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Oslo Gospel Choir - ''we lift our hands''Oslo Gospel Choir
"we lift our hands"


   ( 2005 GMI Music / Gerth Medien )

Paradox: Jetzt macht auch Europas bekanntester Gospelchor fast nur noch Lobpreis, statt das, wozu er eigentlich entstand, nämlich Gospel. Zu bedenken gilt: Dabei ist Gospelmusik immer auch Lobpreis, aber die neumodische Lobpreismusik eben kein Gospel. Es nervt mittlerweile, auf jeder zweiten CD die gleichen ellenlang wiederholten Chorusse zu hören, egal wie perfekt oder unperfekt sie eingesungen wurden. Der Olso Gospel Choir (OGC) gehört gerade mal zu den Perfekten. Man erwartet aber eigentlich Gospelmusik von ihm!

Als Worship-Cover erklingen - die geradezu inflationär überall erscheinenden - "come, now is the time to worship" (Original: Brian Doerksen/ Vineyard UK), "here I am to worship" (Original: Tim Hughes), "open the eyes of my heart" (Original: Paul Baloche), "draw me close" (Original: Kelly Carpenter) und "forever" (Original: Chris Tomlin). Dazu gesellen sich acht (übrigens drei mehr als Verlagswerbung anzeigt...) neue, eigene Stücke des OGC, welche auch alle die Worship-Befindlichkeiten behandeln: meine Beziehung zu Gott. Sehr schöne, wahre Aussagen, letztlich doch einseitig, wiederholend und kaum alltagsrelevant.

Das vorliegende Album wurde in der St. John-Kirche im holländischen Gouda aufgenommen. Aus drei Stunden Material wurden 13 Stücke ausgewählt. Parallel zur CD ist auch eine live-DVD sowie ein Liederheft von diesem Konzert erschienen. Gospelfeeling kommt eigentlich überhaupt nicht auf, im besten Falle ist es gute Chormusik. Beim Sound steht der Gesang - Solisten im Wechselspiel mit dem Chor - eindeutig im Vordergrund, die Arrangements treten völlig in den Hintergrund. Bei den beiden etwas schnelleren Stücken "come now is the time" sowie "forever" fragt man sich, warum man nicht öfter aus sich herausging, als nur bei zwei von dreizehn Titeln? Dabei erinnert "forever" von der Machart stark an Michael W. Smith' Version auf dessen erstem "Worship"-Album...

Fazit: Es wäre nur zu gerechtfertigt, von einem Gospelchor auch Gospel zu erwarten. Wenn dieser dann aber eintönigen Worship serviert, darf man fragen, wo hier was "faul" ist. Gotteslob kann so überwältigend sein - aber müssen es erfahrene GospelsängerInnen so un-gospelig, un-fetzig, teilweise fade und uninspiriert vortragen? Es ist ebenfalls gerechtfertigt, genau dies in Zweifel zu ziehen!


—David Decker für CCM-Rezis, November 2005

Daten:
13 Titel / 75 Min.
Musikstil: Praise & Worship - live
Label(s): 2005 GMI Music, Niederlande / Gerth Medien, Asslar
Website: http://www.ogc.no

Wo kaufen?:
bestellen im Gerth-Shop...

weitere CDs - siehe Oslo Gospel Choir-Künstlerseite >>
 


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