Joss Stone - ''mind, body + soul''Joss Stone
"mind, body & soul"


   ( 2004 S-Curve / EMI / 'Plattenläden'; online )

Joss Stone hat die Musikszene mit ihrem Debütalbum "the soul sessions" (2003, S-Curve) begeistert: zehn Coverversionen von Soul-Klassikern hat sie als 16jährige so interpretiert, wie das wohl niemand erwartet hätte. Damit hat sie das ganze Northern-Soul-Genre wiederbelebt und für echte Aufbruchstimmung gesorgt. Und sie hat sich in eine hervorragende Ausgangsposition versetzt, kann jetzt als 17jährige eine zweite CD vorlegen mit vielen künstlerischen Freiheiten.

...was sie auch gemacht hat: "mind, body & soul" überzeugt vom ersten bis zum letzten Ton mit handgemachtem Soul der alten Schule, nur eben mit modernen Mitteln eingespielt bzw. produziert. Die Liebe zu diesen Klängen hat sie von ihrer (Hippie-) Mutter geerbt. Das "blonde Gift" aus Großbritannien wurde quasi über Nacht mit ihrer Stimme und ihrem Feeling für diese Art von Musik zu einem weltweiten Exportschlager. Ähnlichkeiten mit der jungen LeAnn Rimes drängen sich förmlich auf.

Auf ihrer zweiten CD in weniger als einem Jahr (!) hat sie bei vielen Liedern mitgeschrieben, manche sogar schon ganz allein! Unterstützt wurde sie bei den Aufnahmen von etlichen angestammten Musikern, Sängern und Produzenten aus der Musikszene. Trotzdem trägt der Sound unverkennbare ihre Handschrift, denn sie hat eine genaue Vorstellung von dem, was sie mit ihrer Musik will. Die Musik besticht durch hohe Eigenständigkeit und ihre handgemachte Qualität. Kein überproduzierter Soul-Pop, sondern eher "Soul-Rock'n'Roll". Alle Songs haben denselben hohen künstlerischen Anspruch und bieten dennoch teilweise echte Hit-Qualitäten, wie etwa die erste Single-Auskopplung "you had me" (# 3), das Reggae-beeinflußte "less is more" (# 6) oder die Ballade "spoiled" (# 4).

Inhaltlich gibt es keine Ferkeleien zu lesen, wie heutzutage fast schon üblich in der HipHop-beeinflußten Soul- und R&B-Szene. Joss singt lieber niveauvolle Liebeslieder auf hohem, aber jugendfreien Niveau. Sex als Marketing-Mittel für ihre Musik lehnte sich bewußt ab. Auch diese lobenswerte Einstellung macht ihre Platte für ein breites Publikum sehr reizvoll.

Fazit: Musikalisch absolut überzeugend und eigenständig bietet die vorliegende CD eine Stunde lang entspannende Soul-Musik, der man gern aufmerksam zuhört. Handgemachte Qualität setzt sich eben doch durch! Hinzu kommt das stimmliche Ausnahmetalent einer jungen Sängerin, der die Musikwelt sicher noch lange zu Füßen liegen wird. - "Mind, body & soul" ist eine echte Kaufempfehlung auf dem säkularen Herbstmarkt 2004!


—David Decker für CCM-Rezis, Oktober 2004


in "amm (all my music)" Oktober 2004:
»Die Definition von modernem Soul

"Für mich persönlich ist 'Mind, Body & Soul' mein wirkliches Debüt", erklärt Joss Stone. Die 17-jährige Sängerin aus Devon, England, mag damit überraschen, doch schon mit ihrem ersten Album 'The Soul Sessions' wurde sie ob ihrer kostbaren neuen Stimme überschwänglich gefeiert.

Das beste Mittel, um gegen musikalischen Verdruss erfolgreich anzusingen, ist eine Stimme wie sie die junge Sängerin Joss Stone besitzt. Als sie im Frühjahr bei uns ihr erstes Album 'The Soul Sessions' vorlegte, waren Musikpresse und Publikum gleichermaßen begeistert. Mit beeindruckender Leidenschaft und mit intuitiv perfektem Stilempfinden präsentierte sie feinsten Southern-Style-Soul, der sich einfach nur genussvoll ans Ohr drückte.

Dabei sollte das Album, dass sich innerhalb kürzester Zeit weltweit über zwei Millionen Mal verkaufte, in UK Platin und in Deutschland sowie den USA Gold einfuhr, noch gar nicht ihren Karrierestart markieren. "Ich hatte das gar nicht so geplant", spielt die 17-jährige Soul-Diva lachend herunter. "Aber die Leute wollten einfach nicht aufhören, dieses Album zu kaufen." Kein Wunder, fühlten sie sich von der ungewöhnlichen Auswahl selten gewordener Soulperlen magisch angezogen, andere wiederum vom starken Airplay ihres ersten Videos "Fell In Love With A Boy". Nicht minder prickelnd sind ihre aufregenden Shows, bei denen Joss so viel Natürlichkeit ausstrahlt, dass man ihrem modernen Soul-Sound im Old-School-Gewand auch tatsächlich die Seele spürt. Für die Engländerin schien es jedenfalls das Selbstverständlichste der Welt zu sein, dort oben zu stehen und einfach loszusingen.

Die dynamische und selbstsichere Darbietung auf ihrem neuen Album 'Mind, Body & Soul' toppt jedenfalls den schon furiosen Erstling. Von der ersten Single-Auskopplung, dem fiebrigen "You Had Me", zum verspielten Dance-Track "Don't Cha Wanna Ride" bis zur leidenschaftlichen Soul-Rock-Ballade "Killing Time" kann man sich kaum vorstellen, dass Joss nie zuvor mit einer Band vor einem Live-Publikum aufgetreten war, geschweige denn ein Album aufgenommen hatte, als sie ihren ersten Plattenvertrag beim amerikanischen S-Curve-Label unterschrieb.

"Ihre unglaublich ausdrucksstarke Stimme ist ein gottgegebenes Geschenk. Sie ist voller Soul und Energie und dabei extrem gefühlvoll", befindet die amerikanische Soulsängerin Betty Wright, die Co-Songschreiberin, Mentorin und Gesangs-Arrangeurin von Joss Stone ist. "Ich denke, mein Gesang ist auf dem neuen Album um vieles besser. Deine Stimme kann nicht mehr dieselbe sein, wenn du einmal angefangen hast, so oft live zu singen, wie ich es im letzten Jahr getan habe", konstatiert die junge Soul-Diva. An 11 der 14 Songs hat sie mitgeschrieben, zusammen mit Hit-Autoren wie Lamont Dozier und Desmond Child. "Ich hatte viel mehr Vertrauen in mich, als ich es noch vor einem Jahr hatte", stellt sie stolz fest.

Der ergreifende Opener "Right To Be Wrong" und das ätherisch groovende "Jet Lag" wurden von Joss und ihren Musikern direkt in Echtzeit aufgenommen. Am liebsten hätte sie alle Songs live eingespielt, aber sie musste zwischen den Aufnahme-Sessions immer wieder live auftreten und so war es leider nicht möglich, so weiterzumachen. "Wenn du dir allerdings die einzelnen Stücke anhörst, klingt das, was meine Musiker da spielen, immer noch sehr vital. Da ist nichts überproduziert und nicht besonders viel daran rumprogrammiert worden", befindet Joss.

Das bewährte Produzenten-Team, bestehend aus Steve Greenberg, Betty Wright und Michael Mangini, hat bis auf drei Songs das neue Album gestaltet, das in New York und in Miami aufgenommen wurde. Wiederum mit von der Partie waren die Soul-Legenden aus der großen Zeit des Miami-Soul, Gitarrist Willie "Little Beaver" Hale, Pianist Benny Latimore und Organist Timmy Thomas. Und eine Reihe weiterer, großartiger Künstler wie die Drummer Cindy Blackman und David "Jody Hill", Portishead-Sängerin Beth Gibbons, der ehemalige Chic-Gitarrist Nile Rodgers sowie ?uestlove (The Roots) und Angie Stone brachten zusätzlichen Glanz in die neuen Songs. Joss Stone ist es zufrieden: "Es ist immer sehr viel los. Aber ich mag das – es ist aufregend. Und das Singen macht mir Spaß, es ist einfach fantastisch."«

—amm, 10/2004
Hinweis: Hier dargelegte Meinungen von Gastautoren müssen nicht die Meinung der CCM-Rezis-Redaktion wiedergeben.

Daten:
14 (15) Titel / 59 Min.
Musikstil: Soul-Rock
Label(s): 2004 S-Curve Records, GB/USA / EMI Music Germany GmbH & Co.
               KG, Köln / 'Plattenläden'; online
Website: http://www.jossstone.com  /  deutsche Site
 


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