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Kim Hill - ''broken things''Kim Hill
"broken things"


   ( 2006 33rd Street Records / online )

»Durch Jesus Christus haben wir auch
Zugang zu dieser Gnade, in der wir stehen.«
(Bibel, Römerbrief 5, 1)

Kim Hill, CCM-Veteranin mit der unverwechselbaren tiefen Altstimme, legt mit "Broken Things" ein neues Studioalbum vor. Wie schon auf "The Fire Again" (1997) nach ihrem Abstecher in den Country-Mainstream schlagen sich ihre jüngsten Lebenslektionen in den neuen Liedern nieder, die sie zur Hälfte mitschrieb. Besonders prägend waren ihre Scheidung und ihre Gespräche mit andern Frauen über Schuld, Scham und Heilung. In einer geschickten Choreographie führt sie uns Song um Song jedoch nicht nur hinein in Gefühle der Schuld und der Verlorenheit, sondern zeigt auch mit Nachdruck einen Ausweg auf: Gottes immense Barmherzigkeit.

Lieder mit Nachdruck über Gottes Vergebung

Schon der Eröffnungstrack "Here Inside of Me", geschrieben von Andy Gullahorn und Chad Cates, betont, dass die Bibelworte über Gottes Gnade gegenüber Sündern, die bei ihm Vergebung suchen, wahr sind (z. B. Römer 3, 20-26; Römer 5, 1-2; 1. Johannes 1, 9; Jesaja 43, 25) – egal, was die Gefühle oder andere Menschen sagen mögen. Obwohl er es nicht nötig hätte, nimmt Gottes Geist Wohnung in Menschenherzen und wirkt dort: »Es ist erstaunlich, wie der Schöpfer des Universums, der Eine, der die Gewässer und das Meer trennte, der lebt, regiert und über die Erde wacht, genau hier in meinem Herzen Wohnung nehmen will.« "A Million Pieces" beschreibt die Verzweiflung einer "Sie" vor dem Scherbenhaufen ihrer Ehe. Es ist keine billige Entschuldigung, sondern ein Eingeständnis der eigenen Unzulänglichkeit und Schuld, wenn sie bei dem Zuflucht sucht, der zerbrochene Herzen wiederherstellen kann. »Ich lege mein verwundetes Herz nieder unter einem einsamen Stern. Du hast mich unterm Kreuz gefunden und mich frei gemacht«, heisst es anschaulich in "Lover of My Soul": »Mein zerrüttetes Leben wurde wieder heil gemacht. Mein Herz singt für immer Dein Lob.« Jesus ist dieser Geliebte der Seele, der beste Freund, den ein Sünder haben kann. Er wendet sich nicht ab, wenn wir unser Innerstes ausschütten ("Run Away", "Wide").

Kim Hill Die Lyrics wirken oft wie ein Gedanken- oder Gesprächs-"Protokoll", direkt, auch etwas sprunghaft. Mit den hintersinnigen Versen von Andy Gullahorn ("You Don't Belong Here") und Jill Phillips ("Blame Somebody Else") fordert uns Kim Hill zu Selbstkritik, Barmherzigkeit und Mitleid auf, statt dass wir selbstgerecht auf andere zeigen. Wie viel spektakulärer als alles Geschwätz über die Fehler anderer ist doch die Botschaft, dass es Vergebung gibt und einen Neuanfang ("Deeper", "Shelter")! "Clean" wendet sich an alle, die ihre Schuld nicht länger weitertragen wollen: "Ich kenne einen, der helfen kann. Denn du kannst das nicht selber bewirken ... Er wird dich reinwaschen, wird jede Zeile, jede Szene ausradieren. Dir deine Unschuld zurückgeben." Der ruhige, für einmal zart gesungene Abschluss am Klavier, "Just The Same" (geschrieben von Kate Miner), sinnt über Gottes Liebe zu seinen Kindern nach, die nicht je nach Benehmen grösser oder kleiner wird, sondern jederzeit riesig ist.

Soundmässig einige Kapitel zurückgeblättert

Und wie klingt das? Sehr dynamisch und eindringlich, etwas überraschungsarm und eher retro. "Broken Things" schlägt kein neues Kapitel auf, vielmehr wird zurückgeblättert. Mit 42 Jahren wollte Kim Hill zusammen mit Produzent Paul Ebersold an ihr erfolgreiches drittes Album "Brave Heart" (1991) anknüpfen: kraftvoller Folk-Rock mit viel Akustikgitarre, oft scherbelnden oder wimmernden E-Gitarren, dichten BGV in den Refrains und kräftigen bis aggressiven Drums, die den energischen Gesang vorantreiben. Solide, aber nicht überproduziert. In zwei, drei Tracks finde ich den Sound zu lärmig, zu unsensibel, als ob der Rock um des Rocks willen aufgebläht wurde. "A Million Pieces" oder "Blame Somebody Else" überzeugen dagegen mit intensiver Stimmung, wirkungsvollen Spannungsbögen und cooler Gitarrenarbeit. Das Verdienst dieses Albums ist es auf jeden Fall, dass sich die Sängerin nicht hinter formelhaften Worten über Gnade und Vergebung versteckt.

Fazit: Glücklich, wer Gottes überwältigende Liebe, wer seine Gnade, irreversible Vergebung und Gerechtigkeit am Tiefpunkt seines Lebens erfahren durfte! Wer diese Botschaft aus Kim Hills folkigem Rock heraushört, wird Trost im Scherbenhaufen seines eigenen Lebens finden.


—Monica Seidler für CCM-Rezis, August 2006

Daten:
11 Titel / 43 Min.
Musikstil: Folk-Rock, Adult Rock, Worship
Label(s): 2006 Independent, 33rd Street Records, USA / online
Website: www.kimhillmusic.com  /  myspace

Wo anhören und kaufen?:
CD Baby (USA) / iTunes

weitere CDs - siehe Kim Hill-Künstlerseite >>
 


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