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 Christian
Löer
"unverhoffte Brise"

( 2001 Schulte & Gerth / Gerth
Medien )
Mitte der achtziger Jahre begann Christian Löer
als Liedermacher in der frommen Musikszene im Raum Siegen. Sein bekanntestes
Lied ist bis heute der "Meistermaler (Farbe kommt in dein Leben)".
Sein letztes reguläres Studioalbum, "tolly Typen", erschien
1993. Nachdem er sich in den darauffolgenden Jahren verstärkt seinem
Archtikturberuf widmete, kündigte die 2000er Best-Of bereits eine
Rückkehr ins Musikgeschehen an. Endlich erschien Ende 2001 auch das
langerwartete neue Album.

"Unverhoffte Brise" ist ein rundum gelungenes Werk mit intelligenten,
offenen Texten. Bei der Musik geht Christian eher konventionelle Wege.
Hans-Werner Scharnowski hat wieder einmal produziert. Herausgekommen ist
gefälliger Deutsch-Pop, mit modernen Arrangements, die jedoch immer
Gesang und Text im Mittelpunkt belassen. Bei den Background-Vocals hat
Layna geholfen, deren Mitglieder ja früher Christians Band waren.
Katrin Löer ist Duettpartnerin bei "in guten und schwierigen
Zeiten" (# 4) - was hervorragend gelungen ist.
Persönliche Favoriten von mir sind "alle gegen einen" (#
10), wo es um Jesu Kreuzigung geht. Ebenfalls spitze sind der Titelsong
(# 1) und "geh nicht vorbei" (# 2).

War der Vorgänger "tolle Typen" eher nachdenklich, sozialkritisch
ausgerichtet, so verbreitet "unverhoffte Brise" vielmehr Optimismus
und möchte Lebens- und Glaubensmut vermitteln. Im Titelsong heißt
es: »Auf einmal diese unverhoffte Brise / auf einmal wieder Fernweh
in der Luft / Spürst du, wie der Wind das Schiff bewegt? / Spürst
du, wie er uns ganz neu belebt? / Wir wollen heute Segel setzen und im
Gottvertrauen / wieder neu nach vorne schauen.«
Christian hat alle zwölf Songs selbst geschrieben! Und er hat viel
Tiefgang hineingelegt, ihm gelingt es vieles auf eine neue Art und Weise
zu sagen. Dies macht das Zuhören immer wieder interessant. Es gelingt
dem Künstler aber auch, den Hörer direkt anzusprechen und zwischen
den Zeilen auf Unbequemes hinzuweisen. Offenbar war die mehrjährige
Künstlerpause das Beste was passieren konnte, denn so sind die Lieder
gereift und sprechen von Lebenserfahrung. Selten habe ich solche sprachlich
ausgefeilten und doch so einfach nachvollziehbare Texte gelesen.
Thematisch geht es um die Beziehung zu Gott, sowohl persönlich, als
auch aus Sicht der Gemeinde. Platz hat mit "Up date" auch ein
Lied, daß zur Hymne aller engagierten in Gemeinde und Beruf werden
könnte. Streß verlangt nach neuer Kraft ;-)

Fazit: Im wahrsten Sinne des Wortes eine unverhoffte Brise - Christian
sorgt mit seiner neuen Platte für einigen frischen Wind in der Szene.
Wer hervorragende Texte mag, die es auch bis in die Gemeinde/den Jugendkreis
schaffen könnten, der sollte hier zugreifen!
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