|
 Pickup
The Harp
"destination"

( 1998 Pleitegeier Records / Asaph
Musik; online )
Pickup The Harp ist eine echte Rarität: eine reinrassige
Bluesband aus Deutschland, die noch dazu was mit
dem christlichen Glauben zu tun hat. So etwas findet man nicht alle Tage.
Noch verschärfter wird es, wenn man dann erst mal den Sound anstellt.
Das 1997er Debütalbum "destination" (dt. "Schicksal"
oder "Ziel") begeistert durch absolut hohe musikalische Qualität,
die man nicht so oft in der frommen deutschen Szene findet.

Das Karlsruher Trio mixt verschiedene Elemente in seinen Sound ein, welche
vom typischen Blues, über Folk, Alternative-Rock, Bluegrass, Rhythm
& Blues sogar bis hin zu Akzenten aus dem Spiritual/Gospel reichen.
Nicht zu vergessen die Stimme von Sänger Markus Knab, die wirklich
viel "Soul" rüberbringt. Die Experten sagen zu dem Ergebnis
dann auch schon mal 'Akustik-Blues' oder 'Chicago-Blues'.
Wichtig ist auf jeden Fall, daß alles handgemacht ist. Viele der
Stücke auf dieser CD wurden sogar live eingespielt, was auch bei
der Atmosphäre – es "knistert"! – spürbar
ist. Richtig erdig wird die Musik durch die Slide-Gitarre und die Blues
Harp, wobei von letzterer immer wieder herrliche Soli zu hören sind.
Abgerundet wird alles durch erstklassige Schlagzeug- und Percussion-Arrangements.

Fünf der dreizehn Lieder sind Instrumentals, welche sehr intensiv
das handwerkliche Können der Vollblutmusiker hervorheben. In den
restlichen acht Stücken tragen auch die gehaltvollen Texte zum positiven
Gesamteindruck bei. Es geht um Gott, der Freiheit von Schuld bringt, aber
auch die trüben Tage des Lebens, wenn man auf der Suche nach dem
Sinn und der Hoffnung ist. Wie könnte man da seine Gefühle besser
verarbeiten als im Blues? Pickup The Harp covern hier zwei alte Spirituals,
eines von Rev. Gary Davis ("banks on the river", # 6) und eines
von Keb' Mo' ("hand it over", # 3). Doch auch die eigenen Songs
stehen diesen in nichts nach. Am Ende ist immer das Fazit: Bring die Probleme
dem Herrn, knie nieder und bete. Gott ist das Ziel und Schicksal des Lebens.

Fazit: Diese CD ist ein "Muß" – wer auf authentische,
handgemachte Musik abfährt, kommt an diesem genialen Album nicht
vorbei. Wie das "Schicksal" eben so bluest, ähem, spielt...
|