrumpfte Formation mit Allan Hall und Todd Smith
überliess den zugezogenen Gesangspartnern nicht einfach nur die Begleitung
im Refrain oder die Harmonien im Hintergrund, sondern die zwölf Sängerinnen
– darunter die neue Selah-Dritte Amy Perry – und zwei der Crabb-Brüder
gestalteten die Stücke massgeblich mit. In zwei, drei Tracks wähnt
man sich fast schon auf einem Album der Gastkünstler; besonders in
"Glory" (# 3), das Nichole Nordeman
selbst schrieb und mit Todd Smith sehnsüchtig interpretiert. Jedes
der Duette hat einen eigenen Charakter: gefühlvolle Piano-Ballade
in "Bless The Broken Road" (# 1) mit Melodie Crittenden, die
nach Nicol Sponbergs Austritt kurzzeitig bei Selah eingesprungen war;
herzerweichender Folk-Pop in "Gentle Healer" mit Amy Perry (#
2, Original von Michael Card); frische
Girlie-Harmonien im neu geschriebenen "I Will Sing of My Redeemer"
(# 4) mit BarlowGirl; launiger Blues-Rock
samt Mundorgel und Hintergrundgeheul in "Ain't No Grave" (#
8) mit Jason Grabb oder sanfter Gitarrenfolk mit Jill
Phillips in "Sweet Jesus" (# 11). Plumb
steuerte mit "Mary Sweet Mary" (# 6) ein zartes Weihnachtslied
bei.

Für den nötigen Zusammenhalt unter den Stücken sorgen die
typischen Selah-Essenzen, die auch auf diesem Album überfliessen:
die souligen Stimmen von Hall und Smith, phantastische Harmonien (auch
in den BGVs), getragene Melodien, klavier- und streicherreiche Arrangements
und die Vermählung von Hymne und Pop. Die Gesangsperformances sind
wie gewohnt voller Gefühl, wobei Cynthia Clawsons und Allan Halls
schluchzender Stil in "Softly and Tenderly" (# 12) nicht jedermanns
Sache sein dürfte, trotz feinem Arrangement und innigem Violinensolo.
Besonders erwähnt seien zwei Leckerbissen: "All My Tears"
(# 7), das übrigens auch von Jars of
Clay auf "Good Monsters" (2006) neu eingespielt wurde, verströmt
dank Kim Hills kräftiger Altstimme
überaus stimmungsvollen Appalachian-Country. Das Stück aus der
Feder von Julie Miller verpackt seinen Trost gegen den Schrecken des Todes
erstaunlicherweise in Moll. Auf andere Art intensiv ist "Follow Jesus
/ Landa Yesu" (# 5) mit seinem Afro-Vibe ausgefallen. Nicole
C. Mullen ergänzt hier Todd Smith, der in afrikanischen Versen
Ortschaften in Kongo aufzählt und die dortigen Christen ermutigt,
Gottes Wort zu studieren und Jesus nachzufolgen.

Die vorübergehende (aus Marktsicht keineswegs ungefährliche)
Lücke in der Dreierbesetzung von Selah hat mit dieser Duett-Sammlung
zu einer eindrücklichen Zwischenlösung geführt, die die
bisherigen Markenzeichen bewahrt, auf Künftiges vorausweist und auch
die Gelegenheit zu Einmaligem nützt. Das neue Selah-Mitglied Amy
Perry mit ihrem im Gegensatz zu den Vorgängerinnen lyrischen, hellen
("weissen") Sopran kommt als Leadstimme zwar erst in zwei Tracks
zum Zug, doch zeigt sie schon jetzt eine Vielseitigkeit und Intensität,
die zum Stil des Trios passt. – Sorgfalt legte Selah nicht nur in jeden
Ton, sondern auch in die Gestaltung des CD-Booklets, in dem einige der
Mitwirkenden ihre persönliche Beziehung zum gewählten bzw. selbst
geschriebenen Lied beschreiben.

Fazit: Wer Duette, Balladen und Inspirationals voller Gefühl und
mit Harmonien zum Schwelgen mag, wird hier fündig. "Bless The
Broken Road" ist auch eine ausgezeichnete Geschenkidee!
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