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Michael W. Smith - ''christmastime''Michael W. Smith
"christmastime"

   ( 1998 Reunion Records / Gerth Medien )

Überraschend brachte Michael neun Jahre nach seinem ersten Weihnachtsalbum bereits wieder ein solches heraus, diesmal produziert von Brown Bannister. Eines, das ganz anders ist als die bekannten, jedes Jahr vom Himmel regnenden Ami-Xmas-Scheiben. Eines, das durch eine unerwartete Anzahl an Stilen erstaunt. Und durch eine große Anzahl an Gastsängern oder -musikern.
Zu hören gibt's auf "Christmastime" zwölf Songs, von denen drei Medleys darstellen, was sich zu insgesamt 16 verschiedenen Titeln summiert. Der Sound ist typisch amerikanisch-weihnachtlich, was bedeutet, daß er zum einen wunderschön und absolut passend ist, um auf Weihnachten einzustimmen. Zum anderen ist er auch so, was manche als "kitschig" bezeichnen würden (siehe auch die Booklet-Fotos...), allerdings paßt auch das zur CD - und warum darf es nicht einmal im Jahr kitschig zugehen?
Ein Großteil der Musik ist vom renommierten London Session Orchester eingespielt, was dem Ganzen einen emotionsreichen bis pompösen Charakter verleiht. Auffallend ist, daß MWS viel singen läßt, d.h. nicht nur im Background, sondern auch "richtig". So sind einige Stücke vom American Boychoir gesungen, einen Titel singt Smittys Tochter Anna ganz alleine, der Hollywood Presbyterian Choir wirkt mit, Sandy Patti erklingt in einem Duett mit Michael und in den BGV's, die man überhaupt nicht richtig beschreiben kann, weil sie so genial sind, trällern u.a. Lori Wilshire (vom gleichnachnamigen Duo), Wayne Kirkpatrick, Chris Rodriguez und Lisa Cochran, letztere Sängerin kann man quasi als Nashville-Synonym für soulige, umwerfende Vocals betiteln. Doch trotz allem klingt der Sound noch nach "unserem" Michael W. Smith.
Zu hören gibt's alte wie neue Weihnachtslieder: Das ruhige und leicht jazzige "The happiest Christmas" von 1969 macht den Anfang. Es folgt "Jingle bells" (von 68), das mit einem schnellen, knalligem Sound, kratzigen Backings und Hörnern (!) prima Weihnachtslaune verbreitet, ähnlich den alten Disney-Filmen (do you remember?). Hierbei und natürlich auch beim "Christmas waltz" (von 54) will man einfach nur tanzen. Doch neben diesen alten Klassikern gibt's auch neues Material, wo natürlich auch die eigentliche Weihnachtsbotschaft nicht fehlt: So in der träumerischen Ballade "Christmastime", geschrieben von MWS und Joanna Carlson, und in Chris Rice's "Welcome to our world", das durch seine kindliche, für Chris typische Einfachheit besticht. Einen Knaller liefert Michael mit seinem 83 selbstgeschriebenem "Emmanuel" ab, einem gospeligen Worship-Song mit wenig Text, aber viel Inhalt. Desweiteren gibt es noch "Away in a manger", das in "Child in the manger" umschwingt, und die beiden nur vom Knabenchor dargebotenen Titel "Sing we now of Christmas" und "Carols sing".
So wie auf den letzten Solo-Alben auch (hinweisend auf das Instrumental-Album), dürfen auch auf einem Weihnachtsalbum keine Instrumental-Tracks fehlen: Neben dem selbstkomponierten "Hope of Israel", das zugleich melancholisch und hoffnungsvoll klingt, gibt es auch Bekanntes wie "O come O come Emmanuel" (nur mit Bläsern) und "O Christmas tree", bei dem Phil Keaggy die Lead-Gitarre spielt. Außerdem gibt es den Piano-Titel "We three kings" und ein ungewöhnlich gut zusammenpassendes Abschlußmedley aus "Joy to the world" und "I saw three ships", das Smittys Faible für keltische Musik beweist.
Bei soviel Verschiedenheit ist es sicher unvermeidbar, daß die CD "innere Geschmackskonflikte" hervorrufen wird, z.B. mag ich die Titel mit fetzigen BGV's am liebsten. Doch zwei Sachen sind klar: "Christmastime" ist eine hochqualitative Produktion und eine super Gelegenheit, an typischem Ami-Weihnachten bzw. der dazugehörigen Musik teilzuhaben. Daran verdirbt auch ein bescheuertes Cover-Bild nichts.


—Michael Jung für CCM-Rezis, Dezember 2000

Daten:
12 Titel / 45 Min.
Musikstil: Weihnachts-Pop, Instrumentals
Label(s): 1998 Reunion Records, USA / Gerth Medien, Asslar
Website: http://www.michaelwsmith.com

Wo kaufen?:
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weitere CDs - siehe Michael W. Smith-Künstlerseite >>
 


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