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 Kenny
Rogers
"the gift"

( 1996 Magnatone, Word Nashville
/ bv-music )
Nashville. Dieses Stichwort genügt, und die Phantasien
und Vorurteile werden ihren Lauf nehmen. Nennt man noch Kenny Rogers dazu,
würde wahrscheinlich in Deutschland bzw. Europa die Richtung gleich noch
mehr Richtung "Schnulzensänger" oder so was gehen. Ok, das kann und darf
man sicher alles denken. Allerdings vergißt man dann, daß dieser Country-beeinflußte
Rock´n´Roll die amerikanische Volksmusik ist und daß man Kenny einfach
mögen "muß", weil er die verschiedenen Klischees so gut bedienen kann.
Eigentlich ist er ja mehr in der säkularen Nashville-Country-Szene zu
Hause, doch Mitte der 90er Jahre machte er parallel dazu einen kurzen
Ausflug in den christlichen Musikmarkt. Los ging's mit diesem Weihnachtsalbum
hier. "The gift" erfreute bereits durch die nette Verpackung - denn das
Auge genießt ja bekanntlich mit (Klarstellung: "gift" bedeutet Geschenk
und hat nichts mit der Bösartigkeit vom deutschen Wort 'Gift' zu tun!).
Die ganzen traditionellen Weihnachtslieder wurden alle in ein Medley verpackt,
und rauben so nicht den ganzen Platz auf der Platte. Reserviert wurde
der nämlich für acht neue bzw. seltenere Lieder zur festlichen Jahreszeit.
"Mary, did you know" ist ein Duett mit Wynona und was zum Dahinschmelzen...
Schön auch, das Lied "sweet little Jesus boy" hier zu hören, daß einigen
Lesern sicherlich schon von Rebecca St. James bekannt ist. Weiterhin gibt
es auch etliche Neukompositionen zu hören.
Inhaltlich erzählen die Texte im Prinzip die ganze Weihnachtsgeschichte.
Sie verschweigen auch nicht, daß Jesus der verheißene Messias ist und
sprechen von der Rettung in Jesus und fordern zu mehr Vertrauen (bzw.
Glauben) heraus. Der letzte Song ("'til the season comes 'round again",
# 9) spannt den Faden hinüber zum Beginn des neuen Jahres und läßt in
weiter Ferne bereits ein nächstes Weihnachtsfest erahnen.
Positiv zum Album anzumerken ist, daß alle Liedtexte mit abgedruckt sind,
auch von den "Raritäten" - so kann man schön mitsingen und in aller Ruhe
die Botschaft herausfiltern. Problematisch erscheint mir, warum ausgerechnet
Kenny diese äußerst frommen Lieder singt, der doch sonst eher im "Love-Song-Milieu"
zu Hause ist. So ganz glaubwürdig kommt die CD deshalb nicht rüber, trotz
der vielen herausfordernden Aussagen zu Jesu Geburt und den sich daraus
ergebenden Konsequenzen für uns.
Fazit: Wer's ruhig und besinnlich zu Weihnachten mag sowie eine Vorliebe
für den eigentümlichen Nashville-Sound mitbringt, sollte sich dieses Album
organisieren.
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