|

out of tune
"Energie"

( 2000 Here I Am Records, out
of tune )
Mit voller "Energie" sind sie zurück - out
of tune. Das zweite Album der Band kam jetzt recht überraschend zwei
Jahre nach dem Debüt heraus. In der Zwischenzeit haben Tobias und Susanne
zahlreiche Auftritte bestritten, mußten sich aber auch einigen Kritiken
stellen. Was da teilweise an Vorurteilen und Unkenntnis herrschte, war
schon manchmal abstrus. Aber out of tune braucht sich keinesfalls verstecken
- im Gegenteil mit ihrem Zweitling können sie zeigen, was wirklich in
ihnen steckt.
Musikalisch hat die Band einen großen Schritt nach vorn getan. Die Produktion
ist schon sehr professionell geworden für eine Independent-Aufnahme. Außerdem
hat man sich jetzt genauer auf einen Stil geeinigt und auch weitere Erfahrungen
im Songwriting gemacht. Eingängige Melodien sind eigentlich das Hauptmerkmal
des Projekts - da darf man also den Name "out of tune" in die Kategorie
"Fun" oder "Ironie" einordnen und nicht bierernst nehmen...
Stilistisch bewegt man sich zwischen Euro-Dancepop mit Dreamhouse-, Trance-
bzw. Techno-Elementen; wobei die Stücke nicht unbedingt clubtauglich sind,
wegen der Vokallastigkeit. Gegenüber der Vorgängerproduktion "Freiheit"
(1998) kommen die Bässe aber viel besser. Waren die Gesangsaufnahmen der
Debüproduktion nocht nicht so perfekt, hat sich nun auch hier entscheidend
was getan. An einigen Stellen kann man sogar anknüpfen an andere
christliche Club-Scheiben (z.B. bei "I am flying" und "your
eyes"). Trotzdem gibt es aus meiner Sicht noch einige Reserven in
diesem Bereich. Das etwas "jugendchor-mäßige" ist nahezu vollständig
verschwunden, an einigen Stellen kommt nur der Dialekt noch etwas verstärkt
durch... - Mit solchen Sachen haben aber genauso fast alle christlichen
Nachwuchsbands in Deutschland zu kämpfen. Es ist eben ein Unterschied,
ob man bei den Profis in Nashviller Studios sitzt, oder alles selbst macht!
Bei den Texten hat sich erfreulicherweise nicht viel verändert. Noch immer
holt out of tune den Hörer dort ab, wo er gerade steht. In den verständlichen
und nachvollziehbaren Lyrics geht es darum, den Kids den Glauben näherzubringen,
es wird auch zu einer Entscheidung aufgefordert. Aber auch der Spaß und
Lob Gottes haben ihren Platz. Was ich nicht so gut finde, ist, daß dieses
Mal kein Bekehrungsaufruf mit abgedruckt wurde wie beim Vorgänger. Dafür
ist das Booklet erbeblich professioneller gestaltet worden.
Fazit: Zum taschengeldfreundlichen Preis bekommen hier nicht nur Teenager
trendige Musik mit zeugnishaften Inhalten in die Hand gedrückt (bzw. in
den Player gelegt). Man kann eigentlich nur wünschen: bitte weiter so!
|