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 Lisa
McClendon
"live from the House of Blues New Orleans"

( 2006 Integrity Gospel / Asaph
Musik )
Nach ihrem zweiten Studiowerk präsentiert Lisa
McClendon bereits ein live-Album - hat man nicht alle Tage, so etwas!
Allerdings sind da neben zwei Covern und einem Medley auch ganze zehn
neue Lieder drauf, und damit wird diese Scheibe schnell eine sehr interessante
Angelegenheit!

Aufgezeichnet wurde das Projekt am 25. Juni 2005 im berühmten "House
Of Blues" in New Orleans, nur Wochen bevor der Hurrikan "Katrina"
die Stadt untergehen ließ. So erlangt "live from..."
unbeabsichtigt sofort Aufmerksamkeit mit unweigerlich gemischten Gefühlen.
Ob dieser Umstand eventuell besonderen kommerziellen Erfolg mit sich bringen
wird, bleibt jedoch abzuwarten. Fakt ist, daß Lisa McClendon ihrem
Anspruch treu bleibt, möglichst unverfälschte Soul-Musik abzuliefern.
Im Unterschied zum Studio-Vorgänger "soul
music" wurde beim Sound lediglich das Studio-Equipment weggestrichen,
live-Instrumente und Background-Vocals treten noch deutlicher zutage.
Alles in allem eine sehr "smoothe" und ziemlich kompakte Platte,
aus einem Guß. Zwar wurden über die Aufnahmen einige Overdubs
drübergelegt und Produzent Maurice Henderson hat das eine oder andere
nacharrangiert, doch trotz dieses Perfektionismus wird die live- bzw.
Band-Atmosphäre fast gar nicht beeinträchtigt. Die Soul-Diva
hat eine hervorragende stimmliche Präsenz und rechtfertigt die Vorschußlorbeeren,
die ihr seit dem letzten Album entgegengebracht wurden. Eine von den wenigen
(live-) Soul-Scheiben, die man gut bis zum Ende durchhören kann -
und die nach weit über 60 Minuten immer noch jede Menge Spaß
machen!

Die
zehn neuen Tracks geben sich als ausgezeichnetes Songmaterial zu erkennen,
wie der Einsteiger "made", der super Schlußpunkt "move
on over" oder auch Titel wie "you can" verdeutlichen. Beim
Cover "joy of my desire" (Original von Jenifer Rudolph) bekommt
Lisa gesangliche Unterstützung von Leon Timbo, Cortney Robinson und
Arrianne Thomas, sicher ein Highlight der CD. Ein weiteres sehr schönes
Cover ist "uphold me", im Original von Ron Winans - eines von
Lisas Lieblingsliedern und sie bringt es sehr persönlich rüber.
Für ihre treue Fangemeinde gibt es ein "soul music medley"
mit vier Titeln ihrer vorherigen Platte
("hey now" / "stuck" / "You are holy" /
"secret garden"), eine Lösung, die mir sehr gut gefällt.
So gibt es Bewährtes, aber nicht aufdringlich und auch nicht als
Füller-Titel, um nochmal Kasse zu machen mit denselben Liedern. Diese
Vorgehensweise könnten sich andere Interpreten durchaus zum Vorbild
nehmen. Zwischen den Liedern gibt es teilweise kurze Ansprachen der Künstlerin,
die sind aber immer am Ende des vorherigen Tracks, sodaß sie auf
Dauer nicht so stören... Erfreulicherweise wurde auch der ansonsten
übliche live-Album-Applaus rausgeschnitten - auch wenn manche dann
vielleicht ein Studioalbum vermuten könnten ;-)

In ihren Liedern erzählt Lisa vorwiegend von der Liebe und Gnade
Gottes, die ihr zuteil wurde und wird. Es wird die Größe und
Allmacht Gottes herausgestellt, der sich trotzdem - oder gerade deshalb?!
- um jeden Mensch persönlich kümmert. Die beiden Cover-Stücke
fügen sich thematisch klasse ein, erzählen von göttlicher
Souveränität und Freude im Gotteslob. In "but for eternity"
heißt die erste Zeile: »Doch für die Ewigkeit / gab
ich eine Lebenszeit auf / welch ungleicher Tausch« es
zeigt eine staunende Künstlerin, der es gelingt dieses Staunen, ebenso
ihre Zweifel, ja ihre Gottesbeziehung in glaubhafte Liedverse zu hüllen,
um so einem großen Publikum die vielen Facetten dieser - persönlich
erfahrbaren - Liebe Gottes vor Augen zu malen.

Fazit: "Live from..." ist sehr solides Musik-Handwerk mit gesanglichen
Top-Leistungen. Wer auf live-Soul steht und vielleicht schon Joss
Stone & Co. mag, dem wird Lisa McClendon mit ihrer live-Aufnahme
gut gefallen. Als Bonus gibt es bei ihr die besseren Texte inklusive ;-)
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