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 Emmylou
Harris
"spyboy - live"

( 1998 Eminent Records / Intercord/EMI;
online )
in "amm (aktiv Musikmagazin)" August 2000:
»Sie ist stolze 51, lebt in Nashville und gilt als Garant für
erstklassige Country-Alben. Trotzdem wurde Emmylou
Harris 1995 von ihrem Stammlabel Warner gedroppt. "Jede Karriere,
die mehr als 25 Jahre dauert, hat genauso viele Höhen wie Tiefen",
grübelt die zweifache Mutter. "Und obwohl ich niemals schlechte
Platten gemacht habe, bin ich mir doch nicht sicher, ob sie wirklich so
gut waren, wie sie hätten sein können." Für Emmylou
eine Erkenntnis mit Folgen: Sie formierte eine neue Band (Spyboy) und
begab sich in die Obhut von Produzent Daniel Lanois. Daraus resultierte
nicht nur das erstklassige Rock-Album 'Wrecking Ball', sondern auch die
Geburt der "neuen" Emmylou: Dynamisch, kämpferisch und
voller Ideen. So tritt sie nicht nur als Session-Musiker für Neil
Young, Linda Ronstadt und Kate McGarrigle in Erscheinung, sondern auch
als Überraschungsgast beim laufenden Lilith Fair-Festival. "Das
ist die Gelegenheit, ein neues Publikum zu erreichen - eines, das mich
womöglich gar nicht kennt." Und das erlebt eine Legende, die
dem blutarmen Nashville-Sound der späten 90er den Kampf ansagt. "Ich
weigere mich, mir diesen Blödsinn anzuhören. Es ist immer derselbe
Song, der einfach nur recycelt wird. Alles, was sie zu bieten haben, ließe
sich auf einer einzigen Postkarte festhalten." Während sich
die Jugend an biederem Einheitsbrei vergeht, hat sie den Charakter eines
großen Whiskeys - Emmylou wird mit zunehmendem Alter immer besser.
Davon zeugt auch 'Live', ein Mitschnitt ihrer 97er Welttournee, der Material
von 'Wrecking Ball', diverse Klassiker (z. B. Springsteens "Born
To Run") sowie Daniel Lanois' "The Maker" enthält.
"Eigentlich habe ich dieses Album nur aufgenommen, um diesen Song
zu covern", kichert sie. Und weil die Göttin in Grau ihren Meister
gefunden hat, will sie auch ihr nächstes Album mit dem talentierten
Kanadier aufnehmen. Das soll bereits Anfang '99 erscheinen.«
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