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 Scott
Krippayne
"autobiography – the best of Scott Krippayne"

( 2006 Spring Hill Music / online
)
»Hoffnung für morgen
und Hingabe für heute.«
(~ I Wanna Sing)
Sänger, Liedermacher und Pianoman mit Leidenschaft

Ich liebe seinen spritzigen Hit "I’m Not Cool", der mit knackigen
Versen gegen Erwartungsdruck und Erfolgsdenken aufbegehrt und triumphierend
reimt: »I’m not cool, but that’s okay, my God loves me anyway.«
Auch "I Commend My Soul" hat einen besonderen Platz in meinem
musikalischen Museum. Nach sechs Soloalben veröffentlicht Scott
Krippayne aus Seattle, USA, nun eine grosszügige 71 Minuten lange
Best-of-CD, seine Autobiographie, wie er sie nennt. Je 4 Einspielungen
stammen von "Bright Star Blue Sky" (1999) und "All Of Me"
(2001), 3 von "It Goes Like This" (2003) und glatte 7 von "Gentle
Revolution" (2005). Natürlich fehlt der Gute-Laune-Stifter "I’m
Not Cool" nicht.

Die 18 Tracks wechseln, zeitlich durcheinandergewürfelt, zwischen
gefühlvollen Inspirationals, lebhaftem Piano-Pop mit Billy-Joel-Anleihen
und Scott Krippaynes neuerdings aggressiverem Rock ab und präsentieren
die ganze Palette seiner Herzensbotschaften: Dank- und Lobgesänge
über Gottes Liebe und Güte, Trostlieder, wachrüttelnde
Ansporne zur Nachfolge und ehrliche Bekenntnisse. Bald balladenhaft, bald
explosiv. Der Sänger, Songwriter und Pianoman mit dem ungewöhnlichen
Nachnamen hatte es von Anfang an drauf, radiofreundliche Songs zu komponieren,
in denen jeder Vers sitzt. Auch andere wie Point
of Grace, Jaci Velasquez oder Avalon
belieferte er mit Ohrwürmern. Seine Stärken sind süffige
Melodien, packende Rhythmen, ein oft elektrisierendes Spiel auf den Tasten
und der kräftige, angenehm soulige Gesang voller Leidenschaft und
Sprungkraft. Selbst recht konventionelle Nummern wie "What Breaks
Your Heart", "You Have Been Good" oder "The Best Is
Yet To Come" (die mich in die "My Utmost For His Highest"-Ära
zurückversetzen...) fallen dank dieser Intensität noch heute
positiv auf.
»Jesus
liebt dich. Das wollte ich dir einfach sagen ...«

Der gut gewählte Opener "I Wanna Sing" fasst Scott Krippaynes
Antrieb in Worte: »Ich will von deiner Barmherzigkeit singen
... von deiner Freundlichkeit, will die gute Nachricht verbreiten ...«
Die gute Nachricht von der Erlösung durch Christus brennt ihm spürbar
auf der Zunge. Er singt von Veränderung, die nur Gott bewirken kann
("Alive Again", "Gentle Revolution", "Deeper
Still"), und davon, wie ein Leben als Christ und Christus-Ähnlichkeit
aussehen können ("What Breaks Your Heart", "Cross
of Christ") – oder wie es gerade nicht aussehen soll (explosiv: "Lyin’").
"Every Single Tear" tröstet alle, die traurig oder unsicher
sind: Gott ist da, er hört dein Herz, er weiss alles. Der sympathische
Sänger will seine Zuhörer anstecken mit seinem Entschluss, an
diesem Gott festzuhalten, was auch immer das Leben bringt ("You Are
Still God"). »Du bist für mich gestorben. Nun lebe
ich für dich, Herr. Das ist das mindeste, was ich tun kann«,
verspricht er in "The Least I Can Do".

Es erstaunt natürlich, dass gleich 7 Tracks vom letzten Album stammen,
während das Word-Debüt "Wild Imagination" (1995) und
"More" (1997) gänzlich fehlen. Das hat wohl rechtliche
Gründe. Oft sind solche Best-ofs (erinnert sei an Chris
Rice) zudem Schreibtisch-Produkte eines Labels. Ich kann mir aber
auch denken, dass Scott Krippayne selber die neueren Songs stärker
gewichtet. Er klingt heute risikofreudiger, rockiger und seine Botschaft
radikaler und herausfordernder. Switchfoot
und Maroon 5 haben ihn beeinflusst. Ziemlich aggressiv krachen die Stromsaiten
in "I Am Jesus", in dem er sich selber mit schneidendem Gesang
zu tatkräftiger Barmherzigkeit ermahnt. "Take Me To The Place"
wechselt zwischen mitreissendem Sog und funky hüpfenden Rhythmen.
Ebenso hämmert's und zerrt's in "Gentle Revolution" über
Jesu Liebe, die die Welt verändert – und wir durch ihn. Nachdenklich
wird's in der Ballade "Renée", die sich tatsächlich an
die Schauspielerin Renée Zellweger richtet, aber auch an uns alle, die
wir uns in Hollywood-Scheinwelten flüchten: »Du hast eine
anstrengende Rolle zu spielen. Jesus liebt dich. Das wollte ich dir einfach
sagen.«

Fazit: Wer die früheren CDs besitzt, findet auf dieser Best-of leider
nichts Neues, nicht einmal Neueinspielungen. Aber wer den cleveren Sänger
und Liederschmied, der am ehesten zwischen Steven
Curtis Chapman, Mark Schultz und
Chris Rice angesiedelt werden kann, noch
nicht kennt, kann ihn hier von seiner besten Seite erleben. Seid vorgewarnt:
"I’m Not Cool" wird euch noch lange nachlaufen ...
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