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Shaun Groves - ''invitation to eavesdrop''Shaun Groves
"invitation to eavesdrop"


   ( 2001 Rocketown Records / Free Records Music )

Das Debütalbum des Texaners und Multiinstrumentalisten Shaun Groves erschien 2001 bei Rocketown Records. Ein Jahr zuvor verdingte er sich bei einem frommen Musikverlag in Nashville und bekamm dann so einen begehrten Plattenvertrag - ausgerechnet bei Smittys Label. Da paßt er aber wunderbar hin, mit seinem rockigen Singer/Songwriter-Outfit. Shaun ist ein fleißiger Liederschreiber und sein Ziel ist Exzellenz - bei musikalischem wie inhaltlichem Ausdruck.

Dies erstmalig in Albumform umzusetzen, dabei half ihm Produzent Monroe Jones (z.B. bei Ginny Owens, Mark Schultz, Chris Rice). Das Ergebnis klingt vielleicht nicht sooo weltbewegend, doch es ist ein überraschend solides Debüt geworden. Bereits so gut, daß es mehrere Radio-Hits sowie einige Awards für unseren Debütanten abwarf. Ungehindert allen kommerziellen Erfolges macht Shaun die Musik, die er will. Er ist jemand, der sagt, was er denkt. So ist meines Erachtens "invitation to eavesdrop" - auf deutsch soviel wie "Einladung zum Lauschen" - nicht immer leichtverdaulich, sondern benötigt mit seinen Ecken und Kanten mehrere Durchläufe, um sich festzunisten. Seine Hymnen, zwar eingespielt mit modernster Produktionstechnik, überzeugen durch ihr handgemachtes Feeling: wenn Violinen oder ein Cello erklingt oder wenn Ken Lewis am Percussion loslegt, macht die Platte richtig Laune. Hinzu kommen Shaun und George Cocchini an den fetzig-knackigen Akustikgitarren. Seine leicht "kratzige", aber helle Stimme gibt den Songs zusätzlich eine ganz eigene Note.

Noch interessanter wird es bei der textlichen Kost: "Welcome home" (# 3) war damals die erste Radio-Single und bezieht sich auf die bekannte Stelle aus 2. Chronika 16, Vers 9a, wo es heißt: »Denn des Herrn Augen durchlaufen die ganze Erde, um denen treu beizustehen, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist.« Shaun fiel das Lied ein, während er seine Wohnung in Nashville neu tapezierte - sein Pastor hatte sich für die Gemeinde ein Lied zu eben jener Bibelstelle gewünscht... "Damage done" (# 2) erzählt ungeschönt von unvergebener Schuld, während "two cents" (# 4) von dem Einsatz für einen Freund und menschlichen Mängeln spricht. Die Bitte um einen göttliche Anschubser raus aus geistlicher Lethargie wird in "move me" (#5) entfaltet, Anbetung Gottes in "Your renown" (# 7). "Abba Father" (# 8) ist, wie zu erwarten, ein Liebeslied an Gott den Vater. Das lauteste Stück auf der Platte heißt ironischerweise "after the music fades" (# 9) und verleiht dem Wunsch Ausdruck, immer in der Nähe dieses Vaters sein zu können, auch wenn längst die Musik ausgeblendet hat - oder im übertragenden Sinne: es geht um eine innige Beziehung zum Herrn, egal, was außen herum so abläuft. Das "härteste" Stück Lyrik hat sich Shaun jedoch für den Schluß aufgehoben, wenn er in "last notes" (# 10) über den unmächtigen, von Christus besiegten, Todesstachel singt und seine tiefe Zuversicht auf den Herrn des Lebens ausdrückt. Diese Himmelssehnsucht und -Freude bildet letztlich den Anker des ganzen Werkes und zeigt die tiefe Verwurzelung des Künstlers im Evangelium.

Fazit: Shaun Groves präsentiert Musik für aufgeweckte Zeitgenossen, mitten im Leben. Er steht zu seinem Glauben, kann dies aber variantenreich und in einer neuen Art ausdrücken. Hinzu gesellen sich druckvolle bis besinnliche Arrangements, die man sicher nicht nur einmal auflegt!


—David Decker für CCM-Rezis, August 2005

Daten:
10 Titel / 43 Min.
Musikstil: Modern-Rock; Singer/Songwriter
Label(s): 2001 Rocketown Records, USA / Fierce! Distribution, GB /
               Free Records Music, Witten
Website: http://www.shaungroves.com  /  bei myspace

Wo kaufen?:
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weitere CDs - siehe Shaun Groves-Künstlerseite >>
 


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