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 Michael
W. Smith
"worship"

( 2001 Reunion Records / Gerth
Medien )
Seit ca. fünf Jahren schwirrt Michael
so eine CD im Kopf herum: Anbetungstexte kombiniert mit moderner Popmusik
und einem riesengroßen Chor, verbunden in einer Live-Aufnahme. Nicht nur
begünstigt durch den aktuellen Lobpreis-Trend, war nun endlich die Zeit
reif für "worship".

Doch Smitty wäre nicht Smitty - seit fast 20 Jahren als Musiker aktiv!
- wenn er's nicht auf seine ganz eigene Art verwirklichen würde:
Was das Projekt musikalisch von Fließband-Produktionen à la Soul
Survivor oder Integrity unterscheidet, ist die Aufnahme- und Klangqualität
sowie die musikalische Abwechslung. Durch den Allstar-Chor (es sind nur
die bekanntesten christlichen Interpreten dabei, z.B. Cindy
Morgan, Out Of Eden, Chris
Rice, Amy Grant, Plus
One etc.) und die akustischen Instrumente bekommt die Scheibe Seele
und Niveau. Wie nicht anders zu erwarten, begeistert uns Herr Schmidt
wieder an seinem Klavier - es ist wie immer ein Genuß!
Wer es nicht glauben will, aber diese CD rockt auch richtig ab, der Einsteiger
"forever" (Original von Chris Tomlin)
und der Paul Baloche-Klassiker "open the eyes of my heart" (# 5) sind
zum Mitklatschen und -tanzen gedacht.
Höhepunkt und bester Song des Albums ist für mich das Lied "Agnus Dei".
Diese neue Version des Originals vom 1990er Album "go west young man"
ist ein echter Ohrenschmaus und hat auch den besten Text der CD. Es ist
eines der wenigen Lieder, die Michael komplett selbst schrieb (Musik und
Text). Instrumentierung und Sologesang sind einfach wunderschön!
Als Bonus-Titel zur herausragenden Live-Aufnahme gesellen sich zwei neue
Studiowerke. Zum einen ist da der von seiner Frau Debbie getextete Song
"purified" (# 12). Für mich ist es das zweite Highlight der Scheibe. Am
Ende erklingt mit der Studioversion von "above" ein würdiger Abschluß
einer grandiosen CD.

Zu kritisieren gibt es, daß das Intro (vorgelesen wird Psalm 57,7 + 9-11)
im ersten Titel integriert ist, und somit nicht übersprungen werden kann.
Außerdem finde ich es nicht schön, daß beim Lied "awesome God" (der Rich
Mullins-Klassiker...) nur der Refrain mehrmals wiederholt wird. Wo
sind die Strophen geblieben, die ja erst den wahren Sinn des Titels ausmachen?

Die Liedertexte von "the heart of worship", "draw me close", "turn your
eyes upon Jesus", "open the eyes of my heart", "breathe" und "let it rain"
werden dem CD-Titel insofern nicht gerecht, als das es sich hier eigentlich
nicht um "Praise & Worship" handelt. Im Sinne des Lobes der Wundertaten
und Eigenschaften Gottes können sie nicht eingeordnet werden, es sind
viel mehr intime Bitten an Gott bzw. an den Heiligen Geist (was nicht
biblisch ist!). Gottes Größe, Macht, Gnade und Liebe wird in den restlichen
Songs gepriesen. Es sind bewegende Lobgesänge.
Wieder einen Spitzentext findet man bei dem schon erwähnten "purified",
das von Heiligung spricht. Debbie Smith ist eine äußerst begabte Dichterin;
sie begeisterte ja bereits auf den ersten Alben ihres Mannes mit der gelungen
Textarbeit. Ich wünsche mir sehr, daß es dieses Lied ins Stammliedgut
der Gemeinden schafft!

Fazit: So und nicht anders stelle ich mir eine professionelle Lobpreis-Aufnahme
vor. Smitty und Kollegen führen die Szene praktisch vor und geben hiermit
ein Beispiel wie Worshipmusik heute aussehen kann.
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