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Hopf - ''hopf (e.p.)'' Hopf
"hopf" (EP)


   ( 2003 Felsenfest / Kawohl )

Erster Eindruck: Das Coverbild wirkt auf mich wie eine Art Boygroup-Verschnitt und Zwischending von Pur- und Fools Garden-Bandfoto... ;-)  Zweiter Eindruck: Legt man das Scheibchen in den CD-Player wird abgerockt auf recht hohem Niveau. Hopf wurden seit dem Auftritt bei der Promikon im Februar 2003 stark beworben und vermarktet, nicht nur (aber besonders da!) im christlichen Bereich. Die teilweise etwas überzogenen Lobeshymnen müssen nun durch das vorliegende Produkt gerechtfertigt werden. Und soviel kann ich vorwegnehmen: Fast auf der ganzen Linie wurden die Versprechen eingelöst. Hopf aus Göppingen (Baden-Württemberg) macht keine "Hüpf-Musik" für junge Hüpfer, sondern soliden Pop-Rock für alle Altersgruppen. Als Protagonisten treten Gitarrist, Liederschreiber und Band-Namensgeber Johannes Hopf, Keyboarder und Liederschreiber Markus Herzer, Bassist Patrick Müller, Schlagzeuger Frank Seybold sowie Leadsänger Claus-Peter Eberwein auf die Bildfläche.

Bei dem Produzenten-Duo Udo Rinklin und Florian Sitzmann kann ja eigentlich auch nichts mehr schiefgehen: Deutsch-Rock-Arrangements mit netten Keyboard- Effekten, nicht unähnlich dem Sound von Nena in der säkularen Szene. Die Stimme von Sänger Claus-Peter Eberwein klingt tief und kernig und dürfte sicher zum Hauptmarkenzeichen der Band werden. Neben den Liedtexten natürlich, deren Lyrik teilweise an die Dichtung des verstorbenen Ararat-Frontmannes Christian Stäbler erinnert. Bei soviel Vergleichen soll der Leser jetzt keine Angst haben, Hopf wäre nur eine Kopie von irgend jemandem - mitnichten! - die Formation aus Süddeutschland macht ihre Sache sehr individuell und bis jetzt auch recht erfolgversprechend. Sicher ist noch so manches Entwicklungspotential vorhanden, aber das kann man dann bei einem vollen Album mal so richtig ausschöpfen... Die vier Lieder haben schöne Melodien, Refrains zum Mitsingen bzw. - summen und einen sehr rockigen Touch, trotzdem bleiben sie radiogeeignet. Die Klangqualität ist auf hohem Niveau angesiedelt.

Besagte Liedtexte erzählen vom christlichen Glauben der Bandmitglieder, aber sprachlich oft etwas verdeckter und tiefsinniger. "Schlaf" (# 2) ist ein genialer, sehr inspirierender Text über den Tod und die Ewigkeit - verpackt in die Metapher eines Traums. In "großartig" (# 3) soll es wohl um die Größe Gottes gehen; doch da im Text keine nähere Bestimmung des "Subjekts" erfolgt, bleiben letztlich auch andere Interpretationen möglich. Beim Gesang dieses Stückes dringt es dann auch noch so nach außen "artig - groß". Das ist in Bezug auf den heiligen Gott durchaus etwas bedenklich, Ihn als "artig" zu bezeichnen... Ok, das dürfte man verdauen können, ob dasselbe auch auf die Bezeichnungen »eingedeckt im Liebesrausch« sowie »heiliges Gefühl besorgter Zärtlichkeit« im Song "deine Weisheit" (# 4) zutrifft, bleibt mir fraglich. Offenbar auch als Bild über Gott gedacht, finde ich die Formulieren teilweise verwirrend, denn man würde sie eher in schlagerorientierten Stücken erwarten, nicht unbedingt bei christlichen Liedern. Der Einsteiger "nimm mich mit" dagegen, ist ein eher "klassisches" Liebeslied an Gott, genauso wie für den Ehepartner oder einen treuen Freund.

Fazit: Infektiöse Musik und lesenswerte Texte sind Kennzeichen dieser Neulinge in der deutschen Szene! Wenn sie das musikalische Niveau auf Albumlänge durchhalten können und textlich etwas eindeutiger bleiben, werden sie sich sicher schnell etablieren. - Wie war das? 'Hopfen und Malz, Gott erhalt's!' Ach nee: 'Hopf und Musik, das kommt echt dick!' ;-)))


—David Decker für CCM-Rezis, Oktober 2003


"Hopf" – eine neue Band, wie aus dem Nichts aufgetaucht und bereits jetzt weckt sie Hoffnung auf mehr Innovation im deutschsprachigen Rock. Denn das Cover ist ein wenig irreführend: Eine "Boygroup" im üblichen Sinne sind die fünf Jungs sicher nicht. Man muss kein gestandener Detuschrock-Fan sein, um ihre (leider nur) viertelstündige Klangkostprobe zu mögen. Musikalisch haben "hopf" es ganz eindeutig drauf: die Stimme des Leadsängers kann es getrost mit der warmen, vollen Intonation eines Xavier Naidoo aufnehmen. Kraftvolle Gitarren-Soli, eine vom Piano getragene Ballade, manchmal verstörend und beruhigend zugleich wie das "Schlaf"-Lied – all das macht ihr musikalisches Charisma aus. Die tiefgründigen Lyrics drehen sich um Nähe zu Gott, seine Weisheit ... Toll, dass die Band aus ihrem Glauben nicht den geringsten Hehl macht! Nur die eigenwillige, bildhafte Sprache ist gewöhnungsbedürftig und vielleicht nicht jedermanns Sache. Mit diesem kleinen, aber feinen Songspektrum liefern sie uns einen Vorgeschmack auf mehr und geben uns "Hopfnung" auf noch Größeres – womöglich mal ein richtig schönes Album in voller Länge ...?!

—Jaleh Ojan für komm! 2-2004

Daten:
4 Titel / 16 Min.
Musikstil: Deutsch-Rock
Label(s): 2003 Felsenfest Musikverlag/Kawohl Music / Kawohl, Wesel
Website: http://www.hopf-band.de

weitere CDs - siehe Hopf-Künstlerseite >>
 


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