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 Ladysmith
Black Mambazo
"heavenly"

( 1997 Shanachie / Koch Int.;
'Plattenläden' )
1982: WDR-Folkfestival auf der Domplatte in Köln. Ein
Zulu-Männerchor begeistert das Publikum. So etwas hatte ich bisher noch
nie gehört (und gesehen: die trugen nämlich Lendenschurze aus Stroh).
Ein Jahr später machte Paul Simon endlich mal wieder eine Platte, die
aufhorchen ließ. Warum? Unter anderem, weil (Apartheid hin, Apartheid
her) die Jungs aus dem Dorf Ladysmith in Südafrika "Graceland" eine besondere
Note gaben.
Und heute? "Heavenly" ist weit mehr als ein Geheimtip für Freunde schwarzer
Chormusik. Denn Ladysmith Black Mambazo müssen nicht beweisen, was sie
können. Sie lassen andere vortreten und halten sich im Hintergrund. Klasse
Solo-Sänger haben sie sich für diese Produktion dazugeholt, bei drei Titeln
ist der Heritage Gospel Choir dabei, und die Musiker sind auch nicht ohne.
Dann wieder singen sie allein - im typischen A-capella-Zulu-Männerchor-Sound.
Doch nicht nur musikalisch ist diese CD spannend, abwechslungsreich und
trotzdem aus einem Guß. Das gleiche gilt für die Texte: Nachdenkliche,
nichtchristliche Songs, die längst zu Klassikern geworden sind, werfen
Fragen auf, gefolgt von christlichen Titeln, die Antwort und Hoffnung
geben. So wird Bob Dylans "Knockin' on heavens door" mit "Oh happy day"
beantwortet und Billy Joels "River of dreams" mit der Eigenkomposition
"Jesus is my leader".
Obendrein ist der Klang dieser CD so perfekt, daß sie sich zum Testen
von HiFi-Komponenten eignet.
Insgesamt läßt sich der Musikstil schwer eingrenzen. Vielleicht zeigen
die neben dem Klavier beteiligten Tasteninstrumente am ehesten, wo's lang
geht: Wurlizer electric piano, Hammond B3 organ, Fender Rhodes.
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