Jake - ''army of love''Jake
"army of love"


   ( 2002 Reunion Records / Asaph Musik )

AOL - das kann nicht nur der Internet-Dienst sein (der einen ständig mit seinen Abo-CDs belästigt), sondern seit kurzem auch das zweite Album von Jake. Dies bedeutet nämlich dann "army of love" (dt.: "Armee der Liebe").
Der Zweitling der drei Kanadier klingt etwas anders als deren selbstbetiteltes Debüt, mehr Richtung Rockband, der Dancefloor fehlt jetzt. Allerdings klingt vieles zu allerweltsmäßig, Kreativität und Eigenständigkeit wird vermißt, wenn da nicht die absolute Charakterstimme des Sängers wäre, würde die Platte bei mir untergehen.

Jake räumen auf diesem Album noch deutlicher mit der Fehleinschätzung auf, sie seien eine typische Boygroup. Sie spielen nämlich ihre Instrumente selbst, schreiben ihre Lieder selbst und haben nicht diesen typischen klebrigen Plastik-Sound. Im beigefügten Videoclip auf CD-ROM-Spur zu "army of love" sieht man eine richtige Rockband - eine Entwicklung, die ganz sicher in die richtige Richtung weist, will das Trio auch in den nächsten Jahren noch erfolgreich sein.

Der Text des Titelsongs (# 1) erschließt sich mir nicht ganz. Wer ist denn wirklich mit "wir" gemeint? Eine Zeile im Refrain lautet "wir sind hier, um dich freizumachen". Dazu fällt mir ein, daß nur Jesus Christus echte Befreiung schenkt. Wenn Jake mit dem Lied was zur Nächstenliebe sagen wollten, sollten sie es beim nächsten Mal etwas präziser tun. Von der echten Befreiung im biblischen Sinne handelt dann aber "free" (# 4), wo es um Befreiung aus Sünde geht. Das letzte Stück, "I am sure" ist ein gelungenes Cover von Michael W. Smith (von dessen zweiter CD von 1984!), hier geht es darum, daß der Terror dieser Welt aufhören wird, wenn Jesus wiederkommt. Eine lebendige Hoffnung! Alle restlichen Lieder sind mehr oder weniger in die Kategorie "Love Song" einzuordnen - eben keine allzugroße Relevanz, da beliebig interpretierbar. Hier hätte ich echt mal mehr von den Jungs erwartet. Positiv anzumerken ist jedoch, daß Toby Penner von der Band fast alle Songs selbst geschrieben hat.

Fazit: Ein Nachfolger, der gemischte Gefühle auslöst. - Für die Musik empfiehlt sich ein Boxentest, die Liedtexte kann ich hier größtenteils nicht befürworten.


—David Decker für CCM-Rezis, März 2002

Daten:
11 Titel / 42 Min.
Musikstil: Pop
Label(s): 2002 Reunion Records, USA / Asaph Musik, Lüdenscheid
Website: http://www.jakemusic.com
 


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