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Jars Of Clay galten Ende
der neunziger Jahre als eine der besten und talentiertesten Bands der
christlichen Szene. Auf ihrem vierten Album bringen sie wieder frischen
Rock, wobei man feststellen muß, dass die Songs nicht mehr ganz
so stark daherkommen wie auf früheren Alben und das finde ich schade.
Es fehlen irgendwie die Elemente, an denen man auf vorherigen Alben Jars
Of Clay erkannt hat. Es fehlt zum Beispiel ein knalliger Mitsing-Song
wie "Flood" von ihrem ersten Album. |
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Die irdenen Gefäße sind zurück. Nach zweieinhalb Jahren war die Geduld der Fans dann auch am Ende angelangt. Während es in der Zwischenzeit wieder einige Raritäten gab und über ein mögliches Weihnachtsalbum des Quartetts spekuliert wurde (Aufnahmen dazu wurden im Herbst 2001 vorerst abgebrochen...), haben die Jungs neue Lieder komponiert und sich um die professionelle Umsetzung der neuen Musik gekümmert. Dies haben sie nun erstmals fast völlig allein vorgenommen, denn die Band ist ihr eigener Produzent und hat sich auch um das Layout etc. gekümmert. Bei vier 'Apple Mac'-Freaks durchaus selbstverständlich... Wenn Jars Of Clay sagen, sie haben wieder selbst produziert und damit jeden Fremdeinfluß auf den Klang ausgeschaltet, so ist das zwar sehr schön, aber ob es letztendlich reichen wird, sich im hartumkämpften Geschäft bei Kritik und Fans zu behaupten, ist doch etwas fraglich. Sicher, die Samples, wie auf dem selbstbetitelten Überflieger, sind manchmal wieder etwas deutlicher zu hören. Ansonsten wurde aber der schöne Folkrock nun entgültig durch kalkulierbaren Einheitsbrei ersetzt. Insofern ist es für mich nicht nachvollziehbar, warum ein wieder von der Band selbst produziertes Album plötzlich herausragend gut sein soll, wie es Plattenfirma, viele Kritiker und Fans vorgaukeln! Als erste Singleauskopplung besitzt "I need you" zwar alle Qualitäten eines Smash-Hits, läßt jedoch leider auch einige typische Dudelradioklischees anklingen. Die Refrain-Zeile "I need you / I need you" wird dermaßen oft wiederholt, daß das Lied auch schnell wieder aus dem Ohr raus ist, obschon es einen herrlichen Gitarrensound hat. Beste Songs der Platte und gleichzeitig meine Anspieltips sind "disappear" (# 1), revolution" (# 3), das sehr eindrückliche "silence" (# 6) und das abschließende "the edge of water" (# 11) - wobei "I need you" mal außer Konkurrenz läuft... Hätten alle Stücke diese Qualitäten, wäre die Scheibe ein echter Oberhammer, so ist sie leider nur leicht unter dem Durchschnitt angesiedelt. Es plätschert alles zu sehr vor sich hin, kaum voneinander unterscheidbar. "Fly" (# 4) ist zwar die zweite Radioauskopplung, aber ich frage mich verzweifelt, was daran so Hit-mäßig sein soll. Auf diesem Album vermisse ich solche Glanzleistungen wie "this road" von "City On A Hill" (2000, Essential) oder "the comforter has come" von "City On A Hill 2" (2002, Essential) oder gar solch ein Werk wie "the widowing field" vom Soundtrack zu "We Were Soldiers" (2002, Sony). Über den Vorgänger "if I left the zoo" haben sich viele mir bekannte Kritiker das Maul zerissen, jedoch war diese CD in sich stimmiger, hatte nachvollziehbarere Texte und vor allem schöne Melodien, die noch dazu eingängig waren. Ein Problem mit der Band habe ich nach wie vor: Es sind die Liedtexte. Ich kann weder verstehen, was sie bedeuten sollen, noch mir ausmalen, an wen sie gerichtet zu sein scheinen. Zwar sagt Jars Of Clay, sie hätten eine Botschaft und wollten Leute erreichen. Nur, welche konkrete Botschaft und welche Leute genau, sagen sie nicht. Noch immer sagen die Texte alles und nichts zugleich. Jeder kann sein Ding hineininterpretieren. Dies ist das Verhängnis der vier Herren, sie möchten offenbar bei niemand anecken und haben dadurch nichts mehr zu sagen. Ist es denn wirklich notwendig, daß man Liedtexte von sogenannten christlichen Musikern erst entkodieren muß, um sie irgendwie sinnvoll verstehen zu können? Wahrscheinlich geht es auf diesem Album um zwischenmenschliche Beziehung oder auch um die Beziehung zu Gott. Das ist nicht feststellbar, denn Begriffe wie "Gott", "Jesus" oder "Herr" tauchen nicht auf. Aus "deine Liebe" oder der Erwähnung von "beten" kann man sich nicht viel nehmen. Trotzdem sind die Texte sehr lyrisch und zumindest beim letzten Lied, "the edge of water", wird etwas von den Problemen und Zweifeln der Erzählerfigur deutlich, die aber vom Schrei übertönt werden, 'wann kommst du zurück?'. Fazit: "The eleventh hour" hat von jedem (Vorgängeralbum) etwas, aber von keinem etwas richtig. Was nützt die modernste Technik, der lupenreinste Klang und eine Selbst-Produktion, wenn das Ergebnis nicht so kreativ und innovativ ankommt, wie es angepriesen wird? - Diese Platte ist nur etwas für Fans der Band. |
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Musikstil: Modern-Rock, Pop, Folk-Rock Label(s): 2002 Essential Records, USA / Asaph Musik, Lüdenscheid; Gerth Medien, Asslar; 'Plattenläden'; online Website: http://www.jarsofclay.com / Fan-Site Wo kaufen?: bestellen im Gerth-Shop... |
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