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 Joy
Electric
"the art and craft of popular music 1994-2002"

( 2002 BEC/Tooth & Nail /
Gerth Medien )
Das ist auch mal eine neue Art, eine Best-Of-Produktion
herauszubringen: Man legt einfach ein neues Album mit dazu! So geschehen
bei Joy Electric und der ersten 'Greatest
Hits'-Sammlung dieser Elekronik-Formation. Die zweite CD ist voll mit
vielen bekannten Stücken von 1994-2001. Disc Nummer eins dagegen
enthält alles neue Aufnahmen, die man eigentlich als B-Seiten bezeichnen
könnte (und andere Interpreten es wohl auch machen würden),
aber Joy Electric-Frontmann Ronnie Martin meint, für ihn seien die
Songs gleichwertig zu denen von früheren Alben. - Da kann ich ihm
nur beipflichten! - Er hätte sowieso immer auswählen müssen,
welche Songs es nun auf ein Album schaffen und welche nicht, schreibt
Ronnie im Booklet, die Unterscheidung 'normal' und 'B-Seite' gab es für
ihn nie.

Soundmäßig gibt es bei dieser außergewöhnlichen
Band nichts neues: Alle erstmals veröffentlichten Lieder knüpfen
an bekannte Joy Electric-Klänge an. Mir gefallen davon am besten
"the Matterhorn" (# 1) und der Dance-Track "dance to moroder"
(# 2), welche beide auch auf der neuen Indie-EP "starcadia"
enthalten sind. Alle drei Remixe am Ende des ersten Teils sind für
den Song "we are rock" vom letzten Album "the white songbook"
(2001, BEC Recordings) und zwar von einem Alternative-Künstler namens
The Faint, von den Genre-Kollegen Norway und den Synthiepop-Meistern The
Echoing Green. Leider sind keine Texte zu diesen Liedern der ersten
CD abgedruckt, aber man findet die meisten erfreulicherweise auf der Band-Homepage.

Auf der zweiten Scheibe geht es munter so weiter: Die Hitsammlung bietet
Synthpop in verschiedenen Stimmungslagen und Geschwindigkeiten. Mal nähert
es sich klassichem Techno/Dance an, mal wieder New Wave und experimentellen
Alternative-Sounds. Insgesamt gibt es 19 (!) Stücke hier zu hören,
unter anderem dabei sind "drum machine joy" (# 1), "monosynth"
(# 12) und "disco for a ride" (# 15) sowie natürlich auch
die bekannte Message-Single "children of the Lord" (# 17). Die
Lyrics wurden für diese Songs ebenfalls eingespart im Booklet (Fans
haben eh alles...), dafür kommentiert Ronnie ausführlich jedes
Band-Album zur Entstehung, Motiv usw..

Fazit: Dies ist ungewöhnliche, aber sehr gute Musik! Für Joy
Electric-Fans und Sammler ist das Set natürlich unverzichtbar. Wer
Ronnie Martin & Co. noch nicht kennt, sollte unbedingt mal reinchecken
und auf elektronische Entdeckungsreise gehen...
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