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 Rachael
Lampa
"live for you"

( 2000 Word Records / Epic / bv-music
)
Ich geb's ja zu: Auch ich habe zuerst gedacht "Ach, jetzt
kommen die frommen Britney Spears'", als ich im Sommer von den Debüt-Alben
einer 14-jährigen Stacie Orrico (hier
die dazugehörige Rezi) und der 15-jährigen Rachael
Lampa hörte. Doch zumindest bei Rachael wurde ich nach Einlegen der
CD schnell eines besseren belehrt. Ihr Stil erinnert besonders wegen der
Stimme und der Song-Art oft an Jaci Velasquez
und Christina Aguilera's Balladen und zieht schon gewaltig in Richtung
der ganz großen Divas, mit Britney Spears ist er aber auf keinen Fall
vergleichbar.
Die einzige Ausnahme bildet da "God loves you" durch ein Britney oder
N*Sync ähnelndes Programming. Ansonsten lassen sich immer mal wieder (kleinere)
Ähnlichkeiten zu anderen Musikern entdecken, z.B. zu Take 6 (Beginn von
#1), Enya (#3), Madonna und Wighfield (#6) und Michelle
Tumes (#8). Doch schon die Ungleichheit dieser Interpreten läßt erahnen,
wie breit Rachaels Musikstil gefächert ist.
Der Eröffnungstrack "Day of Freedom" erinnert stark an orientalische oder
israelische Tänze und Rhythmen, was in der CCM-Szene neu, aber hier (nicht
nur deshalb) außerordentlich gut kommt. Dagegen ist "Always be my home"
eine kuschelige Ballade mit Enya-ähnlichen Elementen, was sich bei dieser
Ballade ungewöhnlich gut macht. Natürlich gibt es mit ihrem großen US-Hit
"Live for You", "God loves you" und "You lift me up" auch normale, aber
keinesfalls langweilige Popsongs; bei dem Titel "Shaken", der durch ein
neuartiges, cooles Arrangement auffällt, taucht zum ersten und letzten
mal auf dieser Platte HipHop-Sound auf. Das Gospel-Feeling von "Blessed"
kann trotz Orgel und schwarzem Chor nicht ganz überspringen, doch besonders
hier beweist "Little Lampa" ihre super Stimme und ihr Können. Mit dem
keltisch anmutenden "Free" und mit "Hide me", bei dem man es dank Streicher,
Harfe und Xylophon schon schneien hört, wird es wieder ruhiger. Dann kommt
erstmals bei "Secret place" der typische, folkige Nashville-Sound auf.
Nach dem Abschlußsong "My Father's home", einer Mischung aus Klavierballade
und "Gute-Nacht-Lied", fühlt man sich einfach nur noch gut und müde...
Die große Vielfalt an musikalischen Stilmitteln läßt sich auf die große
Anzahl an Songwritern (acht!) zurückführen, wobei Chris Eaton, Brent Bourgeois
und Cindy Morgan durch Mitarbeit an
jeweils sechs Songs die meiste Arbeit geleistet haben. Ich frage mich
nur, warum bei Rachaels Danksagungen Nicole C.
Mullen und Michelle Tumes für
ihre Lieder gedankt wird, wenngleich kein Song von ihnen ist.
In den nicht gerade tiefgehenden, dennoch aber schönen Texten geht es
ausschließlich um Gott: seine Liebe, seine Gnade, die Abhängigkeit von
ihm, die Geborgenheit bei ihm und sein Liebes-Angebot an uns Menschen.
Durch häufiges "I" und "You" erscheinen die Texte persönlich und so glaubt
man es Rachael gerne, wenn sie singt: "Ich lebe für Dich den Rest meines
Lebens."

Bestimmt wird Rachael noch einige Zeit "kämpfen" müssen, um Vorurteile
ihr Alter betreffend abbauen zu können. Doch ihr Talent und ihren Erfolg
kann man ihr nicht absprechen. Sie zeigt, was sie kann, und sie wird gewiß
noch groß Karriere machen und beweisen, daß sie es nicht nötig hat, von
Kopf bis Fuß durchgestylt zu werden.

Ach, und für alle hier nun der Beweis, daß Rachael und Stacie
nicht die ersten nicht-volljährige Girls sind, die Platten rausbringen:
In den 70ern fing die 17-jährige Amy Grant
(77) damit an, zehn Jahre später war es die 17-jährige Crystal
Lewis (87). Ende der 90er kam dann der Trend mit den 14, 16 und 19
Jahre alten Mädels von Out of Eden (94), der
18-jährigen Rebecca St. James (94) und
den beiden 16-jährigen Kelli Williams
(95) und Jaci Velasquez (96) neu auf. All
diese Damen sind heute vor allem in den USA absolute Superstars und Verkaufsschlager
(auch in der säkularen Szene), und haben mittlerweile ihr eigenes Profil
gefunden.
Und auf die 16 Jahre alte Nikki Leonti
(98), die 18-jährige Heather Miller
(98) und die 15-jährige Natalie LaRue vom gleich(nach)namigen
Duo (99) folgen jetzt eben Stacie und Rachael. Allerdings wird es nun
höchste Zeit, sich zu fragen, ab welcher Altersgrenze man bezüglich der
Musikkarriere einen Schlußstrich ziehen kann und muß!
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