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 Leeland
"sound of melodies"

( 2006 Essential Records / Gerth
Medien; online )
Der 18jährige Frontmann dieser Gruppe, Leeland Mooring,
wird seit letztes Jahr als neues Wunderkind der CCM-Szene gehandelt, woran
nicht nur dieses Debütalbum "Sound of Melodies" Anteil
trägt, sondern auch die Tatsache, dass der Sänger, Gitarrist
und Songschreiber an den meisten Songs des letzten
Michael-W.-Smith-Albums mitgewirkt hat. Schon ungewöhnlich, dass
sich ein etablierter Sänger mit Sendungsbewußtsein seine Songs
von einem Teenager schreiben läßt, aber dieser Leeland Mooring
muss neidlos als großes Talent bezeichnet werden. Es gibt natürlich
Songs über den Glauben, die ein Leeland Mooring noch nicht schreiben
kann, weil sie gewisse Erfahrungen und längere Wegstreckien mit Gott
voraussetzen - man muss sich also schon überlegen, wie man diesem
Album bei der Bewertung gerecht wird, zumal der softe Kamerrock musikalisch
natürlich Vorbilder durchscheinen läßt: Coldplay und Keane
werden in Vergleichen bemüht; Travis legten bereits 1999 mit ihrem
in mancherlei Hinsicht noch immer unerreichten zweiten Album "The
Man Who" die Spur für inzwischen unzählige neue Bands,
die wie Leeland mit romantischenen und melancholischen Tönen an unsere
Empfindsamkeit appellieren, ohne den Rockfan in uns zu beleidigen. Voraussetzung
dafür ist, dass das Handwerk stimmt, und dies habe ich Leeland ja
bereits bescheinigt.

"Sounds of Melodies" verfügt über Songs mit Ausstrahlung
und der gewissen Portion "Originalität", durch die die
Band auch bei Ausblendung des "Wunderkind-Faktors" noch interessant
bleibt, obwohl sich in letzter Zeit etliche Worshipper genau in diesem
Klanggewand gefielen, in das sich Leeland kleiden. Die Gitarren werden
nur selten härter angeschlagen, Piano- und Steicher veredeln das
Klangbild, die ausgezeichnete, erstaunlich reif klingende Singstimme schwebt
über dem Ganzen. Ganz seltenl gehts mir ein bißchen zu
stark in Richtung jener etwas klebrigen amerikanischer Radioballaden,
die einen als Hörer nicht jeden Tag in gleichermaßen gewogener
Stimmung erwischen, doch zu allermeist kriegen Leeland und ihre Produzenten
rechtzeitig die Kurve. Außerdem spricht für das Album, dass
es Leeland bis zum Ende schaffen, dem Drift in Richtung Seichtigkeit postwendend
starke Passagen folgen zu lassen, so dass man auch nach einer guten Dreiviertelstunde
nicht übersättigt zurücklassen wird, wie es mir zuweilen
selbst bei renommierten "Mitbewerbern" erging. Von den Texten
her schreibt Leeland Mooring meist relativ einfache, aber durchaus virtuos
formulierte Liebeslieder für Gott. "Tears Of The Saints"
ist ein eindrücklicher Aufruf an Christen zu mehr Zeugnis und gehört
damit zu den markantesten der elf Stücke. Für besonders gelungen
und einprägam halte ich auch den letzten Titel "Carried To The
Table".

Der Titeltrack "Sound Of Melodies" bietet mit seinem dezenten
Walzertakt, der mir erst beim dritten Mal Hören auffiel,- eine hübsche
Symbiose zwischen Text und Melodie. Ich traue Leeland zu, dass sie wie
Jars Of Clay einem fulminanten und in
seiner Geschlossenheit überzeugenden Album im Laufe der Zeit noch
Songs hinzufügen werden, die an inhaltlicher Tiefe noch mehr zu bieten
haben Deshalb hoffe ich, dass ihnen die CCM-Szene die Möglichkeiten
für eine Weiterentwicklung einräumt, einschließlich aller
Irrungen und Wirrungen, die zu einem Reifungsprozess gehören.
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