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MxPx - ''the ever passing moment''MxPx
"the ever passing moment"


   ( 2000 A&M Records, Tooth & Nail Records /
      'Plattenläden' )

Mit ihrem fünften Studioalbum ließ die Band zwei Jahre lang warten. In der Zwischenzeit erschien ja auch eine Best-Of und ein Live-Album. "The ever passing moment" ist nun das erste Werk, das komplett unter der Regie vom säkularen A&M-Label eingespielt wurde. Und damit nehmen die "Probleme" ihren Lauf...
Die Texte sind nicht mehr christlich, wenn sie es überhaupt jemals waren bei diesem Trio. Nur ein Songtext enthält das Wort "Gott" ("it's undeniable", # 14). Wer dort allerdings etwas Christliches hineininterpretieren will, sollte Mut haben. Auch für den Rest der Texte fällt mir am ehesten der Begriff "Nonsens" ein... Eben nichts anderes als die ganzen anderen Bands da draußen auch. Jedoch geht es auch nicht um Sex und Gewalt, um dies eindeutig klarzustellen. Bei "educated guess" kann man noch etwas vom Rebellischen des Punk erahnen, es heißt hier: "als wir jung waren, wurde uns so oft erzählt / bereite dich auf deine Zukunft vor, denn es wird nicht einfach werden / sie erzählten uns nie, wie man das Leben genießt, hier ist es". - Naja, ansonsten sind sie ganz brav. Noch nicht einmal politisch links stehen sie, was man ja zumindest in unseren Breitengraden mit Punk assoziiert. In den Danksagungen wird Gott nur kurz erwähnt. Dafür tauchen dort solche Namen wie The Beatles, The Who, Tom Petty, Bad Religion, The Foo Fighters, Rancid usw. gehäuft auf. Alles Gruppen, die dem Christentum ablehnend gegenüber standen bzw. stehen! Da wird endgültig deutlich, wohin es MxPx verschlagen hat. Sie sind keine christliche Band (mehr)!
Musikalisch gesehen haben wir eine professionell produzierte Platte vor uns. Gar keine Frage! Der neue Produzent, Jerry Finn, kramte in der Kiste der Rock- und Popgeschichte und hat ein eingängiges Soundgefüge dabei herauskommen lassen. Es dürfte sich wohl um das poppigste MxPx-Album überhaupt handeln. Eigentlich ist es auch kein richtiger Punk mehr, wie noch vor einigen Jahren, sondern eher "ganz normaler" Rock´n´Roll. Mein Anspieltip ist "responibility" (# 3), ein fetziger Rocksong, der auch die erste Singleauskopplung ist und auf den Clipkanälen läuft. Toll finde ich, daß jetzt die gesanglichen und spielerischen Leistungen der drei Jungs deutlich angestiegen sind, im Vergleich zu einigen früheren Werken.
Als kleinen Extra-Bonus gibt's noch eine CD-ROM-Spur, die allerdings nur eine Videosequenz zu bieten hat und nebenher gerade mal noch zwei Web-Links. Das Video geht aber einige Minuten, es enthält Interviewausschnitte und einen Live-Clip vom Song "responsibility" von 1999.
Fazit: Es ist schade, zu sehen, wie sich eine einstmals noch etwas christliche Band vollkommen in die "Welt" integriert hat, und den Hype und Kommerz mitmacht. MxPx stehen da symptomatisch für einen Großteil der "christlichen" Rockbands: es dominiert Hoffnungs- und Orientierungslosigkeit und ein 'der Welt gleichförmig werden'. Genuß und Spaß im Leben werden höher gestellt, als Glauben, Gehorsam und überhaupt das Evangelium Christi. - Die volltätowierten Arme der MxPx-Leute, die Totenköpfe auf den T-Shirts und die leeren, trostlosen Gesichter haben nämlich auch ihre Botschaften.


—David Decker für CCM-Rezis, Oktober 2000


in MediaMarkt Hotvision Oktober 2000:
»Die Besetzung und das Konzept stellten die Weichen. Verhalfen Green Day Anfang der 90er dem poppenden Punk zu ersten MTV-Weihen, schreiben Blink 182 seit geraumer Zeit die Erfolgsgeschichte weiter und MxPx sind auf dem besten Wege, diesem Unterfangen zumindest Begleitschutz zu geben. Dabei beweist, 'The Ever Passing Moment' einmal mehr, wie sehr der amerikanischen Jugend Bass, Gitarre und Schlagzeug immer noch am Herzen liegen. Drei Burschen, allesamt und wie sich das gehört good guys, greifen auf ihrem fünften Release 15mal tief in die Melodie-Kiste, glauben daneben feste an den lieben Gott und machen das alles - zur Überraschung - auf recht sympathische Weise. Nein, nicht dass wir das alles nicht schon mal in diversen Arrangements gehört hätten, doch ist der Hit-Faktor nicht zu unterschätzen. Mission erfüllt!«

—Horst Mulanski für MediaMarkt Hotvision


in "aktiv Musikmagazin" Oktober 2000:
»Punk in der jugendfreien Pop-Version. Produzent Jerry Finn, der die Arbeit mit Bands wie Blink 182 und Rancid gewohnt ist, hatte mit MxPx wahrscheinlich eine weniger heftige Zeit im Studio. Doch wenn es um den musikalischen Output geht, tritt Hauptsongwriter und Sänger Mike Herrera nicht auf die Bremse. Selbst Themen, wie zerbrochene Freundschaften und der Sehnsucht, wieder ein Kind zu sein, nötigt Herrera noch ein "... everything's going to be okay" ab. Und genauso werden die 16 Songs verpackt: Im Vordergrund stehen eingängige Melodien und der Fun, den die drei an ihrer Musik haben. Auch MxPx wollen und werden mit ihrem vierten Album nicht die Welt verbessern, aber eine Punkrock- Platte, die Spaß und gleichzeitig ein bisschen Hoffnung macht, ist ein ganz gelungener Ansatz.«

—aktiv Musikmagazin, 10/2000
Hinweis: Hier dargelegte Meinungen von Gastautoren müssen nicht die Meinung der CCM-Rezis-Redaktion wiedergeben.

Daten:
15 Titel / 40 Min.
Musikstil: Alternative-Rock, Punk
Label(s): 2000 A&M Records, Tooth & Nail Records, USA / Motor Music,
               Hamburg / 'Plattenläden'; Pleitegeier Records; online
Website: http://www.mxpx.com

weitere CDs - siehe MxPx-Künstlerseite >>
 


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