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 Newsboys
"thrive"

( 2002 Sparrow Records / Gerth
Medien )
Nach über zweieinhalb Jahren wurde (bzw. wird) es
langsam Zeit für ein neues Studioalbum der Newsboys.
Zwar trösteten die paar gelungenen Neuaufnahmen von der 2000er
Best-Of etwas, aber die Fangemeinde will mehr ;-)
Eine erste Überraschung war die Ankündigung, daß die Newsboys
einen Worship-Song geschrieben haben, um exakt zu sein, deren "Boss"
Peter Furler. "It is you" heißt er und wurde bereits im
November 2001 im Internet veröffentlicht und wenig später bei
den frommen US-Radiosendern. Etwas ungewöhnlich in Text und Arrangement,
aber sehr, sehr gut! Dann zum Jahreswechsel die zweite Überraschung,
ein echter Hammer: Steve Taylor produziert wieder das neue Album. Dies
ist das erste Mal seit dem 1996er "take
me to your leader". So gut (ja, wirklich gut!) die Band auch
eigene Lieder schreibt und produziert, auf das "adoptierte"
Bandmitglied warteten wir wohl irgendwie alle.

Und es hat sich gelohnt: Steve hat den Songs wieder das gewisse etwas
verpaßt. Eben diese absoluten Ausnahmequalitäten. Und auch
einiges an Textarbeit leistete er abermals. Was wieder Arbeit mit Wörterbüchern
und Rätselraten bedeutet...
Der Sound ist insgesamt rockiger als die beiden Vorgänger, teilweise
richtig hart. Aber das ist gut so. Nach Ausflügen in etwas weichere
Popgefilde, tut ein Abrocken wieder gut. Dabei gibt es aber nicht den
Tribal-Grunge von TMTYL, sondern abdrehten
Modern-Rock aus dem neuen Jahrtausend. Auf "thrive" wurde die
Elektronik ein ganzes Stück in den Hintergrund gestellt. Dance-Beats
sind auch nicht das zentrale Element, schon eher die Klassischen: Gitarren,
Baß und Schlagzeug. "Live in stereo" (# 2) ist der Wahnsinns-Hit
der Platte, der vermutlich an die Zeiten von "shine" anknüpfen
kann. Im gleichen Terrain befindet sich der Mitgröhler "Cornelius"
(# 7). Ziemlich verrückt kommt der "John Woo" (# 9) daher,
mit experimentellem Dance-Rock-Sound. Der Schlußtitel "Lord
(I don't know)" (# 10), "it is you" (# 6) und der Titelsong
(# 4) sind die ruhigeren Titel des Albums, wenn man überhaupt von
Balladen sprechen kann.
Schade, daß die Platte nicht doppelt so lang ist. Solche Alben gibt
es leider noch viel zu wenige auf dem frommen Markt!

Zu den Texten gibt es nicht soviel zu sagen zu diesem Zeitpunkt: Die Newsboys
schaffen es erneut, christliche Werte mit Aufhängern aus der modernen
Kultur zu verbinden. Anführer ist dabei erwartungsgemäß
Steve Taylor. "The fat of the land" (# 8) hat denn auch die
Moden, Trends usw. moderner Gesellschaften zum Thema. In "thrive"
geht es um die Gnade und Treue Gottes, der auch in schweren Zeiten zu
uns steht. Er führt uns Seine Wege, hat Gutes mit uns im Sinn und
läßt uns gedeihen ("thrive"). Peter und seine Bandkollegen
haben nicht das Wohlfühl-Evangelium parat, weil sie das nie kennenlernten,
sondern kennen nur zu gut, die ganzen Alltagsprobleme. Und sie wissen
auch, wie bescheuert es manchmal sein kann, ständig auf Tour zu sein
(Fans, Frauen, Familie, Feierabend...).

In der Soundküche der Newsboys-Familie gedieh ein Spitzenalbum. Insgesamt
ihr bestes Werk würde ich meinen: Musikalisch begeisternd, textlich
überzeugend und anregend, sowie natürlich wieder etwas experimentell.
Und nicht vergessen: Die Newsboys rocken immer ab!
[Hinweis: dies ist eine Rezension zu einer Vorab-CD.]
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