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Cindy Morgan - ''postcards''Cindy Morgan
"postcards"


   ( 2006 Reunion Records, Provident / Gerth Medien )

»'Postcards' ist insofern mein persönlichstes Album, als ich mein wahres Selbst offengelegt habe. Es ist nicht in Poesie gehüllt, ich sprach Klartext und sagte, was ich sagen wollte, anstatt es zu verkleiden.« (Cindy Morgan)

Country/Folk-gefärbter Pop und eine ausdrucksstarke Charakterstimme

Den einen oder die andere könnte das romantische Coverbild mit der barfuss und in freier Natur auf einem Flügel sitzenden Cindy Morgan etwas irreführen (es ähnelt dem Umschlag ihres Balladen-Songbooks, und wer um ihr Buch "Barefoot on Barbed Wire" weiss, erkennt auch die nackten Füsse wieder ...). "Postcards", produziert von Hit-Fabrikant Wayne Kirkpatrick, ist nicht eigentlich ein lauschig-besinnliches Pianoballaden-Album, sondern groovig abwechslungsreich und zumindest zur Hälfte sehr energisch. Und echt eigenständig, wie schon "Elementary" (2001). Löblicherweise hat Cindy Morgan der Versuchung widerstanden, sich mit stromlinienförmigem Pop/R’n’B/Worship fürs Radio zurückzumelden.

Die Songs stecken voller Abwechslung, Leben und Dynamik. Raffiniert spielen sie mit Gospel, bluesigem Rock, Hillbilly-Country, souligem Pop, Folk, Latin, Jazz, einer Prise Punk. Neben Gitarren und Klavier sind auch Kantele, Ukulele und viel Zither zu hören, bald stossen spritzige Vocals und präzise Streicher dazu, bald wird der gefühlvolle Gesang verfremdet oder tritt ganz in den Vordergrund. Ihre wendige, ausdrucksstarke Stimme ist seit je Cindy Morgans Markenzeichen – neben starken Gospel-Einflüssen, einer poetischen Bildersprache, Ehrlichkeit und einer femininen Verletzlichkeit. Sie kommt hier vielseitig zum Einsatz, oft kernig und resolut wie im (zu) lärmig abrockenden Eröffnungstrack "Deep" nach Psalm 42 und im schneidend vorwurfsvollen "Enough" (# 2), das gegen Konsumdenken ansingt und gegen solche, die mit den Ängsten anderer Profit machen. Dann wieder singt sie sehnsuchtsvoll weich wie in der feierlichen Klavierballade "Oh What Love" (# 7) und im grossartigen Akustik-Track "Come Home" (# 10). Frech theatralisch geriet "Dig Up" (# 9). "The River" (# 11) bildet mit seinem leidenschaftlichen Gesang zu abstrakter Piano-Bass-Keyboard-Begleitung einen Abschluss, der lange nachglüht.

Ansichtskarten von der Reise zum Ich

Wie in der Urlaubszeit Ansichtskarten von überall her in unsere Briefkästen flattern und von Reisestationen und Erlebnissen berichten, so reiht Cindy Morgan Glaubens- und Lebenseindrücke aneinander, erzählt von Sackgassen und Lichtblicken. Im eindringlichen "Where You Are" (# 5), in "Oh What Love" und "The River" malt sie Bilder von Gottes Gnade, Liebe und Vergebung und lädt ein, an Erneuerung und einen Erlöser zu glauben. Vom ersten Lied an packte mich ihre Sprache. Sie skizziert gerne, webt wie im Gespräch Aufrufe oder Fragen ein, lässt mit Wortschöpfungen wie "sleeping bag prayer" oder "deathbed conversation, guilty coersion" aufhorchen. Schonungslos ehrlich erinnert "Mother" (# 6) an ihre zeitweilige Entfremdung von ihrer Mutter – wie eng und prägend eine Mutter-Tochter-Beziehung doch ist! Ein wichtiges Thema auf "Postcards" ist die Ewigkeit, unser Bild von der "anderen Seite" (nicht frei von Klischees: # 4 "Glory", # 8 "Eternal Sunshine"). – Die von zu Hause ausgerissene junge Frau in der Ballade "Postcards" (# 3), die auf der "Reise zu sich selber" alles Mögliche ausprobiert, erinnert sich in ihrem Innersten plötzlich wieder an die "schlichte" Liebe und Gnade Jesu und kehrt zurück. Zu wissen, wo man hingehört und daheim ist, ist auf der Lebensreise keine unwesentliche Erkenntnis ...

Fazit: ein erfrischendes Album mit gefühlvollem Gesang und einem vielfältigen, Country/Folk-orientierten Sound, der lebt und groovt. In ihren "Postcards" ermuntert Cindy Morgan ihre Zuhörer dazu, das Ziel ihrer Lebensreise zu ergründen, um es dann nicht mehr aus den Augen zu verlieren. – Ein Musiktipp besonders auch für Freunde von Nichole Nordeman, Susan Ashton, Martina McBride oder Erin O'Donnell.


—Monica Seidler für CCM-Rezis, Februar 2006


Nachdem ihre früheren Alben mehr auf der (Dance-)Pop-Schiene fuhren, gehört dieses hier eindeutig in die Singer/Songwriter-Ecke: Feinfühlig arrangierter Akustik-Pop, teilweise mit Anleihen im Bluegrass und Folk, meist geführt durch Cindys Piano-Spiel. In den ruhigeren Gefilden erinnert ihre ausdrucksstarke Stimme an Nichole Nordeman und Jewel. Wenn es energisch wird, wird ihre Stimme charakteristisch, klingt rau und "kieksig", ähnlich der von Sarah McLachlan.
»Dieses Album ist für Menschen, die an einer Stelle sind, wo sie ein wenig tiefer schürfen«, sagt Cindy. Und so richten sich die Lieder auf den Prozess der Wahrnehmung unserer Identität und des Lernens, wie man mit Gott und anderen nach dem Gewinn dieser Erkenntnis in Beziehung tritt. Dabei sind die Texte grundehrlich und inhaltsreich und zeugen von einem reflektierten und sensiblen Geist.

—Michael Jung für komm! 3-2006

Daten:
11 Titel / 44 Min.
Musikstil: Country/Folk, (Acoustik-) Pop
Label(s): 2006 Reunion Records/Provident-Integrity, USA / Gerth Medien, Asslar;
               online
Website: http://www.cindymorganmusic.com  /  bei myspace

Wo kaufen?:
bestellen im Gerth-Shop...

weitere CDs – siehe Cindy Morgan-Künstlerseite >>
 


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