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 Oxygen
"react"

( 2001 ICC Records / Asaph Musik
)
Wie die Wahnsinnigen sind die christlich angehauchten
großen Plattenfirmen Amerikas den Trends hinterhergelechzt: Jetzt
können wir uns kaum retten vor frommen Boy- und Girlgroups. Teenager-Pop
buhlt also nicht nur im Dudelradio um unsere Ohren. Das wir in Europa
das ganze eigentlich sowieso schon jahrelang haben, scheinen die meisten
gar nicht mehr zu merken. Die Boygroup-Erfolge der 90er haben ihre Wurzeln
in Europa, genauer gesagt in Deutschland. Bei den Girlgroups haben wir
dann mit den Briten gemeinsame Sache gemacht...
Mit etwas Verspätung haben auch die frommen Zirkel auf dem Kontinent
und der britischen Insel gemerkt, wohin der Zeitgeist weht. Youth For
Christ England (Jugend für Christus) hat ein Casting für eine
Teenie-Gruppe veranstaltet und sich am Ende für die beiden Mädels
Claire & Hev sowie die Jungs Dave & Pete entschieden.

Viel mehr als heiße Luft verbreiten die vier Energiebündel
unter dem Namen Oxygen (dt.: "Sauerstoff") auf ihrem Debütalbum.
Produziert wurde es von Meister Matt Wanstall, der kürzlich auch
beim Tribe aushalf. Was die Musik angeht,
so erklingt hier Qualität-Pop, fernab der amerikanischen Klischees.
Dies liegt vor allem am hervorragenden Songwriting, verwirklicht zum Beispiel
von Paul Field (!), Natalie
Grant (!), Zarc Porter, Mark Pennells, Linda Elias, Chris Omartian
und Andy Flannagan. Die Beats kommen ordentlich, natürlich gibt es
tolle Gesangsharmonien, aber vor allem die Melodien sind erste Sahne.
Empfehlenswert sind alle Songs der Platte, deshalb auch keine Extra-Anspieltips.
Wer wissen will, wie ABBA heute klingen könnten und wer sich nicht
für Plus One oder ZOEgirl entscheiden
kann, sollte sich unbedingt dieses Scheibchen besorgen.

In den Liedtexten wird der christliche Glauben aus Sicht von jungen Leuten
beleuchtet. Natürlich geht es auch um die Herausforderungen des Lebens
ganz allgemein. Leider geschieht das ganze, ohne einmal konkret den Namen
des Herrn oder "Gott" zu erwähnen. Das um den "heißen
Brei" Herumgerede finde ich nicht gerade überzeugend. Ansonsten
sind die Lieder sehr gelungen und ansprechend.

Fazit: Oxygen zeigen uns, wie man Teenie-Pop richtig macht. Hinter den
vier jungen Christen steht eine Jugendmissionsorganisation und keine Plattenfirma.
Beste Voraussetzungen, daß dieses Projekt auch in Zukunft noch einen
Sinn macht. Erstklassige Musik, die "Reaktionen" in positiver
Hinsicht hervorruft!
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