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Daniel Jacobi - ''bereitet den Weg''Daniel Jacobi
"bereitet den Weg"


   ( 2005 Gerth Medien )

Revolutionär und Psalmist - beides trifft sicherlich auf Daniel Jacobi zu. Einerseits hat der die deutsche Lobpreis-Szenerie stark beeinflußt, um nicht zu sagen, revolutioniert ("ILWJ"-Serie), andererseits versucht er als Liederschreiber immer wieder geistlich-musikalische Ausdrucksformen zu finden. Während sein Debütalbum ziemlich genau vier Jahre zurückliegt, so war er doch in der Zwischenzeit nicht untätig: zahlreiche neue Lieder, deutsche Übertragungen englischsprachiger Songs sowie Mitwirkungen bei CD-Produktionen belegen dies auszugsweise. Mit dem jetzt vorliegenden zweiten Projekt "bereitet den Weg" schärfte er seinen Stil und seine "Linie".

Produziert von Ralf Gustke (u.a. Schlagzeuger in der X.Naidoo-Band) kommt der Sound nunmehr geradlinig, energisch und direkt daher. Diese Neuausrichtung hat den Liedern sehr gut getan! Es gibt viel weniger Experimente, dafür eine klare Linie. Trotzdem klingt die Platte alles andere als "altbacken". Man spürt dieser Musik einfach den Charakter ihres Schöpfers bzw. Interpreten ab: So ist Herr Jacobi - impulsiv, extrovertiert, aber auch verletzlich, demütig. Als Kompositionen klingen die neuen Lieder hörbar gereift gegenüber dem Vorgänger, auch die Texte "fließen" jetzt besser, fügen sich ein in die Arrangements. Letztere überdröhnen gelegentlich den ebenfalls "gewachsenen" Gesang. Rockt die Scheibe am Anfang und Ende ganz besonders, so bietet sie in der Mitte eine Art Ruhe- und Besinnungszentrum: körperliches und seelisches Innehalten sozusagen... ;-)

Neben Stadionrock-Hymnen und Pop-Balladen gibt es auch ein tolles Stück EMO (Emotional Rock), "komm zur Quelle" (# 11) erinnert mich an ältere Stücke aus den 90ern, etwa von Velour 100 (wer kennt die noch? :-). Bei "wieder mal so weit" (# 5) wurden im Schlußteil gleich zwei Hits als Bridge mit verarbeitet: einmal "so sehn Sieger aus" sowie "Gunatanamera", besser bekannt als "es gibt nur ein Rudi Völler" - Daniel hat »es gibt nur einen Erlöser« daraus gemacht. Und in Anlehnung an Apostelgeschichte Kapitel vier, Vers zwölf haben sie damit natürlich völlig recht!

Als Gäste treten neben dem Produzent unter anderem Lothar Kosse, Marcus Watta, Matthias Heimlicher und Marc Ebermann als Arrangeure und Instrumentalisten in Erscheinung. Außerdem kann man Michael Janz (Beatbetrieb), Conny Reusch & Rebecca Schreiner (beide Immanuel Lobpreiswerkstatt) sowie Daniels drei Kinder als Background- bzw. Chorsänger hören! Dies alles bringt das gewisse Etwas in dieses Werk hinein, genauso wie das bemerkenswerte Solo der 16jährigen Larissa Baumann, die bei "hautnah" ihre Stimme wirken läßt. Vielleicht hört man von ihr demnächst mehr - was ich begrüßen würde!

Die Texte sollen nach eigenem Anspruch des Künstlers besonders die Siege des Glaubens bzw. des Siegers selber, Jesus Christus, herausstellen. Es gibt also eine sehr positive, optimistische, überschwengliche Stoßrichtung zu entdecken. Auf der anderen Seite steht jedoch die Absicht, auch Krisenzeiten auf dem Weg mit Jesus zu verarbeiten und durch diese Ehrlichkeit dem Zuhörer Mut zu machen bei eigenen "schlechten Zeiten". Denn eines ist klar: Die Hoffnung hat Daniel tief in sich, das kommt immer wieder durch. Während er weniger mit sprachlichen Bildern arbeitet, sagt er lieber gleich, was Phase ist; wie er fühlt und denkt. Seine Texte bieten teilweise große Emotionalität. Dabei bleiben sie inhaltlich deutlich und schämen sich des Namens Jesu nicht.

Neben der ganzen Musik findet sich sogar noch ein CD-ROM-Teil auf der CD! Hier gibt es zwei Kurze Videos, von Daniel bzw. den Studioaufnahmen. Hinzu kommen die Powerpoint-Texte von allen Liedern, graphisch sehr lecker aufbereitet (!) und die kompletten Noten zum Lied "manchmal". Das ganze wurde mit relativ einfachen Mitteln erstellt, doch das Ergebnis gefällt und genügt professionellen Ansprüchen. (Hier könnten sich andere Acts durchaus mal ein paar Ideen holen...)

Fazit: "Bereitet den Weg" wird sicher den Weg bereiten für manches gute neue Lied in der hiesigen Gemeinde- und Jugendarbeit. Man sieht bei Daniel Jacobi als Künstler eine Weiterentwicklung und er zieht sein Ding durch - das gefällt mir. Wer christliche Musik mit deutschen Texten und den Prädikaten 'aufrichtig', 'freimütig' und 'grobkörnig' sucht, sollte sich dieses Projekt ruhig einmal näher anschauen!


—David Decker für CCM-Rezis, Februar 2005


Er ist neben Albert Frey und Lothar Kosse der wohl erfolgreichste deutsche Lobpreiskomponist. Auch auf "Bereitet den Weg" finden sich wieder 13 Lieder, mit denen Daniel Jacobi Gott groß machen möchte. Und einige davon werden absehbarer Zeit auch in vielen Jugendgruppen gesungen werden. Neben rockigen, stark gitarrenlastigen Songs wie "Bereitet den Weg" oder "Wieder mal soweit" finden sich auch ruhige besinnliche Balladen ("In deinen Armen bin ich sicher"). Überhaupt wird das Album nach einer schwungvollen ersten Hälfte im Laufe der Zeit immer ruhiger.

Daniel Jacobi teilt die Lieder seiner CD selbst in zwei Kategorien ein. Auf der einen Seite sind es "proklamative Siegessongs", Lieder in denen Gott als König gefeiert und die Ausbreitung seines Reiches besungen wird. In Zeiten von Terrorismus und Tsunami, in einer Welt, in der das Böse scheinbar immer mehr die Oberhand bekommt, ist es wichtig, die Augen für die geistliche Wirklichkeit geöffnet zu bekommen: Gott steht darüber, er wird am Ende den Sieg über alle Mächte behalten und sein Reich für immer aufrichten. Als unpassend empfinde ich allerdings die kämpferische Wortwahl: Christen als "heilige Krieger, besessen von Gott". Auch wenn im selben Lied ("Bereitet den Weg") erklärt wird: "die Liebe ist ihr Schwert". In Zeiten islamistischer Selbstmordattentäter kann das schnell missverstanden werden. Gerade wenn als Hörer nicht nur Christen im Blick sind, sondern auch Leute, die Gott noch gar nicht kennen, wie im Booklet zu lesen ist. Abgesehen davon, bezeichnet "besessen" in der Bibel immer den Einfluss einer negativen Macht. Gottes Geist dagegen macht den Menschen gerade nicht zu einer Marionette.

Mit dem anderen Teil der Lieder möchte Daniel Jacobi erzählen, dass Gott nicht nur der Herr des Universums ist, sondern sich auch um jeden einzelnen Menschen kümmert. In diesen Songs kommt die Nähe und Treue Gottes zum Ausdruck. So wird im Lied "Getrennt von dir" eindrücklich und klar der Weg beschrieben, wie ein Mensch mit Gott versöhnt werden kann. Manche dieser Lieder leiden jedoch an einer Distanzlosigkeit Gott gegenüber. So wird Gott schnell zum Kuschel-Gott, der mich "auf den Schoß" nimmt (so in "Hier vor deinem Thron") und sich scheinbar nur um mich und mein Wohlergehen dreht. Da wünscht man sich etwas mehr Ehrfurcht, die die biblischen Schreiber ergriffen hat, als sie in der Gegenwart Gottes standen. Zu den 13 Songs gibt's einen ausführlichen Multimediateil mit PowerPoint- Präsentationen zu jedem Titel, Vorstellung der Band und ein paar Sätzen von Daniel Jacobi zu seinen Liedern und zu seinem großen Gott.

—Andreas Schmidt für komm! 2-2005

Daten:
13 (14) Titel / 64 Min.
Musikstil: Rock, Lobpreis
Label(s): 2005 Gerth Medien, Asslar
Website: http://www.genx-music.de

Wo kaufen?:
bestellen im Gerth-Shop...

weitere CDs - siehe Daniel Jacobi-Künstlerseite >>
 


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