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 Projekt
/ Verschiedene
"Passion: hymns ancient & modern - live
songs of our faith"

( 2004 sixstepsrecords/Sparrow
/ Gerth Medien )
Vom sogenannten 'Passion'-Netzwerk erschienen bisher "nur"
Live-CDs und DVDs/ Videos mit moderner Worship-Musik. Namen wie Chris
Tomlin, Charlie Hall oder auch
die David Crowder Band bringt man mit dieser
Veranstaltungsreihe in Verbindung. Nun legt diese 'Jugend- und Musikbewegung'
erstmals ein Hymnen-Projekt vor, wo viele bekannte und einige neue Kirchen-/
Gemeindelieder im Modern-Rocksound live neu eingespielt wurden. Produziert
hat das Projekt kein geringerer als Nathan Nockels von Watermark.
Er tritt inzwischen fast mehr als Produzent in Erscheinung denn als Songschreiber
und Musiker. Dafür gehört er aber inzwischen auch mit zu den anerkanntesten
Reglermeistern der christlichen Musikszene in Amerika.

"Hymns: ancient & modern" ist kein typisches
Hymnenprojekt - keine süßlichen, einschläfernden Balladen, wie vielleicht
einige Zyniker erwarten würden..., nein, treibende Rocksounds, mehrstimmiger
Backgroundgesang, oftmals sehr rau und wirklich live (teilweise mit Ansagen)!
Das werden manche Liebhaber dieser legendären Kirchen- und Gemeindehymnen
schlecht verschmerzen, doch so könn(t)en die Lieder einer entkirchlichten
Jugend vielleicht erstmal mehr vermitteln?!? Auf Dauer können solche neuen
Versionen jedoch auch ermüden: Ihnen fehlt schlichtweg die nötige "Tiefe".
Pures drauflos-Rocken kann irgendwann ausgelutscht sein. Gut, das wird
letztlich eine Geschmacksfrage sein und bleiben, auf jeden Fall sind die
Arrangements hier wirklich neuartig!

Inhaltlich soll offenbar versucht werden, eine Verbindung zwischen den
Liedern der Erweckungsbewegungen zwischen dem 16. bis 19. bzw. frühen
20. Jahrhundert einerseits, sowie der sogenannten "Lobpreisbewegung" nach
dem 2. Weltkrieg andererseits, herzustellen. Dies ist jedoch nicht richtig
gelungen: die alten Lieder sind "zu neu" gemacht, die paar neuen haben
keine "alten" Elemente. Die CD bietet so keine Einheit, es fehlt
der rote Faden. Teilweise wirkt sie wie runtergespult, auch wenn sie musikalisch/
geistlich sehr mitreißende Passagen aufweist.

Meine Anspieltips sind "praise to the Lord, the Almighty" (# 4), welches
am ehesten neu mit alt verschmilzt. Christy
Nockels singt sehr schön die Solostimme und die Backgroundvocals wurden
gut dazu abgestimmt. Im selben Reigen macht "fairest Lord Jesus" (# 12)
ebenfalls eine ausgezeichnete Figur" - was doch Rhythmuswechsel und poppigere
Instrumentierung manchesmal für "Wunder" wirken ;-) Als ein Negativbeispiel
möchte ich "father, let me dedicate" (# 5) anführen: ein typisches Redman-Stück,
mit zig Wiederholungen, einem kreischend-antreibenden Leier-Gesang und
einem simplen Text, der wenig ansprechend ist (eher abschreckend...).

Die Texte sind erfreulicherweise alle im Booklet enthalten. So kann man
in aller Ruhe die alten, tiefgehenden, geistlich sehr wertvollen Dichtungen
mitlesen und "studieren". Geht es musikalisch teilweise lustig durcheinander,
gibt es inhaltlich doch einen Grundbaustein, der alles gerade noch zusammenhält,
nämlich den Untertitel "live-Lieder von unserem Glauben" - damit können
sich sowohl "Traditionalisten" als auch "Moderne" identifizieren...

Fazit: Hier erklingt ein modernes Anbetungsalbum mit alten Wurzeln. So
weit, so gut, denn es ist ein zwiespältiges Werk, dem der rote Faden fehlt.
Die künstlerische Leistung erreicht nur in Ansätzen zu würdigende Qualität;
was kaum am Produzenten liegen dürfte, sondern eher an der Live-Atmosphäre
sowie dem verbreiteten Unvermögen von vielen Lobpreisleitern sich diesem
traditionellen Liedgut "richtig" zu nähern. Ich kann nur auf einen ausgiebigen
Reinhörtest verweisen, denn diese Platte scheint ziemlich zu polarisieren...
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