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Andrew Peterson - ''Andrew Peterson presents: behold the lamb of God - the true tall tale of the coming of Christ''

Andrew Peterson
"Andrew Peterson presents: behold the lamb of God - the true tall tale of the coming of Christ"


   ( 2004 Andrew Peterson/independent / Fervent
           Records / Free Records Music; online )

»Die Strafe lag auf ihm zu unserm Frieden, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden ... Er wurde mißhandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf wie das Lamm, das zur Schlachtung geführt wird, und wie ein Schaf, das stumm ist vor seinen Scherern.«
~ Jesaja 53,5–7

Eine umfassende Weihnachtsgeschichte in Liedern

Es ist wieder die Saison, da von allen Seiten Weihnachtsmusik auf den Markt geworfen wird. Die Mehrzahl darunter bringt die Kassen mit süsslichen Klischees über das Christkind, Santa Claus, Tannenbäume, Schneeflocken und Engelkinder zum Klingeln. Ganz anders das Album "Behold The Lamb of God – The True Tall Tale of The Coming of Christ" von Andrew Peterson, das in Liedern den biblischen Bericht über Jesu Geburt nacherzählt. Seit mehreren Jahren führt der Singer-Songwriter aus Tennessee zusammen mit Musikerfreunden wie Jill Phillips, Sandra McCracken, Derek Webb, Phil Keaggy, Fernando Ortega und Ben Shive in der Weihnachtszeit dieses "wahre Märchen" (so der Untertitel) auf. Es beginnt nicht erst kurz vor dem Stall in Bethlehem, sondern bei den Weissagungen im Alten Testament, die einen Messias, einen Erlöser, ankündigen. Andrew Peterson, der seit je grosse Sorgfalt auf seine Liedtexte verwendet, dichtete packend und anschaulich – oft auch humorvoll. Seine mal besinnlichen, mal beschwingten Songs und die dazwischengestreuten Instrumentalversionen bekannter Weihnachtslieder verraten einmal mehr die Prägung durch Rich Mullins' Folk-Rock. Auch hier lebt der Sound von viel Akustikgitarre, pulsierenden Rhythmen, Hammond-Orgel, Lap-Steel, Mandoline, Violine, Akkordeon, Hackbrett, Dobro und dergleichen. Aber auch ein Streichorchester ist im Einsatz.

Klagegesänge im Zeitalter des Gesetzes

In der ersten Hälfte werfen Andrew Peterson und seine Mitsänger einen Blick zurück auf das Zeitalter des Gesetzes, auf das Volk Israel und dessen Beziehung zu Gott, um daraus die mit Jesu Tod auf Golgatha angebrochene Zeit der Gnade zu erklären. "Passover Us" (# 2) erinnert eindrücklich an die Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten, die Bedeutung des Lammblutes am Türpfosten in jener Nacht der zehnten Plage, an das Passahfest und die von Hohepriestern immer wieder dargebrachten Schlachtopfer – und bereitet die Zuhörer damit auf das Jahrhunderte später stattfindende einmalige Opfer des Sohnes Gottes vor, das diese priesterlichen Handlungen ablösen und Vergebung erwirken wird. Die Bücher Mose und Könige sowie die Propheten zeigen ein Volk, das zwar Gottes Führung direkt erleben durfte, aber nach einem sichtbaren, menschlichen König schrie: "So long, Moses" (# 3) wirft daher Schlaglichter auf Josua, die Könige Saul und David, um dann wiederum auf den "Friedensfürsten" vorauszuweisen.

Sandra McCracken, Derek Webb und Andrew Peterson im Weihnachtskonzert 2004 Sanft-traurig malt Derek Webb in "Deliver Us" (# 4) die ganze Last des Gesetzes vor Augen. Immer wieder fliessen Zitate aus der Bibel in die Lieder ein: Jesajas Beschreibung des Schmerzensmannes; Michas Voraussage, dass der Herrscher über Israel aus Bethlehem kommen werde; die Klage über Jerusalem nach Matthäus 23,37; der Hinweis von Johannes dem Täufer auf das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt. Und wer hat schon eine so packende Aufzählung des Stammbaums Jesu nach Matthäus 1 gehört (# 5 "Matthew's Begats")?

Jubel in der Gnadenzeit

Die Rollen von Josef, Maria und dem Heiligen Geist in Gottes Heilsplan beschreiben einfühlsam "It Came To Pass" (# 7) und "Labor of Love" (# 8, anrührend gesungen von Jill Phillips). Wenn das anbetungsvolle "Behold The Lamb of God" (# 11) und das hypnotische Stimmengewirr in "The Theme Of My Song" (# 12) unter Mitwirkung aller Musiker und Sänger zum Schluss erklingen, dürfte wohl jeder (Englisch verstehende) Zuhörer erkannt haben: An unserem Weihnachtsfest geht es nicht einfach um Lichter und Geschenke, sondern um DAS Licht der Welt und DAS Liebesgeschenk, das Gott der Welt in seinem Gnadenangebot gemacht hat. Das Kind in der Krippe ist der Erlöser der Welt, das Lamm Gottes: »So singt voller Freude über diesen tapferen kleinen Knaben, der Gott war, aber sich selbst erniedrigte. Er gab seinen Stolz auf und kam hierher, um zu sterben wie ein Mensch. Darum hat Gott ihn hoch erhoben und ihm einen Namen verliehen, der über jeden Namen ist. Das ist der Name Jesus, Gottes Sohn.« (# 1 "Gather 'Round Ye Children, Come")

Fazit: Ich kenne kaum ein anderes Musikalbum, das sich so auf Weihnachten und die Bedeutung des Heilands konzentriert und so tief geht. Beim ersten Anhören mögen die Lieder von Andrew Peterson in manchem Ohr vielleicht zu wenig spektakulär, zu folkig klingen. Doch wo andere mit Rührseligkeit, Kitsch und Lametta zu Werk gehen und in eine vorübergehende festliche Stimmung versetzen, verankern diese Lieder das lebensverändernde Wort Gottes selbst in den Herzen.

Die neue Live-Konzert-DVD von ''BTLOG'' (2005) ...

Tipp: Wer "Behold The Lamb Of God" selber aufführen möchte, erhält über APs Website Songbooks, Streicherpartituren und Begleit-CDs. In den Staaten ist zudem eine Live-Konzert-DVD erhältlich, bei der u. a. Andrew Peterson, Pierce Pettis, Phil Keaggy, Jill Phillips, Derek Webb, Sandra McCracken, Andrew Osenga, Ben Shive und Phil Madeira mitgewirkt haben.


—Monica Seidler für CCM-Rezis, Dezember 2005


Es begab sich aber zu selbiger Zeit, daß die volle Begebenheit daselbst einer weiteren Musterung unterworfen wurde.

Andrew Peterson -- ''BTLOG'' live 2005 ..."Siehe, das Lamm Gottes! - Das wahre Märchen des Kommens Christi.", so in etwa liest sich der eingedeutschte Titel dieser CD. Von Andrew Peterson wird sein Werk, daß fünf Jahre in der Entstehung war, als etwas bezeichnet, daß eine Geschichte erzählt, DIE Geschichte! Man sollte sich also nicht die kostümierten Musical-Teile vorstellen, die zu bestimmten (Jahres-) Zeiten Kirchenräume ausfüllen. Vielmehr ist "behold the lamb of God" (BTLOG) als ein Konzert geschrieben, nur aus Liedern bestehend, ohne gesprochene Passagen. Weihnachten beginnt nicht mit der Geburt von Jesus, sondern viel früher. Die gesamte Bibel handelt von Jesus, also beginnt Weihnachten schon im Alten Testament der Bibel. Eben dieses Anliegen wollte der Künstler nach eigenen Aussagen auf BTLOG vermitteln. Petersons einzigartige Stimme paart sich dabei mit wunderschön gedichteten Versen über das Geschehen des ersten Weihnachten und der Ereignisse, welche zu ihm führten. Für mich klingt er hier stimmlich genauso wie auf seinem Label-Erstling "carried along". Beide Platten passen, wie ich finde, irgendwie klasse zusammen. Beide wird man erst nach längerer Beschäftigung mit ihnen "entdecken"!

Andrew Peterson & Ensemble  -- ''BTLOG'' live 2004 ...Befreit von etwaigem Weihnachtskitch vermischen sich in den unglaublichen Arrangements folkige Elemente mit Klassischen. Die zarten Melodiebögen, nicht nur der Hooklines, bilden akustischen Hochgenuß. Produziert wurde der Opus von Ben Shive, Andrew Osenga sowie Andrew Peterson, unter Mitwirkung zahlreicher musikalischer Gäste, so unter anderem Sandra McCracken, Randall Goodgame, Phil Madeira, Jeremy Casella, Gabe Scott, Steve Hindalong, Amanda & Jonathan Noel, Todd Bragg (Caedmon's Call) - plus zwei besonderen Musikern, die weiter unten berechtigte Erwähnung finden.

Alle Lieder sind mit Bibelstellen im Booklet angegeben. Sehr zentrale Verse, die ein "rundes" Gesamtbild ergeben. Neben den Texten finden sich im Beiheft - ausgehend vom Coverbild - wunderschöne Verbildlichungen von Evie Coates zu den besungenen Themen. Erfreut hat mich bei Peterson, daß er nicht nur eine biblisch-theologische Einkreisung vornimmt, sondern auch eine persönliche Ebene bedient, ebenso wie eine Historische.–Hier nun eine mehr oder minder ausführliche Würdigung der einzelnen Akte:

Andrew Peterson & Ensemble  -- ''BTLOG'' live 2005 ..."Gather 'round, ye children, come" lädt den Hörer ein, sich hinzusetzen und der Geschichte von Jesus zu lauschen. Hintergrund des Stückes ist die bezeichnende Gesinnung des Gottessohnes (vgl. Philipper 2,6-11), der aus Demut in die Niedrigkeit Seiner eigenen Schöpfung kam. In "passover us" wird das jüdische Passah besungen, welches seine Bedeutung in der englischen Sprache zudem schön preisgibt: 'gehe an uns vorüber' - wie einst der Todesengel an den mit makellosem Lammesblut bestrichenen Türpfosten der Häuser. Und "so long, Moses" beschäftigt sich mit den symbolischen und prophetischen Vorausbezeugungen der jüdisch-biblischen Geschichte, welche auf Jesus hindeuteten. Das von Derek Webb interpretierte "deliver us" drückt den Geist der (jüdischen) Messiaserwartung sowie dem menschlischen Bedürfnis nach Rettung aus. Zwar etwas mehr mit altestamentlicher Inhaltsschwere, doch eigentlich nach Matthäus 23,37 vertont.

Andrew Peterson & Ensemble  -- ''BTLOG'' live 2004 ...Die eigentliche Brücke zwischem Alten und Neuen Testament folgt mit dem als bezauberndes Instrumental arrangierten "o come, o come, Emmanuel".–Im Übrigen hier der Verweis darauf, daß BTLOG eine vortreffliche Darstellung der Einheit von Altem und Neuem Testament der Bibel ist. Wer das bisher nicht so recht sehen mag, hier fällt es einem wie Schuppen von den Augen (Anm.: nicht unähnlich dem "?"-Album des Neal Morse).

Weitergehend im Liederzyklus, darf natürlich das fabelhaft gesungene (!) Geschlechtsregister nach Matthäus 1,1-16 nicht unerwähnt bleiben! Dieses lustige Liedlein sollte man spielen, wenn in Gemeinden wieder mal scharfe Auseinandersetzungen über die Stammbäume toben - dann herzlich lachen und hernach über den Sinn dieser Darstellungen in Gottes Wort nachdenken. Die im Booklet den Lyrics beigefügte Zeichnung zeigt ihn auf: Christus befindet sich in der Darstellung unten - Er ist die Wurzel, weil Sein Ursprung Gott ist! Betrachtet man das Bild von oben, erhält man die biblische Chronologie zurück. Wir sehen so, wie Gott Menschen in Seine Heilsgeschichte und die Menschwerdung Seines Sohnes Jesus Christus ausdrücklich einbezieht. Eine Segenslinie.

Andrew Peterson & Ensemble  -- ''BTLOG'' live 2005 ...Mit "it came to pass" wird in der biblischen (lutherisch-elberfelderischen) "es begab sich aber"-Sprache die Erzählung der Evangelisten Matthäus, Lukas sowie des Propheten Jesaja verknüpft. Wunderbar! In ähnlicher Machart versetzt sich "labor of love" in die Gefühlswelt der jungfräulichen Mutter Maria und stellt die "Geburt/ Wehen der Liebe" dar. Gesungen wird dieses Lied von Jill Phillips, eine passendere Besetzung wie sie, ist hier kaum vorstellbar. Lieblichen Weihrauchduft der Anbetung, übertragen in musikalischen Ausdruck, bringt das Instrumental & Traditional "the holly and the ivy" - 'vom Stechpalmenzweig und vom Efeu' - zu Gehör. Die vielgerühmte Hirtengeschichte aus Lukas 2,8-15 findet in "while shepherds whatched their flock" tönenden Niederschlag. Der Titelsong schwenkt dann unter anderem ins Johannes-Evangelium und besingt Charakter sowie irdische Aufgabe des Gottessohnes, nämlich das neue vollkommene Opferlamm zu werden. Schlußendlich wird mit "the theme of my song/reprise" DIE Geschichte ihrem Finale zugeführt: ein Fest der Anbetung.

Andrew Peterson & Ensemble -- ''BTLOG'' live 2005 ...Fazit: Dieses ganzjährig gut hörbare Konzeptalbum ist ein seltener Edelstein, der den Geist von Weihnachten und das Geheimnis der Geburt Jesu einzufangen versucht. Dabei liegt die Stärke des Projektes in seiner Komprimiertheit: in zwölf Stücken wird hier die Heils- bzw. Weihnachtsgeschichte mit bewundernswerter sprachlicher wie musikalischer Schönheit dargestellt. Andrew Peterson und seinem Ensemble bleibt ebenso wie mir nicht anderes, als auf den Kern zu verweisen, 'Siehe, das Lamm Gottes!'

—David Decker für CCM-Rezis, Dezember 2005

Daten:
12 Titel / 44 Min.
Musikstil: Folk-Rock, Singer/Songwriter - Weihnachtsmusik
Label(s): 2004 Andrew Peterson/Independent, USA / Fervent Records, USA /
               Free Records Music, Witten; online
Website: http://www.andrew-peterson.com  /  bei myspace

Wo kaufen?:
bestellen im Brockhaus-Verlag...

weitere CDs – siehe Andrew Peterson-Künstlerseite >>
 


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