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 JJ Heller
"songs that I know"

( 2004 Stone Table Records / online
)
»Wo bin ich? Warum ist es hier unten so dunkel? Kennst Du mich? Erkennt denn niemand mein Gesicht? Oder bin ich austauschbar? Bin ich austauschbar?« (~ "Alone")
Lieder, die die Fragen des Herzens ernst nehmen

JJ Heller aus Phoenix, Arizona, die vor kurzem ihr neues Album "Only Love Remains" (2006) vorgelegt hat, bewies bereits 2004 mit "Songs That I Know" ihr Talent für melodiöse und gedankenvolle Lieder, die nicht nur musikalisch einfahren, sondern vor allem zu Herzen gehen. Ihr gitarrenreicher Folk-Rock klingt schon hier erstaunlich eigenständig. JJ Heller versteht es, stimmungsvolle Verse zu dichten, die spontan wirken und Gefühle in intensive Bilder fassen. Mit ihrem ausdrucksvollen, hellen Gesang – vergleichbar mit Patty Griffin – lädt sie die Worte zusätzlich mit Bedeutung auf. Lässt sie tief eindringen, schweben, nachhallen. Man muss einfach hinhören und mitfühlen, wenn sie von Einsamkeit, Selbstzweifeln, Entfremdung singt, von der Sehnsucht, ihren Platz im Leben zu finden, und immer wieder vom Wunsch nach Annahme und Verstandenwerden.
Ihre ehrlichen und nachdenklichen Herzens-Einblicke werden von vielen, besonders aber vom weiblichen Publikum als heilsam empfunden; denn sie fangen den zarten Augenblick ein, wo Zweifel in Hoffnung, Trauer in Trost oder Einsamkeit in Nähe umzuschlagen beginnt. Antworten auf ihre Herzens-Fragen sucht die 23-jährige Christin bei einem lebendigen Gott, an den sie glaubt und dem sie ihr Leben anvertraut hat. An ihn persönlich wenden sich ihre poetischen Lieder wie im vertraulichen Gespräch. Das zarte Schlusslied "Believe in Me" (# 9) bittet ihn, er möge deutlich in ihr Leben sprechen: "Verzweifeltes Suchen nach meinem Platz, nach meinem Raum. Ich ertrinke in Verwirrung darüber, was ich sein soll. Mach etwas aus mir! Ich werde auf Deinen Ruf hineilen, an Deinen Lippen hängen. Aber bitte, Herr, sprich laut, denn ich kann es mir nicht leisten, es zu überhören."
Grooviger Akustik-Rock in kleiner Besetzung

JJ Hellers Debüt klingt rockiger und kantiger als "Only
Love Remains" mit seinem warmen, geglätteten Folk-Pop. Es
mag weniger perfekt ausgefallen sein, dafür aber grooviger, mit starker
Live-Atmosphäre. Das wichtigste Begleitinstrument ist die Gitarre,
akustisch und elektrisch; an ihr sind Ehemann Dave Heller und Co-Produzent
Brock Caldwell (auch perc, dr, b) im Einsatz. Patrick Andrew (PFR) steuert
einige stimmige Bässe bei. Wenn sie will, kann die Sängerin
richtig schrill und energisch klingen, etwa im Upbeat-Track "Hero"
(# 6) und im rockigen Schluss von "Speak My Name" (# 4). "More"
(# 3) sticht mit seinen eindringlichen Wiederholungen, überblendeten
Vocals und hämmerndem Schlagzeug heraus. Aber ebenso oft lässt
JJ Heller Nachdenklichkeit, Wärme und auch Verletzlichkeit einfliessen,
etwa im wehmütigen "The Last Time" (# 5). Besonders das
lyrische "Lover of Ashes" (# 2), in dem sich das singende Ich
rückhaltlos dem anvertraut, der noch aus Asche Schönes erstehen
lassen kann, zeigt ihre gesangliche Kreativität und ihren eigenständigen
Stil. Erwähnt sei auch der tolle akustische Bonus-Track ("Crying
Out Loud") mit leidenschaftlichem Gesang und Gitarrenspiel.

Fazit: zeitgenössischer femininer Folk-Rock mit Nachhall, irgendwo
zwischen Jill Paquette und Jennifer
Knapp! Ich empfehle dieses und das neuste Album von JJ
Heller allen Freunden von gefühlvoller Songwriterkunst – und
besonders jenen, die gerne zu- und in sich hineinhören und Fragen,
Zweifel oder Leeregefühle ernst nehmen.

Meine Favoriten: Lover of Ashes, Speak My Name, Hero, Believe in Me.
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