John Angelina's Amem - ''high on fidelity''John Angelina's Amen
"high on fidelity"


   ( 2002 Long Road Records / Asaph Musik )

John Angelin's Band "Amen" veröffentlichte bereits 1998 ihr Debütalbum "why" in Deutschland. Nun sind sie zurück mit einer sehr ungewöhnlichen Rockplatte. Doch zunächst zum Band-Chef selbst: John ist mit Rockmusik aufgewachsen, er spielte in diversen Rockbands, wie etwa Deep Purple und Van Halen. Irgendwann bekehrte er sich zum christlichen Glauben und irgendwann verschlug es ihn nach Deutschland. Nun lebt er schon einige Jahre in München und macht nun dort seine Musik zur Ehre Gottes.

"High on fidelity" hat nur ganze acht Songs zu bieten, dafür aber auch eine Spielzeit von 53 Minuten! Möglich wird dies unter anderem durch das 19 Minuten lange Konzeptstück "Patmos" (# 8). Die Musik der CD ist Mainstream-Rock mit großen Einflüssen aus den 70er Jahren aber auch des Gitarrenrocks der 90er Jahre. Hinzu gesellt sich die durchdringende Stimme des Frontmannes. Heraus kommen dabei abgehende Stadion-Rockhymnen, zarte Balladen, aber auch experimentellere Stücke, mit Gitarren-Instrumentalpassagen.

Rein textlich gesehen handelt es sich aus meiner Sicht schon um ein Konzeptalbum - die inhaltliche Intensität ist groß. John versucht mit seinen Texten den Hörer wie auf eine Reise mitzunehmen und ihn direkt anzusprechen, ihm etwas zu erzählen. Es gibt hier keine frommen Dampfhammer-Botschaften, sondern eher ruhige Zwischentöne. Sein Hauptanliegen ist dabei, dem Hörer etwas von der Liebe des Schöpfers zu vermitteln, einen "göttlichen Funken" sozusagen. Die Reise erreicht ihren Höhepunkt im vorletzten und letzten Stück. "Signs and wonders" stellt heraus, daß es nur bei Jesus Zeichen und Wunder' gibt, wenn man Seinem Wort folgt, Er ist der einzige Weg zum Heil. Ein sehr bewegendes Thema greift "Patmos" auf, nämlich die Offenbarung Gottes an den Jünger Johannes, der damals auf der Insel Patmos in der Verbannung war. Dieser bildhafte, visionäre Titel vermittelt etwas von Gottes Absichten am Ende dieser Welt und ist formell in sechs Akten aufgebaut.

Äußerst ungewöhnlich - aber eindrücklich! - ist das Layout, Booklet und Cover-Bild des Projekts. Auf den ersten Blick fühlt man sich in die 70er Jahre zurückversetzt, wozu unvermeidlich die Reminiszenz an die Vinyl-Ära beiträgt. Ein klassisches Booklet, gibt es nicht, dafür nur einzelne Blätter, die völlig unterschiedlich gestaltet sind - sie pendeln zwischen Handmalerei, futuristischem Computerdesign witzigen Effekten... Es ist also durchaus auch optisch aufregend sich durch die Texte zu arbeiten ;-)

Fazit: Ein total ungewöhnliches Rockalbum mit interessantem Art-Rock und einem völlig anderen Konzept. John Angelina hat mich aber mit seiner zeitlosen künstlerischen Arbeit überzeugt und ich kann nur jedem empfehlen sich das mal anzuschauen und natürlich anzuhören. Es lohnt sich!


—David Decker für CCM-Rezis, Oktober & November 2002

Daten:
8 Titel / 53 Min.
Musikstil: Rock, Art-Rock
Label(s): 2002 Long Road Records / g.l. medien GmbH, Feldkirchen / Asaph
               Musik, Lüdenscheid
Website: http://www.amen-music.com
 


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