| |
»Die Strafe lag auf ihm
zu unserm Frieden, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden ...
Er wurde mißhandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf
wie das Lamm, das zur Schlachtung geführt wird, und wie ein Schaf,
das stumm ist vor seinen Scherern.« Eine umfassende Weihnachtsgeschichte in Liedern Klagegesänge im Zeitalter des Gesetzes Jubel in der Gnadenzeit
|
|
Es begab sich aber zu selbiger Zeit, daß die volle Begebenheit daselbst einer weiteren Musterung unterworfen wurde. "Siehe,
das Lamm Gottes! - Das wahre Märchen des Kommens Christi.", so
in etwa liest sich der eingedeutschte Titel dieser CD. Von Andrew
Peterson wird sein Werk, daß fünf Jahre in der Entstehung
war, als etwas bezeichnet, daß eine Geschichte erzählt, DIE Geschichte!
Man sollte sich also nicht die kostümierten Musical-Teile vorstellen,
die zu bestimmten (Jahres-) Zeiten Kirchenräume ausfüllen. Vielmehr
ist "behold the lamb of God" (BTLOG) als ein Konzert geschrieben,
nur aus Liedern bestehend, ohne gesprochene Passagen. Weihnachten beginnt
nicht mit der Geburt von Jesus, sondern viel früher. Die gesamte
Bibel handelt von Jesus, also beginnt Weihnachten schon im Alten Testament
der Bibel. Eben dieses Anliegen wollte der Künstler nach eigenen Aussagen
auf BTLOG vermitteln. Petersons einzigartige Stimme paart sich dabei mit
wunderschön gedichteten Versen über das Geschehen des ersten Weihnachten
und der Ereignisse, welche zu ihm führten. Für mich klingt er
hier stimmlich genauso wie auf seinem Label-Erstling "carried
along". Beide Platten passen, wie ich finde, irgendwie klasse zusammen.
Beide wird man erst nach längerer Beschäftigung mit ihnen "entdecken"! Befreit
von etwaigem Weihnachtskitch vermischen sich in den unglaublichen Arrangements
folkige Elemente mit Klassischen. Die zarten Melodiebögen, nicht nur
der Hooklines, bilden akustischen Hochgenuß. Produziert wurde der
Opus von Ben Shive, Andrew Osenga sowie Andrew Peterson, unter Mitwirkung
zahlreicher musikalischer Gäste, so unter anderem Sandra
McCracken, Randall Goodgame, Phil Madeira, Jeremy Casella, Gabe Scott,
Steve Hindalong,
Amanda & Jonathan Noel, Todd Bragg (Caedmon's
Call) - plus zwei besonderen Musikern, die weiter unten berechtigte
Erwähnung finden.Alle Lieder sind mit Bibelstellen im Booklet angegeben. Sehr zentrale Verse, die ein "rundes" Gesamtbild ergeben. Neben den Texten finden sich im Beiheft - ausgehend vom Coverbild - wunderschöne Verbildlichungen von Evie Coates zu den besungenen Themen. Erfreut hat mich bei Peterson, daß er nicht nur eine biblisch-theologische Einkreisung vornimmt, sondern auch eine persönliche Ebene bedient, ebenso wie eine Historische.Hier nun eine mehr oder minder ausführliche Würdigung der einzelnen Akte: "Gather
'round, ye children, come" lädt den Hörer ein, sich hinzusetzen
und der Geschichte von Jesus zu lauschen. Hintergrund des Stückes ist
die bezeichnende Gesinnung des Gottessohnes (vgl. Philipper 2,6-11), der
aus Demut in die Niedrigkeit Seiner eigenen Schöpfung kam. In "passover
us" wird das jüdische Passah besungen, welches seine Bedeutung
in der englischen Sprache zudem schön preisgibt: 'gehe an uns vorüber'
- wie einst der Todesengel an den mit makellosem Lammesblut bestrichenen
Türpfosten der Häuser. Und "so long, Moses" beschäftigt
sich mit den symbolischen und prophetischen Vorausbezeugungen der jüdisch-biblischen
Geschichte, welche auf Jesus hindeuteten. Das von Derek
Webb interpretierte "deliver us" drückt den Geist der
(jüdischen) Messiaserwartung sowie dem menschlischen Bedürfnis
nach Rettung aus. Zwar etwas mehr mit altestamentlicher Inhaltsschwere,
doch eigentlich nach Matthäus 23,37 vertont. Die
eigentliche Brücke zwischem Alten und Neuen Testament folgt mit dem
als bezauberndes Instrumental arrangierten "o come, o come, Emmanuel".Im
Übrigen hier der Verweis darauf, daß BTLOG eine vortreffliche
Darstellung der Einheit von Altem und Neuem Testament der
Bibel ist. Wer das bisher nicht so recht sehen mag, hier fällt es einem
wie Schuppen von den Augen (Anm.: nicht unähnlich dem "?"-Album
des Neal Morse).Weitergehend im Liederzyklus, darf natürlich das fabelhaft gesungene (!) Geschlechtsregister nach Matthäus 1,1-16 nicht unerwähnt bleiben! Dieses lustige Liedlein sollte man spielen, wenn in Gemeinden wieder mal scharfe Auseinandersetzungen über die Stammbäume toben - dann herzlich lachen und hernach über den Sinn dieser Darstellungen in Gottes Wort nachdenken. Die im Booklet den Lyrics beigefügte Zeichnung zeigt ihn auf: Christus befindet sich in der Darstellung unten - Er ist die Wurzel, weil Sein Ursprung Gott ist! Betrachtet man das Bild von oben, erhält man die biblische Chronologie zurück. Wir sehen so, wie Gott Menschen in Seine Heilsgeschichte und die Menschwerdung Seines Sohnes Jesus Christus ausdrücklich einbezieht. Eine Segenslinie. Mit
"it came to pass" wird in der biblischen (lutherisch-elberfelderischen)
"es begab sich aber"-Sprache die Erzählung der Evangelisten
Matthäus, Lukas sowie des Propheten Jesaja verknüpft. Wunderbar!
In ähnlicher Machart versetzt sich "labor of love" in die
Gefühlswelt der jungfräulichen Mutter Maria und stellt die "Geburt/
Wehen der Liebe" dar. Gesungen wird dieses Lied von Jill
Phillips, eine passendere Besetzung wie sie, ist hier kaum vorstellbar.
Lieblichen Weihrauchduft der Anbetung, übertragen in musikalischen
Ausdruck, bringt das Instrumental & Traditional "the holly and
the ivy" - 'vom Stechpalmenzweig und vom Efeu' - zu Gehör. Die
vielgerühmte Hirtengeschichte aus Lukas 2,8-15 findet in "while
shepherds whatched their flock" tönenden Niederschlag. Der Titelsong
schwenkt dann unter anderem ins Johannes-Evangelium und besingt Charakter
sowie irdische Aufgabe des Gottessohnes, nämlich das neue vollkommene
Opferlamm zu werden. Schlußendlich wird mit "the theme of my
song/reprise" DIE Geschichte ihrem Finale zugeführt: ein Fest
der Anbetung. Fazit:
Dieses ganzjährig gut hörbare Konzeptalbum ist ein seltener Edelstein,
der den Geist von Weihnachten und das Geheimnis der Geburt Jesu einzufangen
versucht. Dabei liegt die Stärke des Projektes in seiner Komprimiertheit:
in zwölf Stücken wird hier die Heils- bzw. Weihnachtsgeschichte
mit bewundernswerter sprachlicher wie musikalischer Schönheit dargestellt.
Andrew Peterson und seinem Ensemble bleibt ebenso wie mir nicht anderes,
als auf den Kern zu verweisen, 'Siehe, das Lamm Gottes!' |
|
Musikstil: Folk-Rock, Singer/Songwriter - Weihnachtsmusik Label(s): 2004 Andrew Peterson/Independent, USA / Fervent Records, USA / Free Records Music, Witten; online Website: http://www.andrew-peterson.com / bei myspace Wo kaufen?: bestellen im Brockhaus-Verlag... |
|
| | neu hier | alle CDs | Hinweise | Autoren | Rubriken | Deine Rezi | Netzwerk | |
|
© 2005-2006 by shineMedia Kontakt komm! dennoch Startseite |