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 Hella,
Melanie und Viola Heizmann
"die schönsten Weihnachtslieder von..."

( 1999 Schulte & Gerth / Gerth
Medien )
Rund 30 Jahre der deutschen, christlichen Musikszene wurden
von Hella Heizmann in den unterschiedlichsten Weisen mitgeprägt. In den
70ern und 80ern war sie die unangefochtene Nummer Eins unter den christlichen
Pop- und Chorpop-Sängerinnen und -liedermacherinnen. Bereits in den 80ern
fuhr sie zweigleisig, indem sie neben ihren Pop-LPs auch Kindermusik machte
(mit ihrer "Rasselbande"), was erstaunlich gut und erfolgreich lief. 1987
lieferte sie dann ihre letzte Soloplatte ab, die letzte Kinder-CD gab
es 1995 - seitdem hörte man kaum mehr etwas von Hella.
Doch neben dem "Pop- und Kinderkram" machte sie in einem weiteren Bereich
auf sich aufmerksam: Zusammen mit ihren gerade mal 16- und 18-jährigen
(!) Töchtern Viola und Melanie sang sie 1990 auf "Das große Wunder hat
ganz klein begonnen" alte und neue Weihnachtslieder. Das Album war derart
erfolgreich, daß vier Jahre später der Nachfolger "Glanzlichter" erschien
- und auch der wurde ein Bestseller im Hause Gerth Medien. Irgendwann
waren beide CDs vergriffen, die Nachfrage ließ aber nicht nach. Und so
veröffentlichte Schulte&Gerth anläßlich des Verlagsjubiläums im Jahre
1999 eine Zusammenstellung mit den schönsten Titeln aus beiden Produktionen.
Von der 1996 erschienen und mittlerweile ebenfalls vergriffenen Platte
"Von Herzen" sind leider (und logischerweise ;-) keine Lieder enthalten,
da dies keine Weihnachtsplatte war.

Solo, zweistimmig, in Trio-Gesängen oder zu dritt einstimmig - wie auch
immer: Die drei Heizmanns sind außergewöhnliche Gesangs-Akrobaten, die
mit ihren Stimmen und Interpretationen zu begeistern wissen. Staunend,
was man mit drei Stimmen leisten kann, wird man an begnadete Gruppen wie
Anointed, Acappella oder Point of Grace erinnert. Glasklar, samtweich,
glockenrein - Adjektive, die vielleicht kitschig und überzogen wirken,
aber dennoch zutreffen. Anzumerken ist aber, daß Hella die Töne öfters
zu sehr zieht, sodaß es nicht mehr schön wirkt. Ansonsten gefällt ihre
Stimme, die sowohl Höhen als auch Tiefen gekonnt meistert, auch nach 30
Jahren Musikkarriere noch. Melanies und Violas Stimmen erfreuen gerade
aufgrund ihrer Mischung aus "jung-unverbraucht" und "erfahren" (Auf vielen
von Hellas Kinder-CDs sorgten die beiden für die anspruchsvollen Backings).
Negativ fällt lediglich Melanie in "Es ist kein Raum für doch" auf, wo
ihr Abschnitt zu hart geraten ist. Etwas schade ist, daß es mehr Solostücke
von Hella als von Viola und Melanie gibt - mehr "Gleichberechtigung" hätte
gutgetan.
Die Songauswahl ist hervorragend und es wird kein langweiliges, ewig gleich
arrangiertes Einerlei geboten. Altbewährte und vertraute Titel wie "Noel,
Christ ist geboren", "Hosanna in excelsis" und "Little town" wechseln
sich mit (meist) von Hella und Johannes Jourdan neu geschriebenem Liedgut
wie "Es ist kein Raum für dich" und "Mache dich auf, werde Licht" ab.
Ob ab und zu von Oboen und Streichern begleitet, mal nur von einer Gitarre,
ob Hella im Duett mit einer Flöte ("In das Warten dieser Welt"), Soloeinlagen
von einem Saxophon oder eingeleitet von Akkordeon-Klängen - die Vielfalt
verschafft Stimmung. Bemerkenswerterweise fügen sich auch die vier englischen
Lieder ohne Probleme ein und es ist schön, ein "deutsches" Arrangement
von "What child is this" zu hören. Auch stilistisch geben sich die drei
Damen nicht eintönig: Acapella, Liedermacher-Stil, Pop, Folklore und jede
Menge blauäugiger Soul.

Auch textlich gesehen überzeugen alle 16 Songtitel, hervorzuheben sind
vielleicht "Mit dem Hirten will ich gehen", "Kind in der Grippe", "Ein
Kind ist uns geboren" und "Gloria! Ehre sei Gott". Durch Jesu Geburt zeigte
sich Gott groß und gab unseren Leben Sinn. Wie es in dem "Indianischen
Weihnachtslied" heißt: "Gottes Plan ist erfüllt: Jesus ist da!" Das gibt
uns auch heute noch Grund, den Geburtstag unseres Retters zu feiern und
Gott darin Ehre zu geben.

Was man so schön sagt, trifft hier zu: Dieses Album ist "Balsam für die
Seele". Geeignet sowohl für Leute, die Hella schon in jungen Jahren lauschten,
als auch für Jugendliche von heute. Schade, daß diese drei Sängerinnen
heutzutage so wenig von sich hören lassen...
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