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Sarah Kaiser - ''miracles'' Sarah Kaiser
"miracles"


   ( 2005 Gerth Medien )

Was sie 2002 mit ihrer sehr schönen, jedoch bereits vergriffenen, Jazz&Soul-EP "be my guest" begann, setzt Sarah Kaiser nun auf Albumlänge fort: Sie fröhnt ihrer Passion für guten Jazz, Soul und Gospel. "Miracles" ist ein klasse Album geworden, hervorragend produziert, prächtig eingespielt. Mit ihrem Meisterwerk der soulig-jazzigen Paul-Gerhardt-Vertonungen auf dem Vorgänger "Gast auf Erden" (Gerth 2003) hat die Berlinerin die Grundlage ihrer bislang erfolgreichen Karriere in Deutschland gelegt. Die könnte sich weiter entfalten, denn "miracles" ist herrliche Barmusik, liebliche Hintergrundkulisse, auf hohem Niveau. Radioeinsätze beim musikalisch eigenständigen Deutschlandfunk belegen dies unter anderem. Arrangeur und Produzent Samuel Jersak hat zusammen mit Sarah erneut 'ganze Arbeit' geleistet. Der Sound ist dabei so "schwarz", daß man praktisch keine Unterschiede mehr zu amerikanischen oder britischen Produktionen im selben Genre finden kann. Sarahs Stimme hört man die gute Ausbildung und live-Erfahrung - vom Jazz-Club bis Gospel-Konzert - wirklich an. Zusammen mit Anja Lehmann DIE Stimme aus Deutschland!

Leider bietet die vorliegende Platte nur vier neue eigene Lieder von Sarah und Band, plus ein nettes Instrumental-Interlude. Eigentlich bißchen wenig, könnte man meinen. Andererseits: lieber nur vier wirklich gute Songs - und das ist der Fall! - aufnehmen, anstatt zehn mittelmäßige Platzhalter. Die ausgerissen fremden Federn stammen übrigens von Stevie Wonder ("all I do"), Mahalia Jackson ("I'm gonna wait"), Richard Rodgers/ Oscar Hammerstein ("my favorite things", ein Jazz-Standard), Johnny Burke/ Erroll Garner ("misty" [als Interlude]) und Stephen Sondheim/ Jule Styne ("small world"). Insgesamt ergibt sich eine gleichartige Mischung aller Lieder, der rote Faden ist da. Denn Sarah hat auch die Cover schon länger im live-Programm, sie somit quasi als "ihre" Songs adoptiert. Gleichwohl bekommen sie ein ziemlich neues Gewand, etwa der Gospelklassiker von Mahalia Jackson. Aber unter anderem dies macht auch den Reiz der CD aus: Neues entdecken in einem Soundtrack für viele (Alltags-) Gelegenheiten. Alle beteiligten Gastmusiker tragen natürlich mit zu diesem Hörerlebnis bei. Man hat den Eindruck alles sei "live im Studio" eingespielt wurden, als würde Samuel Jersak neben einem am Piano spielen, Jonas Schön am Sax improvisieren, Lars Binder an Schlagzeug und Percussion loslegen und Martin Simon am Bass. Ihre Spielfreude ist spürbar!

Wer nicht weiß, daß Sarah Christin ist, durch diese CD wird er es nicht unbedingt erfahren. Die Künstlerin hat dennoch kleine Hinweise auf den Schöpfer in ihre "Geschichten" mit eingepackt: dieser eine und einzige Herr, welcher die Schöpfung wunderbar gemacht hat. Diese Lieder (auch die Cover) will sie als persönliche Ausdrücke ihrer Erfahrungen, ihrer Lebensreise verstanden wissen. In der Eigenkomposition "UR" wird diese persönliche Komponente greifbar. Gleichzeitig ist diese Nummer mein Anspieltip, weil sie symbolisch für das ganze Album stehen könnte. Als Zugabe schließt sie sich zudem an den letzten Song an - als versteckter Bonus-Track in einer wunderbaren, akustischen Proberaum-Version.

Fazit: Wer sich an den Covern und manch seichten Liedtexten nicht stört, dem eröffnet sich ein leckeres Menü an ersklassigem Soul-Jazz. Sarah Kaiser hat kleine Lied-Wunder aufgetischt: handwerklich kreativ zubereitet und mit viel Atmosphäre sowie Finesse dargeboten.


—David Decker für CCM-Rezis, November 2005

Daten:
11 (12) Titel / 60 Min.
Musikstil: Jazz-Pop, Soul, Gospel
Label(s): 2005 Gerth Medien, Asslar; online
Website: http://www.sarahkaiser.de

Wo kaufen?:
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weitere CDs - siehe Sarah Kaiser-Künstlerseite >>
 


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