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 Rachael
Lampa
"rachael lampa"

( 2004 WBR Christian / bv-music
)
Rachael Lampa hat sich für
ihr drittes Studioalbum mehr als zwei Jahre Zeit gelassen. Es ist daher
ein gereiftes Werk. Und sie wollte es unbedingt nur mit ihrem Namen betiteln,
weil es sehr persönliche Inhalte weitergibt.

Dieses Mal hat die junge Künstlerin mit dem alten Produzentenhasen
Tommy Sims zusammengearbeitet und somit eine für viele Hörer
sicherlich neue Richtung eingeschlagen. Für Rachael selbst war es
vielleicht gar nicht mal so neu und gewagt wie für uns, denn sie
hat bereits auf dem Vorgänger "kaleidoscope" sowie mit
ihrem Remixprojekt "blur" anklingen lassen, daß für
sie Weiterentwicklung, Innovation und Kreativität außerordentlich
wichtig sind. Viele haben von ihr erwartet, sie würde nach dem Debüt
"live for you" dessen beliebten Popstil weiter pflegen,
doch sie wollte sich nicht darauf festnageln lassen, hat dies ihrem Label
verdeutlicht und auch den christlichen Medien klip und klar gesagt. Wer
so vor gesundem Selbstbewußtsein strotzt, der hat wirklich was weiterzugeben,
was zu sagen.

Und so ist es hier: "Rachael Lampa" ist ein bunter Genre-Strauß
geworden, mit eingängigen Hits, aber auch sperrigem Material. Sie
bewegt sich dabei zwischen souligem Pop, Modern-Rock, Ska (!) und Funk.
'Alle Achtung!' kann ich da nur sagen. Die Platte muß man sich aber
schon einige Male komplett anhören, um sie fassen zu können
und sie zu verstehen. Nicht immer einfach dieser Prozeß. Bisweilen
fehlt etwas der rote Faden im Sound, auch ein Grund, warum mir die Vorgänger
bisher noch eine Idee besser gefallen. Trotzdem sind die angebotenen Klänge
schon die Wucht: "being alive" (# 6) bietet Rock der härteren
Gangart mit Ska-Einlagen, "rubberhouse" (# 2) wird rappenderweise
von T-Bone unterstützt, Funk-Legende Robert Randolph singt ein Duett
mit Rachael bei "the good life" (# 8). Gerockt wird außerdem
stark in "when I fall" (# 5) und die flotten Beats wurden ebenfalls
nicht vergessen, wie "outrageous" (# 3) beweißt. "All
this time" (# 1), "you never know" (# 7), "honest"
(# 9) und die beiden Hammerballaden "the art" (# 10) sowie "room"
(# 11) sind die Anknüpfungspunkte an ihre Vorläuferplatten,
weil sie niveauvollen Pop bieten. Überhaupt ist Rachaels Stimme die
größte Kontinuität bei ihrem musikalischen Schaffen -
auf dieser Scheibe zeigt sie abermals ihre ganze Bandbreite! Die Arrangements
bieten gut herausgearbeitete Hooklines bzw. Refrains, die man nicht so
schnell vergißt, auch auf raffinierte Melodien wurde Augenmerk gelegt.
Wie gesagt, es erfordert etwas Eingewöhnungszeit.

Geweitete Einblicke in Rachaels Seelen- und Glaubensleben geben die elf
Liedtexte: Die Musikerin hat bei allen Stücken mitgeschrieben und
meist auch die Hauptschwerpunkte gesetzt. Es geht darum, den Weg Gottes
zu erkennen, was "all this time" interessant reflektiert. Ähnliches
spricht der Text von "honest" an; es ist ein ehrliches Eingeständnis,
daß es nur mit Gott geht im Leben. In "rubberhouse" geht
es um Selbstverwirklichung und manches "anecken", überall
da, wo Menschen zusammenkommen - besungen durch das Bild eines "Gummihauses",
welches dehnbar ist und viel aushält... Ein Liebeslied für Gott
soll "no other one" sein, in einfacher, aber natürlicher
Ausdrucksweise verfaßt. Vom Straucheln und Fallen auch bei Christen
spricht "when I fall", wo Rachael aus persönlichen Lektionen
heraus einen berührenden Song schrieb. Persönlichstes Lied des
Albums ist eindeutig "the art", wo es um autobiographische Bezüge
geht: Wie (über-) lebt man als junger Christ innerhalb seiner Familie,
den Glauben bewahrend. "Die Kunst" ist es hier, daß man
dranbleibt, weitermacht, "einfach" lebt. Leicht gesagt, schwer
getan - deshalb dieses bewegende Stück Kunst, um neu darüber
nachzudenken! im abschließenden "room" geht es darum,
daß Gott den Plan für das Leben jedes Einzelnen schon kennt
und bereithält. Es heißt in diesem Gebet: »Wer bin
ich - im Bilde gesprochen? / Gegen den Wind - neben dem Meer. / Durch
Zeit und Raum - zwischen den Bäumen. / Unter dem Himmel - auf meinen
Knien. / Hinter den Mauern, die bewirkten, daß ich mich frei fühlte.
/ Du hast die Tür geöffnet und mich gefunden. / Ich dachte,
ich läge falsch - glaubte, ich sei im Unrecht. / Du hattest es von
Anfang an geplant. / Und Du schufst Raum für mich.« Alle
Lieder sind poetische Lyriks, die zudem viele Bilder verwenden. Die Sprache
ist anspruchsvoll und man muß sich schon tiefer einlesen. Gut deshalb,
daß Rachael auf ihrer Website
erklärende Song-Infos verfaßt hat...

Fazit: Mit diesem intensiven und tiefschürfenden Opus ist der kleinen
Amerikanerin ein starkes Stück Musik, ja gesamtheitlicher Kunst gelungen.
Dieses musikalische und geistliche Statement zeigt Rachael Lampa in Bestform
und läßt für die nächsten Jahre weitere gereifte
Werke erwarten. Bis dahin bleibt "Rachael Lampa" ein echter
Kauftip und heißer Anwärter auf das Popalbum des Jahres 2004!
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