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Erin O'Donnell - ''wide wide world''Erin O'Donnell
"wide wide world"


   ( 2003 inpop Records / Gerth Medien )

Das Erin O'Donnell nochmal eine Chance erhielt, hätte ich nicht gedacht. Durch ihren Ehemann Brad, der in der christlichen Musikindustrie in Nashville beschäftigt ist, erhielt sie 2003 einen neuen Plattenvertrag bei inpop Records (dem Label von Newsboys-Frotmann Peter Furler...). Nach ihrem 2001er Ein-Album-Gastspiel bei Myrrh/Word Records - "no place so far" wurde von einigen gar als "Malen nach Zahlen"-Pop bezeichnet - war spekuliert worden, Erin würde nicht so schnell wieder auf CD zu hören sein. Das dritte Werk brachte neben schlechten Kritiken auch keine neuen Radiohits hervor, wie noch ihre beiden Werke aus den 90ern. Auch im frommen Nashville inzwischen mehr denn je ein schlechtes Omen...

Sei's drum, "wide wide world" liegt nun vor, und diese CD macht richtig Laune! Erin klingt hier ziemlich Singer/Songwriter-mäßig und diese neue Richtung hat ihr absolut gut getan. Sie hat musikalisch zu sich selbst gefunden, sich freigeschwommen; die Zeiten des aufgesetzten "Plastik-Pop" scheinen endgültig vorbei. Nun dominieren akustische Gitarren, Percussion und Keyboards bzw. das Klavier den "Sound". Produktionstechnisch ist es sicher ihre ausgereifteste Platte, trotzdem klingt sie manchmal nicht so eigenständig. Erinnerungen an Ginny Owens, Nichole Nordeman, Cindy Morgan oder auch Susan Ashton sind jedoch als positives Kompliment zu verstehen und durchaus erwünscht ;-) Aber alles in allem ist Hauptproduzent Alain Mallet eine sehr gute Platte gelungen. Er hatte bereits Erins vielbeachteten Zweitling "scratching the surface" (Cadence, 1998) unter seinen Fittichen. Zweitproduzent Mark Hammond hat zusätzlich zwei Lieder beigesteuert, "wide wide world" sowie "overcome". Eingespielt von bewährten Sessionmusikern aus Nashville blieb man soweit auf der sicheren Seite, doch im Ergebnis spricht die handwerkliche Qualität für sich. Was die Eingängigkeit betrifft, so muß man sich das Album schon ein paar Mal anhören, ehe es "klick" macht, doch dieser etwas gehobenere künstlerische Anspruch ist sicherlich ebenfalls gewollt.

Neben den ausgefeilten, dennoch "natürlichen" Arrangements überzeugen vor allem die Lieder an und für sich: das Songwriting und dabei besonders die aussdrucksstarken Texte. Erins Mann Brad hat wieder die meisten Stücke mit verfaßt und das birgt mittlerweile für Qualität - ja inzwischen auch bei anderen christlichen Künstlern! Weitere Autoren sind Erin selbst (jawohl!), Cindy Morgan (endlich wieder einmal!), Pete Kipley, Roduzent Mark Hammond, Nathan Lee sowie Jeremy Bose, Joe Beck, Greg & Tyler Bieck. Über Gott könnten die Songs ruhig deutlicher werden, was die wörtliche Erwähnung betrifft, fast immer ist aber eh nur die Interpretion auf Ihn hin möglich. Die Aussagen drehen sich alle irgendwie um "Gott und die Welt", Liebe und Glauben. Sie sind hoffnungsvoll und von einer optimistischen Grundhaltung gekennzeichnet. Im Refrain des Titelstückes (# 1) wird dieses "dennoch" des Glaubens ausgedrückt: »Es ist eine weite, weite Welt. / Und ich verlor Dich fast darin. / Es ist eine Chance zu leben, / doch es ging fast an mir vorüber. / Es ist (wie) eine offene Tür, / für etwas besseres zu leben, / denn Du führst mich weiterhin, / in der weiten, weiten Welt.«

Erin erfreut sich auch in den anderen Titeln oft an dem Schutz und der Geborgenheit, die Gott gerade in Krisenzeiten schenkt. Nur mit dem Unterschied, daß wir es erst danach realisieren, wie der Herr führt(e). Man kann in den Texten beobachten, wie die Künstlerin selber Lektionen der Liebe Gottes lernte. "Thank you" (# 3) ist auch so eine "Lektion" - das Lied entstand durch 'Führung von oben' praktisch zusammen mit Brad. Darin sagt das Ehepaar Danke an den Schöpfer für ihre Tochter und für den Segen, den sie in ihrem Leben erfahren haben. Die zweite Strophe erzählt dazu: »Du bist immer so gut zu mir, / doch jetzt erst nehme ich Notiz davon, / denn wenn ich heute Nacht diese Treppen hinaufschaue, / fühle ich eine brennende Hoffnung. / Ich hätte es auf eigene Faust versuchen können, / doch ich wäre dann nicht weit gekommen, denn was Du mir durch diese Familie schenkst, / ist das größte Geschenk von allen.« In der abschließenden Ballade wird dieses Thema noch einmal aufgegriffen - mit "you give" ist somit ein wunderschönes Anbetungslied enstanden.

Fazit: Wer gehobene Popmusik mit leichtem Folk-Einschlag mag, für den ist diese CD genau richtig. Die engelhafte Stimme Erins tut dann ihr Übriges, um einen von diesen Liedern früher oder später begeistert dahinschmelzen zu lassen. - Meine Anspieltips sind übrigens "and so I am" (# 2), "to be loved" (# 4) und "golden" (# 9).


—David Decker für CCM-Rezis, Dezember 2003 & 2004

Daten:
11 Titel / 40 Min.
Musikstil: Pop
Label(s): 2003 inpop Records, USA / Gerth Medien, Asslar; online
Website: http://www.erinodonnell.com

Wo kaufen?:
bestellen im Gerth-Shop...

weitere CDs - siehe Erin O'Donnell-Künstlerseite >>
 


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